#48: Wie geht das mit dem Trinkgeld in Italien?

Shownotes

Hier kommen die bunten Neuigkeiten von der oberen Adria, darunter:

  • Das Ende eines Taschendiebs in Venedig
  • Der segelnde Gigant von Triest – und Cardi B. war auch da!
  • Der Papst und die Blues Brothers
  • Lignano: 4,4 Millionen Besuche im August!
  • Der Wolf von Riccione, der für eine Sperrstunde sorgt
  • Besucherrekord im Triestiner Strandbad
  • Die Adria-Boje, die alles sieht

Schwerpunktthema dieser Folge:

  • Wie geht das mit dem Trinkgeld in Italien?

Außerdem gibt es Italien-Themen für Kenner, darunter:

  • 1:0 für Gradese Calcio – gelungener Saisonstart im Lagunenstadion
  • Was haben Italiener bloß gegen Pasta mit Huhn?
  • Und wie viel Trinkgeld hinterlasse ich in Pinos Bar?

Mein aktuelles Buch heißt »Espresso unter Sternen – eine Reise in Sachen Glück«. Hier steht mehr.

Fragen, Wünsche, Anregungen? Wen wollt ihr mal als Gast hören, welche Themen soll ich mir vornehmen, was würdet ihr wirklich gern wissen? Schreibt mir: radioadria@gmx.de

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Blog: www.postausitalien.com – jeden Freitag bekommt ihr dort die »Mediterrane Wochenschau«, kostenlos und werbefrei. Meldet euch einfach auf der Startseite mit eurer E-Mail-Adresse dafür an.
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Der Podcast ist eine Produktion von www.studiovenezia.de

Transkript anzeigen

00:00:06: Buongiorno und herzlich willkommen bei Radio Adria, dem Podcast aus Italien.

00:00:11: Hier dreht sich alles um la Deutsche Vita – um das Lebensgefühl zwischen Espresso und Apparativo, um die kleinen Geheimnisse und großen Geschichten dieses wunderbaren Landes!

00:00:22: Ich bin Stefan Maywald, Autor- und Wahlitaliener aus Grado und ich nehme euch mit auf eine Reise voller Sonne Genuss und Italianità also zurücklehnen entspannen und ein bisschen Italien ins Leben lassen.

00:00:37: Andiamo!

00:00:45: Bon Giorno aus Grado.

00:00:47: Wir nehmen am Dienstag auf, vorgestern war ich für euch zum Saisonauftakt im Stadion von Grado.

00:00:55: Inklusive Stadionsbrötchen – über das sprechen wir jetzt lieber nicht Aber gerade diese Calcio hat eins zu null gewonnen.

00:01:02: Ich habe ein paar Szenen des Spiels und es ist ganz drum herum auf Instagram gepackt.

00:01:07: Buch und Wein schaut mal rein unter anderem Richtig guter Fallrückzieher, leider kein Tor.

00:01:14: Und ich habe ein neues Schimpfwort gelernt und das will was heißen nach zwanzig Jahren Italien.

00:01:19: Protagonista!

00:01:21: Das haben die Gegner übrigens aus Villess dem Schiedsrichter entgegengerufen der mehrfach die Trainer- und Spieler der Bank verwarnt hat.

00:01:30: Protognister im Sinne von Selbstdarsteller einer der sich zu wichtig nimmt eigentlich ganz elegant für den Fußballplatz.

00:01:40: Außerdem habe ich gerade meine Website postausitalien.com behutsam umgebaut, Rubriken zusammengelegt und einen Beitrag extra für Neulinge gemacht mit links zu den beliebtesten Beiträgen darunter den sensationellen Urlaubsfotos aus Grado aus dem Jahr Ninzehundertneun die mir eine Leserin zugeschickt hat.

00:02:02: Danke danke danke!

00:02:05: Außerdem habe ich schon das Cover und ein paar Informationen zu meinem neuen Roman versteckt.

00:02:11: Schaut doch mal vorbei, also nicht jetzt während ihr vielleicht im Auto sitzt und diesen Podcast hört.

00:02:17: Jetzt aber rein in die Woche!

00:02:20: Was habe ich euch im Meer und in der Lagune gefangen?

00:02:24: Restaurants in der Krise Das Ende eines Taschendiebs in Venedig.

00:02:29: Der segelnde Gigant vor Trieste Und Karl-Dibi kam auch vorbei.

00:02:35: Die Boje in der Adria, die alles sieht!

00:02:39: Der Papst und die Blues Brothers?

00:02:42: Der Wolf von Riccione Knallvolles Lignano Mein Strandbad feiert einen Besucherrekord.

00:02:50: Und das Schwerpunktthema dieser Woche Wie geht es in Italien mit dem Trinkgeld?

00:03:03: Fangen wir mal mit einer Geschichte an, die ich gerade im Economist gelesen habe Das Restaurant Wie wir es kennen, stirbt gerade ein bisschen.

00:03:12: Was hat Taylor Swift mit Rühreihe zu tun?

00:03:16: Erstaunlich viel!

00:03:17: Als sie im Mayhemie-Auftrag im Umkreis von etwa dreißig Kilometern verkauften Restaurants mehr Omelettes als sonst.

00:03:28: Offenbar wollten sich die Swifties vor dem Konzert noch ordentlich Eiweiß zuführen – bei Beyoncé in Atlanta war's anders….

00:03:36: Dort schossen später in der Nacht die Verkäufe von Hartzeltzer und Essen nach oben mit dem Höhepunkt um vier Uhr morgens.

00:03:44: Moment, was ist Hartzältzer?

00:03:45: Ich habe das zum ersten Mal gehört!

00:03:47: Das ist ein leicht alkoholischer Sprudel, der in den USA sehr beliebt ist.

00:03:53: Woher man diese Statistiken weiß?

00:03:55: Von der Restaurants-Software Toast – die mittlerweile hundertsechzigtausend Lokale bei Bestellungen, Warenwirtschaft und Bezahlung unterstützt.

00:04:06: Und da beginnt die spannende Geschichte.

00:04:09: Die Gastronomie verändert sich gerade so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr und Toast kann das alles messen.

00:04:17: Pandemie, Inflation, Homeoffice, Lieferdienste und künstliche Intelligenz haben die alte Restaurantwelt durcheinander gewirbelt.

00:04:26: in den USA werden inzwischen fast drei Viertel aller Restaurants Malzeiten gar nicht mehr im Restaurant gegessen.

00:04:34: Der Anteil der Lieferbestellung hat sich seit Beginn der Pandemie mehr als verdoppelt und in den USA war der Anteil schon vorher sehr, sehr hoch.

00:04:42: Nebenbei – In New York werden inzwischen Apartments ohne Küche vermietet!

00:04:47: Den Kaffee holst du dir unten im Shop, Mittag- und Abendessen lässt du dir kommen.

00:04:52: Krass!

00:04:53: Und selbst der klassische Freitagabend verliert an Bedeutung.

00:04:58: In London und New York ist inzwischen der Donnerstag der stärkste Restaurantabend.

00:05:03: Das Homeoffice spielt dabei eine gewaltige Rolle.

00:05:07: Filialen in Wohnvierteln laufen inzwischen besser als jene in den traditionellen Finanzdistrikten und die Gäste kommen früher, sie bleiben teilweise kürzer und wenn sie überhaupt noch ausgehen erwarten Sie mehr!

00:05:21: Denn wer Babysitter und Taxi bezahlt und dann noch eine deutlich teurere Restaurantrechnung bekommt möchte nicht einfach nur ordentlich essen.

00:05:30: der Abend soll etwas ganz.

00:05:34: Das größte Problem haben.

00:05:36: deswegen die Restaurants in der Mitte.

00:05:39: Nicht billig und effizient genug für den schnellen Hunger, aber auch nicht aufregend genug für einen großen Abend.

00:05:46: Manche versuchen es mit Industrialisierung!

00:05:50: Die japanische Kette Saizeria produziert fast alles zentral im Fabriken – in den Restaurantküchen wird so wenig vorbereitet dass dort teilweise nicht einmal mehr Messer gebraucht werden.

00:06:03: Suite Green wiederum kann mit automatisierten Produktionslinien bis zu fünfhundert individuell zusammengestellte Salat-Bowls pro Stunde produzieren.

00:06:13: Und jetzt kommt auch noch die künstliche Intelligenz!

00:06:18: Toast denkt über Geräte nach, die Bestellungen automatisch mitschreiben und sogar über Kameras, die erkennen könnten wann ein Gast etwas braucht – im extremen Fall Weiß das Restaurant irgendwann schon beim hereinkommen?

00:06:32: Ah, der Maiwald wieder!

00:06:34: Tisch sieben.

00:06:34: Weißwein und bitte

00:06:35: schnell!".

00:06:37: Die These des Economist lautet... Restaurants werden nicht verschwinden – und ganz sicher nicht in Italien.

00:06:44: Aber Sie teilen sich zunehmend in zwei Welten….

00:06:47: Auf der einen Seite stehen Betriebe die günstig, schnell und zunehrend automatisiert Essen produzieren.

00:06:54: Auf der anderen Seite stehen Restaurants, die uns einen echten Grund geben müssen das Sofa zu verlassen.

00:07:02: Gefährlich wird es für alle dazwischen, immer auf die Mitte ist ja fast überall in der Gesellschaft so.

00:07:09: Und diese Restaurantgeschichte passt doch wunderbar zu unserem Schwerpunktthema – Die Sache mit dem Trinkgeld.

00:07:18: Kaum etwas verrät einen deutschen oder österreichischen Italienurlauber so zuverlässig wie die letzten dreißig Sekunden eines Restaurantsbesuchs!

00:07:27: Ich übertreibe aber dass dient ja nur der Dramaturgy.

00:07:31: Das Essen war wunderbar, der Wein auch.

00:07:34: die Rechnung beträgt dreiundneunzig Euro!

00:07:37: Der Deutsche legt einen Hunderte hin und sagt mit weltmännischem Lächeln Stimmt so Und genau hier beginnt unsere heutige kleine Lektion in angewandter Italianita Denn Trinkgeld funktioniert in Italien anders.

00:07:54: Zunächst die wichtigste Nachricht Ihr müsst überhaupt kein Trinkgeld geben.

00:07:59: Die Mancha, wie es auf Italienisch heißt ist freiwillig.

00:08:04: Es gibt nicht dieses amerikanische System bei dem fünfzehn oder zwanzig Prozent praktisch zum vorgeschriebenen Teil der Rechnung geworden sind.

00:08:12: Auch zehn Prozent sind in Italien keineswegs automatisch fällig.

00:08:18: Im italienischen Alltag geht es –wie fast immer– entspannt zu.

00:08:22: Ihr rundet auf!

00:08:24: Ihr lasst zwei oder drei Euro liegen bei einer größeren Rechnung vielleicht fünf oder zehn.

00:08:31: Und wenn der Abend wirklich außergewöhnlich schön war, darf es selbstverständlich auch mehr sein!

00:08:38: Niemand holt den Taschenrechner raus und sagt Moment das waren jetzt aber nur sieben, drei Prozent.

00:08:44: Und dann gibt es noch einen Begriff, der bei deutschsprachigen Italienurlaubern regelmäßig für Verwirrung sorgt – Das Cuperto.

00:08:54: Auf vielen italienischen Rechnungen steht zum Beispiel Cuperto, drei Euro und zwar pro Person.

00:09:00: Vier Personen am Tisch, zwölf Euro.

00:09:04: Das Cuperdo ist die Gebühr fürs Gedeck beziehungsweise für den Platz am gedeckten Tisch.

00:09:09: Historisch geht der Brauch bis ins Mittelalter zurück.

00:09:13: Damals kamen Menschen in Gasthäuser, setzten sich ins Warme und brachten oft ihr eigenes Essen mit.

00:09:19: Der Wirt verdiente also im Essen nichts, stellte aber Tisch, Platz, Geschirr und Besteck zur Verfügung.

00:09:27: Also verlangte er Geld für den Platz Al Cuperto unterm Dach.

00:09:32: Und ein paar Jahrhunderte später steht diese Position immer noch auf italienischen Restaurants.

00:09:39: Denn wenn so etwas erst mal eingeführt ist, wird es selten wieder abgeschafft!

00:09:45: Ich denke an die deutsche Sektsteuer, die vor dem Ersten Weltkrieg eingeführt wurde um Kaiser Wilhelms Flotte zu finanzieren – wir zahlen die Sekt-Steuer noch heute.

00:09:56: Wichtig?

00:09:57: Das Cuperto ist kein Trinkgeld für den Kellner, das habe ich schon ein paar Mal gehört.

00:10:01: Ihr solltet also nicht sagen wir haben doch schon drei Euro Cuperdo bezahlt, wieso sollen wir noch Trink Geld geben?

00:10:07: Das sind zwei verschiedene Dinge!

00:10:10: Das Coperto ist Teil der Restaurantrechnung und beinhaltet im Übrigen fast immer einen Korbbrot und Grissini, für dass man in Deutschland oder Österreich fast immer extra zahlen muss.

00:10:23: Aber wie macht ihr es nun

00:10:25: praktisch?!

00:10:26: Nehmen wir an, zwei Menschen essen sehr schön.

00:10:29: Die Rechnung beträgt sechsohn-sebzig Euro!

00:10:31: In Deutschland könntet ihr einen Hunderter hinlegen und sagen machen sie fünfundachzig oder ihr gebt achtzig Euro und sagt stimmt so das ist die deutsche Methode.

00:10:41: Bezahlung und Trinkgeld werden in einem einzigen Vorgang erledigt.

00:10:47: In Italien würde ich es anders machen.

00:10:49: Ihr legt beispielsweise hundert Euro hin Der Kellner bringt das gesamte Wechselgeld zurück, also vierundzwanzig Euro.

00:10:57: Und erst dann lasst ihr zum Beispiel vier Euro davon auf dem Tellerchen liegen oder fünf oder zehn.

00:11:04: Das Entscheidende ist die Reihenfolge.

00:11:06: Erst wird die Rechnung vollständig beglichen und dann kommt das Trinkgeld.

00:11:11: Das ist eine kleine kulturelle Feinheit, die ich sehr italienisch finde – es sind zwei getrennte Vorgänge!

00:11:20: Natürlich gibt's auch auf Italienisch Tengail resto, behalten sie den Rest.

00:11:24: Das versteht jeder und verboten ist es selbstverständlich auch

00:11:27: nicht.".

00:11:29: Aber dieses Deutsche stimmt so.

00:11:31: noch während der Kellner mit dem Portemonnaie in der Hand das Wechselgeld zusammensucht würde ich mir in Italien abgewöhnen.

00:11:37: Viel eleganter, Wechselgelt entgegennehmen kurz warten dann etwas zurücklassen.

00:11:43: Im Café ist die Sache noch entspannter.

00:11:46: Wenn ihr euren Espresso im Stehen an der Bar trinkt, müsst ihr nicht jedes Mal zwanzig oder fünfzig Cent Trinkgeld geben.

00:11:53: Oft steht an der Kasse oder auf dem Tresen ein kleines Schälchen für die Mannschaft.

00:11:58: Da könnt ihr etwas hineinwerfen – müsst ihr aber nicht!

00:12:02: Beim Taxi könnt ihr den Betrag ein wenig aufrunden.

00:12:05: Im Hotel freut sich der Gepäckträger über ein paar Euro.

00:12:09: Ebenso könnt ihr dem Zimmerpersonal etwas hinterlassen.

00:12:13: Als jemand, der die Hotellerie ganz gut kennt Hier ein Hinweis, ihr solltet auf jeden Fall etwas hinterlassen.

00:12:19: Denn die Zimmermädchen sind wirklich die allerärmsten Schweine im ganzen touristischen System.

00:12:26: Aber auch hier gilt Italien ist kein Land in dem das Personal euch böse hinterherblickt weil ihr die vorgeschriebene Trinkgeldquote unterschritten habt.

00:12:36: Wenn ihr also beim nächsten Italienurlaub eine Rechnung über dreieinundzig Euro bekommt und einen Hunderter hinlegt sagt nicht automatisch stimmt so wartet Lasst euch die sieben Euro geben, nehmt sie und wenn das Essen gut war der Kellner freundlich.

00:12:50: Und abends schön lasst sie auf dem Tisch!

00:12:54: Das wirkt im ersten Moment ein bisschen umständig aber nach ein paar Wochen in Italien kommt es euch vollkommen selbstverständlich vor.

00:13:03: erst die Rechnung dann die Großzügigkeit Die wichtigste Schlagzeilen.

00:13:14: Venedig hat ja bekanntlich ein großes Problem mit Taschendieben Und einer der bekanntesten von ihnen war ein Mann, den in der Stadt alle nur Mika nannten.

00:13:25: Letzte Woche war Mika wieder unterwegs.

00:13:28: Gegen halb eins nahmen er nach ersten Ermittlungen zusammen mit drei Komplizen am Campo de Frari ein älteres Touristenpaar ins Visier.

00:13:36: aus einem Rucksack verschwand ein Portemonnaie darin Geld Dokumente und besonders übel lebenswichtige Medikamente.

00:13:44: eines der beiden Touristen die Gruppe machte sich davon Doch nicht einmal eine halbe Stunde später nahm die Geschichte einer bizarren Wendung.

00:13:53: Mika war inzwischen an den Sattere unterwegs, also ein jener wunderschönen Promenade am Judeckerkanal als er plötzlich zusammenbrach.

00:14:03: Rettungskräfte versuchten noch ihn wieder zu beleben – vergeblich!

00:14:07: Mika starb an Ort und Stelle.

00:14:10: Als mögliche Ursache wird ein Herz im Fakt genannt.

00:14:14: Endgültig geklärt ist das bislang nicht zeigte sich die etwas weniger romantische Seite der Serenissima.

00:14:22: In den sozialen Netzwerken hielt sich die Trauer ausgesprochen in Grenzen, eine Venetianerin schrieb sinngemäß sie wolle ja nicht böse sein aber das Karma habe wohl seinen Lauf genommen.

00:14:34: Eine andere kündigte gleich an die Nachricht feiern zu gehen.

00:14:38: Macabre zweife los!

00:14:41: Aber vielleicht sollte man sich als Taschenlieb in Venedig eines merken Menschen aus dem Veneto vergessen Nichts.

00:14:48: Ich weiß das, ich bin mit einer verheiratet.

00:14:53: Was ich aber auch noch sagen muss Taschendiebstahl Das klingt immer so niedlich nach harmloser Kleinkriminalität Aber es ist natürlich ganz perfide und gemein Und verdirbt den Menschen komplett Den Urlaub auf denen sie sich gefreut und für den Sie gespart haben.

00:15:09: Es ist eine Form der Kriminalität die die schwächsten und hilflosesten trifft Menschen Die im Ausland Gäste sind.

00:15:16: Ich war mal dabei als der Mutter einer Freundin in der Metro von Paris die Geldbörse geklaut wurde, mit allen Dokumenten drin.

00:15:24: Da wurde erst mal lange geweint und dann waren wir fast einen Tag lang in irgendeiner Vorstadt-Genamerie.

00:15:30: Gut dass sie Mutter der Freundin Französischlehrerin war – trotzdem wirklich gemein!

00:15:37: Ab nach Trieste.

00:15:39: Wer in diesen Tagen am Hafen von Triest entlang spaziert könnte sich fragen ob da jemand versehentlich ein Hochhaus mit Segeln abgestellt hat.

00:15:49: Erstmals hat die Orient Express Corinthien in Trieste festgemacht, und das ist nicht irgendein Schiff!

00:15:57: Mit zweihundert zwanzig Metern Länge gilt die Corinthien als das größte Segelschiff der Welt.

00:16:05: Zum Vergleich Jeff Bezos berühmte Segeljacht Kora – ich korrigiere Koru – bringt es auf gerade einmal.

00:16:15: Die Korinthien ist im Grunde der legendäre Orient Express auf dem Wasser.

00:16:20: Art, Dekor, französischer Luxus – nur das draußen keine Kühe am Zugfenster vorbeiziehen sondern Delphine!

00:16:27: An Bord passen gerade einmal hundertzehn Passagiere.

00:16:32: um diese Hundertzehnt Menschen kümmern sich hundertsebzig Besatzungsmitglieder.

00:16:37: Wow!

00:16:38: Untergebracht werden die Passagire in fifty-sweet'n Selbstverständlich mit persönlichen Battler, schon die kleineren Sweet'n sind ungefähr so groß wie eine Stadtwohnung.

00:16:49: Und wer irgendwann genug vom Meer hat kann sich an Bord anderweitig beschäftigen!

00:16:54: Es gibt fünf Restaurants deren kulinarische Leitung bei Frankreichs Star-Koch Janik Aleno liegt.

00:17:01: dazu acht Bars ein Spa einen siebzehn Meter langen Pool zum Bahnen ziehen Ein Kino beziehungsweise Cabaret mit hundertfünfzehn Plätzen und eine Bibliothek.

00:17:14: Und warum auch immer man das auf einem Segelschiff benötigt, sogar ein professionelles Tonstudio!

00:17:21: Ich könnte da also meine nächste Podcast-Folge aufnehmen – wie fände das meine Producerin?

00:17:29: Die käme bestimmt mit.

00:17:31: Mein Lieblingsdetail ist allerdings einer Art geheime Bar im Stil der amerikanischen Prohibitionszeit des Speak Easy.

00:17:40: Man fährt mit dem teuersten Segelschiff der Welt übers Mittelmeer und versteckt sich anschließend zum Trinken.

00:17:48: Kommen wir zu den Segeln, denn die Corinthien ist tatsächlich ein Segelsschiff!

00:17:55: Drei gigantische Karbonmasten ragen mehr als hundert Meter in die Höhe.

00:18:00: Fun Fact – das weiß ich von meiner Zeit beim Segeljournal.

00:18:03: was ist das teuerste Bauteil eines Segelboots?

00:18:06: Der Mast oder die Masten und zwar mit Abstand.

00:18:10: an den Karbon-Masten Hängen keine normalen Stoffsegel, sondern sogenannte Solid-Sales.

00:18:16: Starre Segel aus Glas und Carbonfaser verstärkten Elemente.

00:18:20: Jedes davon hat eine Fläche von µm², macht zusammen µmm² Segelfläche.

00:18:30: Die Masten können sich um dreihundertsechzig Grad drehen und sogar um bis zu siebzig Grad geneigt werden – unter anderem damit das Ungetüm unter Brücken hindurch passt!

00:18:41: Bei Testfahrten erreichte die Corinthians bei zwanzig Knoten Wind, zwölf Knotengeschwindigkeit ausschließlich unter Segeln.

00:18:51: Junge Junge!

00:18:52: Fünfzehntausend Tonnen Schiff allein vom Wind bewegt.

00:18:56: und für den Fall dass der Wind keine Lust hat gibt es zusätzlich einen Hybridantrieb mit flüssig Erdgas.

00:19:04: sogar künstliche Intelligenz fährt mit Ein Erkennungssystem soll Meeressäuger und Gegenstände im Wasser aufspüren, und so Kollisionen verhindert.

00:19:14: Und statt überall den Anker auf den Meeresboden zu werfen kann das Schiff seine Position dynamisch mit seinen Antrieben halten!

00:19:22: Im Frühjahr-Zweißtausendsexton zwanzig begann ihre erste Saison – nun also Trieste.

00:19:28: Am siebenundzwanzigsten August kamen Sie morgens gegen acht Uhr in den Golf und lag an der Station Maritima bevor sie am Abend wieder auslief.

00:19:37: Sie kreuzt derzeit zwischen Venedig, Trieste, Rovini und den Brioni in Sinn.

00:19:42: Und jetzt Anfang September geht es die Adria hinunter über Varre, Dubrovnik, Montenegro und Ortrantho bis nach Malta.

00:19:51: Von Malta aus stehen anschließend unter anderem Sizilien und die Amalfiküste auf dem Programm.

00:19:57: Bleibt nur noch eine Frage – was kostet der Spaß?

00:20:01: Nun ja!

00:20:02: Eine dreitägige Reise von Venedig über Trieste nach Rouvigny wird aktuell ab neunzehntausend vierhundertsiebzig Euro pro Suite angeboten.

00:20:11: Sieben Nächte von Viedig nach Malta beginnen bei fünfundvierzichttausend fünfhundert Euro pro suite und Trinkgeld muss man da wahrscheinlich auch noch geben.

00:20:21: Bleiben wir in Trieste!

00:20:23: Diese Meldung habe ich sozusagen live via Instagram von meinen Töchtern erfahren.

00:20:28: Trieste ist hier einiges gewohnt, James Joyce, Wilke... Kaiser Franz Josef und jetzt eben Cardi B. Der amerikanische Rap-Superstar ist überraschend in der Stadt aufgetaucht!

00:20:41: Und wo geht man hin, wenn man Millionen Platten verkauft hat und Hunger bekommt?

00:20:45: In die Bratscherie Venete.

00:20:48: Dort erschien Cardibi zum Abendessen unangekündigt und sorgte beim Personal für einen Ausnahmezustand – natürlich entstand auch ein Erinnerungsfoto.

00:20:59: Das Restaurant kommentierte anschließend sehr italienisch Cisonocerate, Catilaschanodavero, Senza Parola.

00:21:06: Es gibt Abene die einen wirklich sprachlos machen!

00:21:10: Es hatte vorher schon Gerüchte gegeben dass Carly B in der Gegend sei.

00:21:14: In diesem Zusammenhang soll auch Udinese-Torwart Maduka Okoye gesichtet worden sein.

00:21:20: Warum genau die amerikanische Rapperin Trieste besucht hat blieb zunächst offen möglich.

00:21:26: das da was läuft zwischen ihr und dem Fußballer?

00:21:30: jedenfalls keine große bühne Kein roter Teppich, kein offizieller Termin.

00:21:35: Ein Weltstar spaziert einfach in ein Restaurant – in Trieste!

00:21:41: Und noch eine spannende Meldung aus Lignano.

00:21:45: Falls ihr im August dort wart und dachtet, mein Gott ist das voll hier?

00:21:49: Ihr habt euch nicht getäuscht.

00:21:51: Mobilfunkdaten zeigen welche Menschenmassen sich im Sommer tatsächlich durch den Badeort bewegen.

00:21:57: Allein im August wurden Vier Komma vier Millionen Anwesenheiten registriert.

00:22:02: Das waren neun Komma drei Prozent mehr als im August des Vorjahrs.

00:22:06: Neun Kommas drei Prozentmehr, das ist richtiges Wachstum.

00:22:11: Im Tagesdurchschnitt hielten sich etwa Hundert und vierzigtausend Menschen in Lignano auf.

00:22:16: Und dann kam Ferragosto.

00:22:18: am fünfzehnten August waren es unglaubliche Hundert einundneunzig tausend menschen in einem Ort der außerhalb der Saison nicht einmal sieben Tausend Einwohner hat.

00:22:28: Und selbst das war noch nicht der Rekord.

00:22:30: An einem Tag im Juli wurden sogar zweihundert neunzehntausend Menschen gezählt.

00:22:36: Nun muss man bei diesen Zahlen etwas aufpassen, es handelt sich nicht um Hotelübernachtungen sondern um Bewegungsdaten aus Mobilfunkzellen.

00:22:44: Gezählt werden also auch Tagesgäste Arbeitnehmer Einwohner und Menschen die nur einige Stunden in Lignano verbringen.

00:22:53: Aber gerade deshalb zeigen die Zahlen ziemlich gut was in Hochsommer an der oberen Adria passiert.

00:23:00: Badeort wird vorübergehend eine Großstadt.

00:23:05: Ich kenne keine Mobilfunkdaten aus Grado, aber hier schätzt man das sich zu Ferragosto etwa fünfzigtausend Menschen bei uns aufgehalten haben – auch sehr beachtlich!

00:23:15: Bis zur nächsten Folge werde ich ein paar mehr Zahlen aus Grados präsentieren.

00:23:19: Auch hier sieht es nach einem absoluten Rekordsommer aus, allerdings mit einer kleinen wichtigen Einschränkung.

00:23:34: Und jetzt legen wir uns mal ein bisschen mit der italienischen Küche an, muss ja auch mal sein.

00:23:39: Italiener jammern gern – besonders gern über kulinarische Verbrechen!

00:23:44: Pizza Hawaii ist ja beinahe eine Internet-Sensation geworden.

00:23:49: In einem Kochforum stellte jemand eine scheinbar harmlose Frage.

00:23:53: Was, liebe Italiena?

00:23:55: Ist eigentlich so schlimm daran, Huen auf Pasta zu

00:23:58: legen?!

00:23:59: Zwei Italienern hätten ihm erklärt das sei praktisch ein Verbrechens.

00:24:03: Und damit hat er einen Nerv getroffen, denn Hun und Pasta gehören in Italien tatsächlich zu jenen Kombinationen bei denen sich zuverlässig irgendwo eine Nonna bekreuzigt.

00:24:17: Die klassische Erklärung lautet, Pasta ist ein Primo also ein erste Gang, Hun ist ein Sekundum, ein zweiter Gang.

00:24:24: Beides auf einen Teller zu werfen ist ungefähr so als würde man Vorspeise- und Dessert miteinander verrühren.

00:24:31: Es hat auch historische Gründe.

00:24:33: Hühner waren auf dem Land als Eierproduzenten viel wertvoller, geschlachtet wurde er selten.

00:24:40: Fleisch war teuer und Pasta funktionierte wunderbar ohne ein Stück Hühnabrust obendrauf.

00:24:46: Also gut einfach eine Hühna Brust auf einen Berg Nudeln zu legen käme mir auch seltsam vor.

00:24:52: Aber es gibt ja Nudel mit allen erdenklichen Fleischsorten etwa beim pirmontesischen Rago Bianco mit Kaninchen Beim Ragù alla Bolognese, was wir alle kennen mit Schwein und Rind.

00:25:04: Es gibt im Veneto Enten und Gänse Ragù aber bei Hun verweigern sich die Italiener komplett.

00:25:12: Allerdings geben sie manchmal Hühnerleber ins Ragù für den Extra-Kick Umami – das als Küchentipp!

00:25:19: Jetzt kommt mein kleiner Einwand gegen den italienischen Küchenfundamentalismus.

00:25:25: Innerhalb Asien gehören Reis mit Hun oder auch Nudeln mit tun, zu den normalsten Kombinationen der Welt.

00:25:33: Niemand in Bangkok, Hanoi oder Singapur ruft die Lebensmittelpolizei bei Kohlenhydrate und Geflügel gemeinsam auf einem Teller liegen – und geschmacklich spricht ja auch wenig dagegen!

00:25:46: Das Schöne an der italienischen Küche ist ihre Tradition.

00:25:49: Das gelegentlich Anstrengende ist nur das aus Tradition immer schnell ein Naturgesetz wird.

00:25:56: Dabei beweisen die Italiener selbstständig, wie flexibel sie sein können.

00:26:01: Auf italienischen Pizzen landen schließlich auch Würstel und Pommes.

00:26:05: Das ist eine italienische Erfindung!

00:26:08: Vielleicht einigen wir unser folgende Regel.

00:26:10: Hun mit Pastor ist kein traditioneller italienischer Klassiker – aber ein Verbrechen ist es nicht.

00:26:19: Zurück zu den Schlagzeilen und einem meiner Lieblingsorte.

00:26:25: Männer rechts?

00:26:26: Frauen links.

00:26:27: Triests erstaunlicher Strand.

00:26:31: Wer glaubt, beim Strandurlaub seien die großen gesellschaftlichen Fragen längst geklärt war noch nicht im Pedocin in Triest.

00:26:39: Das Banjo ist nämlich eines der ungewöhnlichsten öffentlichen Strandbäder Europas.

00:26:44: Hier baden Männer und Frauen bis heute getrennt Und zwar nicht nur symbolisch.

00:26:50: Mitten durch das Strandbad zieht sich eine seventy vier Meter lange Mauer.

00:26:54: Auf der einen Seite liegen die Männer auf der anderen die Frauen.

00:26:58: Eine Tradition, die bis ins frühe zwanzigste Jahrhundert

00:27:02: zurückreicht.".

00:27:04: Das Pedocin spielt ja eine große Rolle in meinem Buch Espresso unter Sternen – eine Reise in Sachen Glück!

00:27:10: Deswegen erzähle ich euch wahrscheinlich nichts Neues und es war auch schon ein oder zweimal Thema im Podcast.

00:27:19: Eigentlich müsste man meinen so etwas sei längst Museumsreif doch das Pedocín ist quick lebendig.

00:27:26: In den ersten drei Monaten der Saison wurden hundert sechstausend sechshundert sechsundneunzig Besucher gezählt.

00:27:33: Das ist Rekord!

00:27:35: Ha, ob es an meinem Buch lag?

00:27:38: Besonders bemerkenswert – die Frauenseite ist deutlich stärker frequentiert.

00:27:42: Viele Stammgäste schätzen die eigenwillige Atmosphäre und wollen die Trennmauer nicht abschaffen.

00:27:49: Denn hier geht es längst nicht mehr nur um Geschlechtertrennung.

00:27:52: Das Pedocin ist ein Stück Alltagskultur geworden.

00:27:56: Man trifft Bekannte, plaudert dies Zeitung und diskutiert über das Wetter.

00:28:01: Und wahrscheinlich auch darüber was auf der anderen Seite der Mauer gerade diskutiert wird.

00:28:07: Luxus braucht man dafür nicht!

00:28:09: Der Eintritt kostet gerade einmal einen Euro zwanzig.

00:28:14: Damit ist das Pettucin eine der günstigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

00:28:19: Während andere Beachclubs mit Champagnerliegen- und VIP Bereichen werben setzt Trieste auf eine Mauer und hundert Jahre Gewohnheit, was hervorragend funktioniert.

00:28:31: Thriest muss gar nichts erfinden um ein bisschen skurril zu sein.

00:28:34: es muss seine Traditionen einfach nur behalten.

00:28:39: ab nach Riccione die Adria weiter runter.

00:28:42: der Wolf übernimmt die Nachtschicht denn in Riccone gibt es derzeit eine ungewöhnliche Sperrstunde nicht für Paars nicht für Diskotheken sondern für Menschen.

00:28:53: in drei Parks ist ein Wolf, der im Stadtgebiet unterwegs ist.

00:28:59: Die Gemeinde hat deshalb den Parkkodele-Resistenzer, den Parkokikomendes und den Parkodeli Olivetani jeden Abend von neunzehn Uhr bis sieben Uhr morgens gesperrt.

00:29:10: Derzeit versuchen Fachleute des regionalen Wildtierdienstes, den Wolf aus dem Stadtgebieten zu vertreiben – und das funktioniert wohl am besten wenn nicht gleichzeitig Jogger, Spaziergänger oder Hundehalter durch die Parks ziehen!

00:29:25: Die Stadt bittet außerdem darum, keine organischen Abfälle herumliegen zu lassen und draußen kein Tierfutter bereitzustellen.

00:29:32: Denn ein Wolf, der gelernt hat dass es beim Menschen bequem etwas zu fressen gibt ist schwerer wieder loszuwerden.

00:29:40: Wer die nächtliche Parksperre ignoriert riskiert zwischen twenty fünfhundert Euro Strafe.

00:29:48: Nun kommt aber der vielleicht italienischste Teil der Geschichte.

00:29:52: Im Paracodelli Olivettani findet nämlich ein Open-Air-Kino statt und das läuft trotz Wolf einfach weiter.

00:30:00: Das Kinogelände sei schließlich eingezäunt, man könnte also sagen Spaziergang verboten, Film erlaubt!

00:30:07: Und während auf der Leinwand vielleicht ein Thriller läuft bewegt sich irgendwo außerhalb des Sounds der eigentliche Hauptdarsteller durch die Nacht.

00:30:15: schon ein bisschen unheimlich finde ich.

00:30:19: Ritschrone ist nicht nur Strand Sonnenliegen und Diskotheken.

00:30:23: In diesem Spätsommer gehört zumindest nach neunzehn Uhr ein Teil der Stadt, dem Wolf.

00:30:28: Apropos mehr.

00:30:31: Dory vergisst nichts.

00:30:34: Vor Porto Novo bei Ancona schwimmt neuerdings Dory in der Adria.

00:30:39: Es handelt sich nicht um den vergesslichen blauen Fisch ausfindet Nemo Obwohl der Name ganz bewusst darauf anspielt.

00:30:47: Dory ist eine neue wissenschaftliche Messboje Und im Gegensatz zu ihrer Namensfetterin vergisst sie überhaupt nichts.

00:30:55: Die Anlage hat hundert-achtzigtausend Euro gekostet und liegt etwa eine Seemeile vor der Küste.

00:31:00: Dort führt sie alle zwanzig Minuten, eine Art Gesundheitscheck der Adria durch.

00:31:05: Gemessen werden Wassertemperatur, Salzgehalt und Sauerstoff.

00:31:10: Dazu kommen Chlorophyll, Strömungen und Wellengang.

00:31:14: Auch Wind, Lufttemperatur-, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck werden registriert.

00:31:19: Eine Kamera liefert zusätzlich Bilder vom Meer.

00:31:22: Und das Schöne?

00:31:24: Die Daten sollen nicht in irgendeinem Institutsschrank verschwinden!

00:31:28: Forscher, Schulen und ganz normale Bürger können sie online abrufen.

00:31:34: Derzeit ist das offenbar noch nicht möglich – ich habe noch nichts gefunden – aber ich werde den Link in den Show-Notes ergänzen.

00:31:41: Denn Livebilder mitten aus der Adria sind doch irgendwie eine coole Idee.

00:31:45: Hinter Dory steckt allerdings ein ernstes Problem.

00:31:49: In den letzten Jahren kam es in der Region zu einem großen Muschelsterben.

00:31:54: Besonders wichtig sind hier die berühmten wilden Moschuli, Miesmuscheln von Connero.

00:31:59: Dory soll nun früh erkennen wenn sich die Bedingungen im Wasser verändern.

00:32:04: Wissenschaftler hoffen dadurch nicht erst reagieren zu können wenn es bereits zu spät ist.

00:32:10: Der Name hat übrigens noch einen zweiten Sinn.

00:32:13: Ancona wurde in der Antike von dorischen Griechen besiedelt.

00:32:18: doppelt.

00:32:19: Damit besitzt Porto Novo jetzt vermutlich die einzige Dory der Welt, deren Hauptaufgabe darin besteht sich wirklich alles zu merken und alle zwanzig Minuten beweist sie dass sie darin deutlich besser ist als das Original aus dem Kino.

00:32:36: Wir bleiben in der Nähe denn dann kam ja auch noch der Papst an die Adria.

00:32:42: Rimini hat schon einiges gesehen Fellini Millionen Badeurlauber und vermutlich sämtliche Varianten italienischer Strandmode.

00:32:51: Ende August kam nun Papst Leo der Vierzehnte dazu, und dieser päpstliche Sommertag hatte ein Drehbuch das selbst Fellini gefallen hätte.

00:33:01: Beim großen Meeting in Rimini wurde Leo der IV.

00:33:04: zunächst von sechzigtausend Menschen empfangen mit Jubel- und Gesängen wie bei einem Popstar.

00:33:10: Dann beginnkte der Papst eine Mann, die in einer ganz anderes Genre gehört Louis Bloulou Marini, amerikanischer Saxophonist und ehemaliges Mitglied der Bluesbrothers.

00:33:22: Die Begegnung passt gut!

00:33:24: Denn in einer Vatikanen-Dokumentation war zuvor ein Foto des jungen Robert Francis Prevost aufgetaucht, auf dem er heutige Papst selbst als Bluesbrother verkleidet ist.

00:33:36: Danach ging der perp'sliche Tagesausflug weiter.

00:33:39: Leo XIV besuchte unter anderem Menschen mit Behinderungen und Bedürftigen in Rimini.

00:33:45: Zum großen Finale ging es wieder ans Meer.

00:33:48: Dort breiteten die Menschen ihre Handtücher diesmal nicht zum Sonnenbaden aus, sie kamen zur Messe am Strand beziehungsweise am Hafen von Rimini mit der Adria.

00:33:59: als Hintergrund.

00:34:01: Für die musikalische Begleitung waren sixhundertfünfzig Chor-Sänger und hundertzehn Musiker angekündigt Ist übrigens keine neue Idee, viervierzig Jahre zuvor hatte dort bereits Papst Johannes Paul II eine Messe gefeiert Und so wurde aus einem August-Tag in Rimini eine bemerkenswerte und sehr italienische Mischung aus Kirche, Strandurlaub und Popkultur.

00:34:28: So das war's für heute!

00:34:31: Was gibt es neues vom Schreibtisch?

00:34:33: Jeden Freitag bekommt ihr von mir die mediterrane Wochenschau auf postausiteil.com mit Neuigkeiten aus Grado und der Adria kostenlos und werbefrei natürlich.

00:34:44: wie gesagt Ich habe sie gerade ein bisschen umgebaut, schaut mal rein.

00:34:48: Ihr könnt die Mediterranean-Wochenschau ganz einfach oben auf der Startseite bei postausitalien.com abonnieren.

00:34:54: Apropos abonnieren?

00:34:56: Abonniert oder folgt auch diesen Podcast und empfehlt ihn gern an gute Freundinnen und Freunde weiter!

00:35:04: Auf Instagram findet ihr mich unter Buch & Wein.

00:35:07: Dort gibt es kleine Filme über mein Leben in Italien.

00:35:11: Dann bleib hier auch überall meine Projekte auf dem Laufenden.

00:35:15: Jetzt erstmal einen Kaffee bei Pino.

00:35:19: Wie mache ich jetzt da mit dem Trinkgeld?

00:35:22: Ganz einfach!

00:35:23: Cappuccino und Brioche kosten zusammen drei Euro fünfzig, das habe ich meistens passend.

00:35:29: Oft kommt meine Frau noch auf einen Espresso vorbei.

00:35:32: Espreso, Cappucino und brioche, kosten zusammen vier Euro achtzig.

00:35:37: die zwanzig Cent lassen wir liegen so bis bald und immer schön Deutsche Witter bleiben.

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