#45: Warum Italiener besser Hitze können – und ganz viel Venedig

Shownotes

Hier kommen die bunten Neuigkeiten von der oberen Adria, darunter:

  • Das umstrittene Bauprojekt in Venedig
  • Die Zerschlagung der Zitronenbande von Udine
  • Der falsche Priester, der Zigaretten und Pizza schnorrte
  • Hoffnung für eine Hotellegende auf dem Lido
  • Das Danieli am Markusplatz eröffnet nach drei Jahren wieder
  • Eintrittsgebühr: Venedig zieht Bilanz

Schwerpunktthema dieser Folge:

  • Italiener können besser mit Hitze umgehen – und was wir uns von ihnen abschauen können

Außerdem gibt es Italien-Themen für Kenner, darunter:

  • Die Rückkehr der Riesenmuschel
  • Grados Fußballteam macht sich bereit für den Aufstieg
  • Beim Autofahren telefoniert oder nur Gemüse genascht? Ein bizarrer Rechtsstreit geht nach fast sieben Jahren in die nächste Instanz

Mein aktuelles Buch heißt »Espresso unter Sternen – eine Reise in Sachen Glück«. Hier steht mehr.

Fragen, Wünsche, Anregungen?
 Wen wollt ihr mal als Gast hören, welche Themen soll ich mir vornehmen, was würdet ihr wirklich gern wissen?
 Schreibt mir: radioadria@gmx.de

Mehr von mir:
Blog: www.postausitalien.com – jeden Freitag bekommt ihr dort die »Mediterrane Wochenschau«, kostenlos und werbefrei. Meldet euch einfach auf der Startseite mit eurer E-Mail-Adresse dafür an.
Instagram: @buch_und_wein
Youtube: https://www.youtube.com/@stemaiwal/videos

Der Podcast ist eine Produktion von www.studiovenezia.de

Transkript anzeigen

00:00:06: Buongiorno und herzlich willkommen bei Radio Adria, dem Podcast aus Italien.

00:00:11: Hier dreht sich alles um la Deutsche Vita – um das Lebensgefühl zwischen Espresso und Aperitivo, um die kleinen Geheimnisse und großen Geschichten dieses wunderbaren Landes!

00:00:22: Ich bin Stefan Maywald, Autor- und Wahlitaliener aus Grado und ich nehme euch mit auf eine Reise voller Sonne Genuss und Italianità also zurücklehnen entspannen und ein bisschen Italien ins Leben lassen.

00:00:37: Andiamo!

00:00:44: Buongiorno aus Grado.

00:00:47: Wir hatten heute den ersten zarten Regenschauer nach, ich weiß nicht, vier Wochen?

00:00:53: Sechs

00:00:53: Wochen?!

00:00:55: Jetzt ist der Sommer sehr erträglich – wir werden uns aber in dieser Folge auch mit der Frage befassen, warum Italiener besser Hitze können als wir.

00:01:07: Da können wir für die Zukunft alle was Lernen.

00:01:12: Was erwartet euch in dieser Folge?

00:01:14: Ich habe euch wieder einen bunten Strauß gepflückt, das umstrittene Großprojekt von Venedig!

00:01:21: Die Zitronenbande wurde zerschlagen – Handy am Steuer oder nur eine frittierte Tsukini?

00:01:28: Grados Fußballer machen sich bereit für den Aufstieg die Rückkehr der Riesenmuschel, der falsche Priester der Zigaretten bestellte Eintrittsgebühr.

00:01:40: Venedig zieht Bilanz.

00:01:43: Und das Danielien-Venedig hat wieder eröffnet.

00:01:46: und auch für eine Lido-Legende gibt es Hoffnock, jetzt aber rein in die Woche!

00:01:58: Die gefährlichste Bande des Friaul ist vorerst gestoppt Tatwaffe Zitronen.

00:02:04: Tartort Pradamano.

00:02:06: bei Udine hatten drei Freunde im Alter von dreizehn und vierzehn Jahren einen kleinen Stand aufgebaut.

00:02:14: Im Angebot Limonade, Wasser, Kaffee und ein paar Süßigkeiten gegen eine freiwillige Spende!

00:02:22: Die jungen Geschäftsleute hatten ein großes Ziel.

00:02:24: Jeder von ihnen wollte sich von dem Geld einem gebrauchten Piaggio-Ciao-Roller kaufen – also nicht Mama oder Papa anbetteln sondern selber verdienen.

00:02:34: Ein Tisch, ein Sonnenschirm, ein bisschen Limonaden fertig war das Start-up von Pradamano.

00:02:41: Einige Tage ging das gut und viele Leute im Ort fanden die Aktion sympathisch, bis ein Bürger petzte!

00:02:51: Und damit kamen die italienische Bürokratie ins Spiel.

00:02:54: Die Polizia lokale musste einschreiten, Lebensmittel verkaufen ohne Genehmigung – das geht nicht.

00:03:01: Die drei bekamen eine Verwarnung und mussten ihren Stand schließen.

00:03:05: Eine Strafanzeige gegen die Minderjährigen gab es nach bisherigen Informationen, aber nicht immerhin.

00:03:12: Inzwischen diskutiert Halb-Italien über die Limonadenaffäre – sogar die Handelskammer von Udi ne meldete sich!

00:03:19: Unternehmergeist bei Jugendlichen solle man fördern, nicht entmutigen und Pradamano schlägt zurück, diesmal ganz legal.

00:03:28: Für Ende August ist eine Aktion geplant um den drei Jungs zu helfen.

00:03:32: Vielleicht bekommen sie ihre dreitschau.

00:03:34: also Doch noch!

00:03:36: Und die erste Lektion im Unternehmertum gab es gratis dazu.

00:03:41: In Italien braucht selbst die Limonade offenbar erst mal einen Stempel.

00:03:47: Ich möchte dazu noch sagen, Schuld ist nicht die Polizei, die eingegriffen hat.

00:03:50: Sie konnte nicht anders als ein Bürger gepetzt hat.

00:03:53: So, Schuld des Bürgers.

00:03:56: Weiter Die italienische Zahl Dreihundertzwanzig Euro Strafzettel und dafür durch mehrere Instanzen.

00:04:10: Im Friaul liefert sich eine Autofahrerin einen harten Kampf mit der Justiz, die Geschichte beginnt im Jahr zwei-tausend zwanzig in Ronchi de Ligeonari.

00:04:20: Carabinieri kontrollieren eine damals achtunddreißigere Frau aus Corno di Rosazzo – Der Vorwurf?

00:04:27: Handy am Steuer!

00:04:28: Die Strafe?

00:04:29: Dreihundertzwanzig Euro.

00:04:32: Doch die Frau sagt Moment mal ich hatte gar kein Handy in der Hand.

00:04:35: was die Polizisten gesehen hätten, sei etwas ganz anderes gewesen.

00:04:39: Ein Stück Zucchini das aus einer Tüte mit frittiertem Gemüse herausragte.

00:04:43: Handy oder Zucchiny?

00:04:45: Eigentlich eine Frage, die sie schnell klären lassen sollte – nicht in diesem Fall!

00:04:51: Die Frau zieht gegen den Strafzettel vor Gericht und verliert.

00:04:55: Sie geht im Berufung und verlierts wieder.

00:04:58: Das Gericht in Trieste hält die Beobachtung der Karibinieri für glaubwürdig.

00:05:03: Auch das Argument, während der Kontrolle sei gar kein Telefonat geführt worden – was die Frau anhand der Anrufliste nachweisen kann – hilft nicht weiter.

00:05:12: Denn zu den Richtern?

00:05:13: Ein Smartphone kann man schließlich auch benutzen ohne zu telefonieren zum Lesen und Schreiben von Nachrichten z.B Die Verteidigung wollte sogar einen Ortstermin durchsetzen!

00:05:23: Die Richter sollten prüfen wie gut die Polizisten das angebliche Handy überhaupt erkennen konnten.

00:05:29: Auch das wurde abgelehnt.

00:05:31: Damit wird aus einem Strafzettel über dreihundertzwanzig Euro inzwischen ein ziemlich teueres Vergnügen.

00:05:37: Allein für das Berufungsverfahren muss die Frau die Gerichts- und Anwaltskosten zahlen, aber aufgeben keine Spur!

00:05:46: Ihr Anwalt kündigt an wir gehen erneut in Berufung.

00:05:50: Der Kampf Handy gegen Zucchini geht also in die nächste Runde und ich bleibe dran kann allerdings dauern.

00:05:56: wie gesagt der Vorfall stammt aus dem Jahr.

00:06:01: Langsam ist die Italienische Justiz.

00:06:07: Wir gehen ins Stadion!

00:06:12: In Grado wird nicht nur am Strand gearbeitet, auch auf dem Fußballplatz tut sich Reiniges.

00:06:17: Im Stadionen auf der Isola della Scusa laufen die letzten Arbeiten vor dem Start der neuen Saison.

00:06:23: Die Bewässerungsanlage des Spielfelds wurde erneuert denn die alte Anlage war in die Jahre gekommen.

00:06:29: Jetzt gibt es ein modernes System das den Rasen gleichmäßiger versorgt und sich automatisch steuern lässt.

00:06:35: Die Investition liegt bei eighty-thausend Euro und damit ist noch lange nicht Schluss.

00:06:41: Als nächstes soll die Tribüne überdacht werden, außerdem sollen die Umkleidekabinen erweitert werden.

00:06:47: Für dieses größere Projekt sind drei Komma fünf Millionen Euro vorgesehen.

00:06:52: Die Stadt sieht das Stadion dabei nicht nur als Heimat des Fußballs – es soll zu einem Treffpunkt für junge Menschen und Familien werden.

00:07:00: Schöne Worte!

00:07:01: Und auch andere Sportarten sollen dort Platz finden….

00:07:05: Die Fußballer können sich jedenfalls über bessere Trainingsbedingungen freuen.

00:07:08: Und vielleicht hilft der neue Rasen ja auch sportlich ein bisschen nach?

00:07:13: Nachdem der Aufstieg in der letzten Saison, ich berichtete auf den letzten Metern verstolpert wurde – man kann es nicht anders sagen!

00:07:21: Am twenty-zwanzigsten August ging es schon mit dem Pokalspiel los.

00:07:24: Saisonauftakt in der Liga ist der sechste September.

00:07:28: Oh, ich freue mich schon auf die Stadion Bratwurst und ich werde ihr öfter gefragt Wohin kann man in Grado gehen, wo es wirklich nur Einheimische hinzieht?

00:07:38: Das Fußballstadion ist ein ziemlich guter Ort.

00:07:42: Weiter mit den Schlagzeilen.

00:07:44: Eine dreiste Betrugsmasche sorgt derzeit zwischen Montfalkone und Ronchi de Ligionari für Aufsehen.

00:07:50: Schon wieder Ronchi De LigioNari da war richtig was los in den letzten Tagen!

00:07:54: Betrüger geben sich am Telefon als örtliche Pfarrer aus Und bestellen im Namen der Kirche Pizzer, Zigaretten und sogar Medikamente.

00:08:03: Die Masche funktioniert so.

00:08:05: Ein angeblicher Priester ruft in einem Restaurant einer Ware, Trafik oder Apotheke an.

00:08:10: Er erzählt er könne gerade nicht persönlich vorbeikommen.

00:08:14: Deshalb brauche er dringend Hilfe für Jugendliche und andere Menschen aus der Gemeinde.

00:08:18: Der Wirt- oder Händler soll die gewünschten Sachen schon einmal bereitstellen.

00:08:22: Bezahlt werde natürlich später vom Pfarrer.

00:08:25: Klingt glaubwürdig Vor allem wenn der Anrufer den Namen eines tatsächlich existierenden Geistlichen benutzt Und offenbar sind bereits mehrere Geschäftsleute darauf hereingefallen.

00:08:37: In Ronchi traf es unter anderem die Betreiber des Café Trieste.

00:08:41: Dort meldete sich ein Mann, der sich als Don Ignacio ausgab.

00:08:45: Er bestellte eine ganze Stange mal pro Leid – marktwert fast siebzig Euro!

00:08:50: Die Zigaretten seien für Jugendliche bestimmt, behauptete der falsche Priester verrückter Ausrede.

00:08:56: Der Wirt besorgte sie und erst danach kam ihm die Sache seltsam

00:08:59: vor.".

00:09:00: Ein Anruf beim echten Don Ignacio brachte die Auflösung.

00:09:05: Der Pfarrer wusste von nichts und er war nicht mal in der Gegend, sondern mit einer Reisegruppe in Umbrieren.

00:09:12: Und das kam gerade eben rein!

00:09:15: Die Pizzeria Algambiro hat dem angeblichen Pfarrern fünf Pizzen geliefert und wartet bis heute auf die Bezahlung.

00:09:23: Offenbar setzen die Betrüger darauf dass kaum jemand einem Pfarr misstraut und bei einer vermeintlich guten Tat erst mal hilft.

00:09:32: Also, wenn der Pfarrer plötzlich telefonisch Pizza, Medikamente oder eine Stange Zigaretten für die Jugend bestellt vielleicht doch lieber einmal zurückrufen!

00:09:43: Ab an den Strand An der oberen Adria liefern sich die Badeorte einen immer härteren Wettbewerb um die Urlauber.

00:09:51: Ich hatte in den letzten Folgen schon ein paar Mal darüber berichtet.

00:09:54: Doch während Jesolo und Grado auf mehr Luxus- und mehr Service setzen, geht Bibione den umgekehrten Weg.

00:10:02: Mehr inklusive weniger Extrakosten – das scheint zu funktionieren!

00:10:07: Bibione ist in diesem Sommer praktisch ausgebucht.

00:10:11: Die durchschnittliche Auslastung liegt bei zweiundneinzig Prozent, siebzehn Prozent höher als im Vorjahr.

00:10:18: Das Rezept klingt simpel.

00:10:20: Parken gratis, Sonnenschirm und liegen zum selben Preis.

00:10:23: Gerade Familien wolle man damit entlasten, sagt der Präsident der Strandbetreiber.

00:10:29: Ein Sonnenschirm kostet einundzwanzig Euro am Tag.

00:10:32: Jedoch Auslastung kann der Preis sinken!

00:10:35: Wer eine Giornata Serena bucht bekommt den Parkplatz gleich kostenlos dazu – das spart zehn Euro pro Tag und die lästige Suche.

00:10:44: Der Erfolg ist sichtbar.

00:10:46: Am Wochenende vor Ferragosto waren in Bibione alle achtzehntausend Sonnenschirme belegt.

00:10:53: Ganz anders die Strategie der Nachbarn.

00:10:56: Jesolo setzt stärker auf zusätzliche Dienstleistungen und in Grado werden die Strände derzeit mit weniger Sonnenschirmen und damit mehr Platz neu organisiert.

00:11:06: Die Bione setzt dagegen auf eine bodenständige Botschaft, Urlaub am Meer darf komfortabel sein aber nicht jede Kleinigkeit muss extra kosten!

00:11:17: Und jetzt ab nach Venedig.

00:11:20: Dort gab es in dieser Woche jede Menge Meldungen.

00:11:23: Vor allem sorgt ein neues Feriendorf für Streit und zwar an einem der empfindlichsten Orte der Lagune.

00:11:31: Auf Palestrina, ganz im Süden der lagune sollen siebenundsebzig Ferienhäuser entstehen.

00:11:36: Der Standort liegt bei Karomang.

00:11:39: Genau dort befindet sich eines der letzten weitgehend unberührten Naturgebiete wenigstens eine geschützte Landschaft mit Dünen, Strand, Pinienwald Feuchtgebieten.

00:11:50: Die italienische Vogelschutzorganisation betreut hier ein Naturreservat, mehr als zweihundert Vogelart leben in dem Gebiet.

00:11:59: Nun soll direkt daneben gebaut werden.

00:12:02: Geplant sind kleine Willen auf dem Gelände eines ehemaligen Feriendorfs – das ist eine wichtige Information.

00:12:08: und es gab also schon einen Feriendorf!

00:12:10: Das Projekt stammt von einer Immobiliengesellschaft aus Sotomarina bei Kjojjam.

00:12:15: Die Häuser sollen jeweils etwa vierundachtzig Quadratmeter groß sein.

00:12:20: Dazu kommen Gärten und Stellplätze.

00:12:23: Die Investoren argumentieren, das Gelände sei bereits bebaut gewesen – man schaffe also keinen völlig neuen Ort aus dem Nichts!

00:12:31: Tourschützer sehen das komplett anders, denn die alte Anlage bestand aus einfachen kleinen Gebäuden.

00:12:38: Das neue Projekt sei wesentlich massiver und vor allem auf touristische Nutzungen ausgelegt.

00:12:45: Aus einem ruhigen Winkel der Lagune könnte ein neuer Ferien-Hotspot werden.

00:12:50: Und, der Widerstand ist enorm!

00:12:53: Eine Petition gegen das Projekt hat bereits zweiundvierzichttausend Unterschriften gesammelt – zum Vergleich auf den gesamten Insel-Palestrina leben nicht einmal viertausende Menschen.

00:13:03: Auch Prominente unterstützen den Protest darunter die Schriftstellerin Donna León.

00:13:09: Der Streit beschäftigt inzwischen auch die Gerichte.

00:13:12: Die Umweltorganisationen haben vor dem Verwaltungsgericht geklagt.

00:13:16: Sie wollen verhindern, dass die Baugenehmigungen endgültig grünes Licht bekommen – besonders pikant!

00:13:24: Noch ist offenbar nicht einmal die komplette Umweltprüfung abgeschlossen.

00:13:28: Die zuständige Behörde der Region Venezien muss die sogenannte strategische Umweltprüfungen noch fertigstellen.

00:13:34: Die Investoren geben sich trotzdem zuversichtlich.

00:13:38: Die Gegner halten dagegen, gerade hier dürfen wir nicht anfangen Natur Stück für Stück in Ferienimmobilien umzuwandeln.

00:13:50: Denn Karo Mang gilt als eine der letzten echten Oasen der benizianischen Lagune – ein Ort an dem Nicht-Hotels-, Restaurants und Souvenir-Läden dominieren sondern Dünnen, Vögel und mehr!

00:14:05: Und damit geht es bei den siebenundsebzig Ferienhäusern letztlich um eine größere Frage….

00:14:11: Wie viel zusätzlichen Tourismus verträgt Venedig noch und wo muss selbst in einem der meistbesuchten Orte der Welt einfach Schluss sein?

00:14:21: Jetzt zu einem Bauvorhaben über das sich auch die Venezianer freuen, denn die Stadt hat eine ihrer großen alten Damen zurück.

00:14:29: Das legendäre Hotel Danieli hat nach seiner Renovierung wieder eröffnet – jetzt als Four Seasons.

00:14:35: Klammer auf!

00:14:36: Billiger ist es damit sicher nicht geworden.

00:14:39: Und wer das Danieli kennt, weiß – Das ist nicht einfach ein Hotel.

00:14:43: Das ist Venetianische Oper!

00:14:46: Direkt an der Riva dell'Iskiavoni, einen paar Schritte vom Markusplatz entfernt, residiert man hier in gleich drei Palazzi.

00:14:53: Das Herzstück ist der Palazzo Dandolo aus dem Jahr fourteenhundertseinundseventig Einstwohnsitz der Venetianschen Adelsfamilie Dandollo.

00:15:02: Für die große Frischzellenkur hat Four Seasons den französischen Innenarchitekten Pierre-Yves Rochon geholt.

00:15:08: Der durfte modernisieren, aber ohne den Danieli seine Seele auszutreiben.

00:15:14: Also gibt es weiterhin venezianische Gotik, Fresken, Marmor und jede Menge Grandetzer.

00:15:21: Dazu Moranoglas und Farben die von der Lagune inspiriert sind – Grün, Hellblau, Terracotta, Ocker- und Pula Rosa.

00:15:30: Das Danieli startet zunächst mit Hundertzwanzig Zimmern und Zwiegen.

00:15:34: Ganz fertig ist die Verwandlung nämlich noch nicht!

00:15:37: Der Palazzo Danielli Excelsior wird weiter restauriert und soll in den letzten Jahren im Jahr.

00:15:44: Auch Wellness-Freunde müssen noch ein bisschen Geduld haben.

00:15:48: Das neue Danielis Bar mit Sauna, Hammam und drei Behandlungsräumen soll Ende dieses Jahres eröffnen!

00:15:55: Schon wieder da ist dagegen eine der schönsten Aussichten Venedics – die Dachterrasse des Daniellis mit Blick auf San Giorgio Maggiore.

00:16:06: Die Arbeiten zogen sich wesentlich länger als ursprünglich vorgesehen hin.

00:16:10: Es war noch von einer Fertigstellung Ende im Jahr und einem Neustart die Rede.

00:16:18: Tatsächlich erfolgt die Wiedereröffnung erst jetzt, ein Jahr später.

00:16:24: Und am Lido von Weniedich gibt es ein Lebenszeichen von einem der berühmtesten verlassenen Hotels Europas!

00:16:31: Das wird meine Producerin freuen – sie ist großer Lido-Fan.

00:16:35: Vor dem legendären Grand Hotel de Berre steht wieder ein Baukran, dazu sind ein Baustellen-Schild und ein Wachcontainer aufgetaucht.

00:16:44: Nach sechzehn Jahren Stillstand klingt das banal – ist es aber nicht!

00:16:49: Denn seit der Schließung zehnt gleich mehrere Anläufe zur Wiederbelebung des Hotels gescheitert.

00:16:56: Das de Berr wurde nineteen Hundert eröffnet und gehörte zu den großen Luxushotels der Bellypock.

00:17:02: Thomas Mann kannte das Haus und ließ sich für seine Novelle, der Tod in Venedig vom Lido inspirieren.

00:17:11: Sein Hotel mit seiner Verfilmung von Morta Venetia entgültig zur Ikone.

00:17:18: Könige, Künstler und internationale Prominenz gingen hier ein-und aus.

00:17:23: Der Niedergang begann ausgerechnet mit einem vermeintlich großen Zukunftsprojekt.

00:17:31: Das Haus wurde nicht einfach renoviert, sondern in die Residenze de Beurre mit Achtundfünfzig Luxuswohnungen verwandelt werden.

00:17:46: Man begann sogar bereits mit dem Umbau.

00:17:49: Teile der Inneneinrichtung wurden entfernt im Gebäude fanden Demontagen und Abbrucharbeiten statt.

00:17:56: Geriet Est Capital in massive Schwierigkeiten klingt auch irgendwie komisch.

00:18:00: Das Projekt wurde gestoppt und zurück blieb ein historisches Hotel, das nun teilweise entkernt war und immer schneller verfehlen.

00:18:09: Historisches Mobiljahr wurde sogar über Online-Auktionen verkauft.

00:18:14: Zwei Tausend Föhrzehn wurde für Est Capital vom italienischen Wirtschaftsministerium die außerordentliche Verwaltung angeordnet.

00:18:22: Zweitausendfünftzehn über Namen Koima die Verwaltung des Immobilienfonds Guido di Venezia due.

00:18:29: Die finanzielle Hinterlassenschaft war gewaltig ein echter Wirtschaftskrimi.

00:18:33: Der Fond hatte nach Angaben von Coima Schulden von insgesamt hundert und dreißig Millionen Euro.

00:18:39: Davon entfielen damals fünfundvierzig Millionen auf den Komplexes de Berre.

00:18:45: Coima verwarf die Idee der Luxuswohnungen, dass de Berne sollte wieder das werden was es einmal war – Ein Hotel!

00:18:54: Über die Jahre wurden dafür immer neue Pläne vorgelegt, unter anderem für ein Haus mit Hundert neunzig Zimmern, Spa-, Park- und erneuertem Strandbereich.

00:19:03: Nur?

00:19:04: Die Finanzierung erwies sich als äußerst schwierig!

00:19:07: In den vergangenen Jahren lag bereits ein Hundertfünfzig Millionen Europlan auf dem Tisch.

00:19:13: Koima hatte einen internationalen Hotelbetreiber ausgewählt und sprach davon, den jahrelangen Verfall endlich zu stoppen.

00:19:21: Aber auch dieser Anlauf brachte noch keine Wiedereröffnung.

00:19:25: Und während Investoren, Banken und Eigentümer verhandelten, arbeitete die Zeit gegen das Gebäude.

00:19:32: Feuchtigkeit- und Wassereinbrüche setzten ihm zu – im Jahr ist es in den nächsten Jahren ein Teil des Dachseins.

00:19:39: Noch im März, im Jahr zum Jahr zum Jungsjahr, berichtete La Nuova Venezia dass zunächst Sicherungs- und Konsolidierungsarbeiten notwendig sein.

00:19:47: macht das Ganze nicht billiger!

00:19:49: Coima gründete gemeinsam mit dem Immobilienentwickler Eagle Hills aus Abu Dhabi, einen neuen Fund und einigte sich mit den Gläubiger Banken.

00:19:57: Der neue Fonds übernahm hundert Prozent der Altschulden des Debares – der nominale Wert der übernommenen Forderungen lag bei vierundfünfzig Millionen Euro.

00:20:08: Hinter dem Projekt stehen nun Coima, Eagle Hills- und zahlreiche institutionelle italienische Investoren.

00:20:14: Auch Jokes.

00:20:15: Gründer Federico Marchetti ist über seine Investmentgesellschaft mit einer Minderheitsbeteiligung dabei.

00:20:22: Jokes muss sich recherchieren, das ist eine Art H&M oder Zara aber komplett online – meine Töchter hätten es vermutlich gewusst!

00:20:31: Für Restaurierung und Wiederbelebung werden inzwischen etwa zweihundert Millionen Euro veranschlagt.

00:20:39: Und jetzt passiert erstmals etwas dass man am Nido tatsächlich sehen kann Baustellenschild, Container und der Kran.

00:20:48: Bauherr ist der Corima de Berne-Fant.

00:20:50: die Planung und Bauleitung liegt beim Venetianischen Architekten Alberto Torcello.

00:20:56: Zunächst geht es um die außerordentliche Instandhaltung und die Sicherung des Gebäudes.

00:21:00: Wenn alles nach Plan läuft soll aus der Ruine also wieder ein Luxusresort werden.

00:21:06: Allerdings braucht man weiterhin Geduld.

00:21:09: Als Ziel für die Wiedereröffnung wird inzwischen Auch der künftige Hotelbetreiber war zuletzt noch nicht endgültig bekannt gegeben.

00:21:19: Das Debert wäre dann volle zwanzig Jahre geschlossen gewesen und vielleicht ist genau deshalb der unscheinbare Kran vor dem Gebäude derzeit die eigentliche Nachricht.

00:21:30: nach Luxuswohnungen, Baustops, Schuldenwerken, neuen Fonds, neuen Investoren und immer neuen Wiedereröffnungsplänen wird am Debert erstmals seit Jahren wieder sichtbar gebaut.

00:21:44: Wir drücken die Daun.

00:21:46: Und die letzte Meldung aus Venedig?

00:21:49: Die Stadt hat ihr weltweit viel beachtetes Experiment mit der Eintrittsgebühr für Tagesgäste ausgewertet.

00:21:56: An insgesamt sechzig Tagen in diesem Jahr mussten Besucher, die nur für einen Tag in die Lagunenstadtkramen eintritt bezahlen.

00:22:04: Das Ergebnis – fast sechshundertachzig tausend Tickets wurden verkauft und mehr als fünf Komma zwei Millionen Euro eingenommen!

00:22:12: Bemerkenswert ist allerdings noch etwas anderes.

00:22:14: Nur an einem einzigen Tag überschritt die Zahl der zahlenden Tagesgäste, die Marke von zwanzigtausend.

00:22:21: Offenbar hat das Reservierungssystem tatsächlich dazu beigetragen, die Besucherströme etwas gleichmäßiger zu verteilen – eine gute Nachricht!

00:22:31: Ob das Experiment langfristig erfolgt hat?

00:22:34: Darüber wird den Venedig weiter gestritten.

00:22:36: Die einen loben die bessere Steuerung des Tourismus und die zusätzlichen Einnahmen für die Stadt.

00:22:42: Andere halten das System für bürokratisch und befürchten, dass Vinierlich immer mehr zu einem Freilichtmuseum mit Eintrittskasse wird.

00:22:50: Fest steht kaum eine andere Stadt der Welt experimentiert so konsequent mit neuen Ideen gegen den Massentourismus – aber es muss ja auch sein!

00:23:06: Reden wir übers Wetter.

00:23:08: In Italien bringt die Hitze jetzt sogar die Banken ins Schwitzen Und zwar Banken in denen es ziemlich würzig riecht.

00:23:17: In der Emilia-Romania lagern nämlich hunderttausende Leibe Parmigiano-Riggiano als Kreditsicherheit.

00:23:23: Das ist kein Witz!

00:23:25: Die Banken akzeptieren Parmesan schon seit neunzehnundfünfzig als Pfand für Darlehen an Käseproduzenten, das betrifft mehr als eine halbe Million Leibe – Wert mehr als dreihundert Millionen Euro.

00:23:39: Das Prinzip ist so einfach wie genial.

00:23:42: Parmesan muss mindestens zwölf Monate reifen, oft aber zwei.

00:23:46: oder drei Jahre.

00:23:48: In dieser Zeit steckt das Geld der Produzenten praktisch im Käse fest, also gibt die Bank ihnen schon vorher einen Kredit – als Sicherheit bekommt sie den Parmesan!

00:23:58: Die Produzentin erhalten dabei typischerweise sechzig bis achtzig Prozent des Werts eines Leibes vorab.

00:24:04: Doch ausgerechnet dieses ure-italienische Finanzmodell bekommt jetzt ein Hitzeproblem.

00:24:11: Die extremen Temperaturen treiben die Kühlkosten der Lager kräftig nach oben.

00:24:16: Der tägliche Energieverbrauch sei durch die diesjährigen Hitzewellen um dreißig Prozent gestiegen.

00:24:22: Also werden Kühlanlagen modernisiert, Lager besser isoliert und erneuerbare Energien ausgebaut.

00:24:29: Noch problematischer ist allerdings das andere Ende der Parmesanproduktion – die Kuh!

00:24:35: Denn auch Kühe finden vierzig Grad nicht besonders appetitanregend.

00:24:40: Bei großer Hitze bewegen sie sich weniger, fressen weniger und geben weniger Milch.

00:24:46: Die Milchproduktion kann dadurch um bis zu zehn Prozent sinken.

00:24:50: Italians Bauernverband meldete Anfang August einen Rückgang der Milch-Produktion um zehn Prozent und damit wird die Hitze für eine ziemlich große Branche zum Problem.

00:25:01: Parmigiano Reggiano allein steht für ein Jahresumsatz von vier Milliarden Euro, Italien produziert jedes Jahr etwa vier Millionen Parmesan Leibe.

00:25:11: Klimawandel trifft hier also Kuhstall Käsekeller und Kreditgeschäft Gleichzeitig.

00:25:17: Und wer bislang dachte, sein Geld liege sicher auf der Bank kann in Italien hinzufügen.

00:25:22: Manchmal liegt es auch einfach thirty-six Monate im Regal und reift vor sich hin!

00:25:28: Und jetzt zu unserem Schwerpunktthema Sind Italiener die besseren Hitzemenschen?

00:25:35: Vorweg muss ich euch nicht erzählen ihr schaut die Nachrichten.

00:25:39: Auch Italien leidet massiv unter der Hitze und in diesem Sommer ganz besonders.

00:25:45: Vor allem die Landwirtschaft bekommt die Kombination aus hohen Temperaturen und Trockenheit zu spüren.

00:25:51: Mais, Soja, Obstgemüse, Wein- und Tierhaltung stehen unter Stress.

00:25:56: Es gibt erhebliche Ernte einbußen bei Mais sogar regional Totalausfälle.

00:26:03: Also nein Italiener sind keineswegs immun gegen thirty acht oder vierzig Grad Aber vielleicht können sie ein kleines bisschen besser damit umgehen nicht genetisch sondern Kulturell.

00:26:15: Denn wer seit Jahrhunderten mit mediterranem Sommer lebt, entwickelt ein paar Tricks die ich nicht nur in diesem Sommer gut beobachten konnte.

00:26:24: Trick Nummer eins – mittags macht man langsam!

00:26:28: Der berühmte Riposo.

00:26:30: Geschäfte zu, Rollläden runter, Menschen verschwunden.

00:26:33: Was Nordeuropäern früher wie eine merkwürdige Arbeitsmoral vorkam erscheint bei neununddreißig Grad plötzlich wie angewandte Klimawissenschaft.

00:26:42: Warum um vierzehn Uhr hektisch werden wenn man um einundzwanzig Uhr noch draußen sitzen kann.

00:26:48: Und die CS da ist auch was Schönes, ich erinnere an Winston Churchill kein Italiener aber auch ein großer Verfechter des Mittagsschlafs.

00:26:55: Er sagte Man kriegt einfach mehr in den Tag unter Wenn man einmal eine kurze Pause macht.

00:27:00: und mittags Schlaf heißt sie auch nicht.

00:27:01: zwei Stunden lang auf dem Sofa schnarchen heißt Einfach nur sich mal kurz hinlegen Kurz Augen zu kurz durchatmen.

00:27:08: Trick Nummer Zwei Die Häuser.

00:27:11: Traditionelle italienische Altstierte bestehen eben nicht aus riesigen Glaspalästen.

00:27:16: Dicke Mauern, kleine Fenster, Fensterläden, Innenhöfe, enge Gassen und viel Schatten!

00:27:23: Ein mittelalterlicher Borgo ist vielleicht nicht barrierefrei aber erstaunlich hitzetauglich.

00:27:29: Trick Nummer drei – Klimaanlagen.

00:27:32: Die Italiener haben kräftig nachgerüstet.

00:27:35: Fast sechzig Prozent der Haushalte verfügen inzwischen über mindestens ein Kühlsystem.

00:27:42: Waren es erst dreißig Prozent.

00:27:44: Auf Sizilien sind es sogar seventy-fünf Prozent, auf Sardinien siebenundsechzig Prozent.

00:27:50: Trick Nummer vier ist schwer zu kopieren.

00:27:53: Italien hat ziemlich viel mehr!

00:27:56: Wer kann fährt hin oder zumindest raus aus der aufgeheizten Stadt?

00:28:00: Übrigens ich spreche aus eigener Erfahrung.

00:28:02: Schlimmste Stadt im Hochsommer ist Florenz mit seiner Lage in Talkessel und weit weg von jedem Meer.

00:28:10: unbedingt Meiden.

00:28:12: Und dann gibt es noch die kleinen Dinge – Schatten suchen, spät essen, abends leben, mittags keine Heldentage vollbringen!

00:28:19: Vielleicht lautet die italienische Hitze-Strategie deshalb schlicht, kämpfe nicht gegen den Sommer, organisiere deinen Tag um ihn herum und immer schön im Schatten bleiben mit einem Espresso der natürlich heiß ist.

00:28:35: Apropos, Espresse unter Sternen isst in Österreich im vierten Monat auf der Bestsellerliste und in Deutschland Aufsteiger Nummer zwei aller Sachbücher.

00:28:45: Wow!

00:28:46: All das ist für ein Buch, sogar für einen Bestseller extrem selten und bedeutet dass es von der Mundpropaganda lebt.

00:28:53: mit anderen Worten viele von euch haben es gelesen gemocht und weiter empfohlen.

00:28:59: freut mich riesig.

00:29:00: danke.

00:29:02: zurück zur Hitze.

00:29:03: In der letzten Folge hatte ich von den Pilz-und Trüffelprobleme gesprochen.

00:29:08: Wie kommen die Weinreben in Italien mit dem extrem heißen und trockenen Sommer zurecht?

00:29:13: Die kurze Antwort lautet, erstaunlich gut.

00:29:17: Aber nicht alle gleichgut!

00:29:19: Es gibt sogar Gewinner.

00:29:21: Weinregen gehören zu den Trockenheitsverträglichsten Kulturpflanzen.

00:29:25: Oh, das war das längste Wort was ich hier in diesem Podcast gesagt habe.

00:29:29: Trockenheizverträglicht.

00:29:31: Mit ihren tiefen Wurzeln können ältere Rebstöcke Wasser aus mehreren Metern tiefe erschießen.

00:29:37: Dennoch geraten sie bei langanhaltender Hitze und ausbleidendem Regen, zunehmend an ihre Grenzen.

00:29:43: Ab etwa thirty-fünf Grad beginnt die Rebe sich zu schützen.

00:29:47: Sie schließt ihre Spaltöffnungen um Wasserverlust zu verringern.

00:29:50: Dadurch sinkt die Fotosynthese – das Wachstum verlangsam sich!

00:29:55: Bei mehreren Tagen mit Temperaturen über achtunddreißig bis vierzig Grad können Bären Sonnenbrand bekommen so wie wir oder sogar eintrocknen.

00:30:04: Gleichzeitig steigt der Zuckergehalt schneller während die Säure schneller abgebaut wird.

00:30:09: Das führt zu Alkoholreicheren oft weniger frischen Weinen, aber wie gesagt es gibt auch Gewinner darunter Cabernet Sauvignon.

00:30:19: Diese Sorte eine der beliebtesten weltweit Markwärme und braucht lange um richtig reif zu werden.

00:30:26: ein heißer trockener Sommer hilft ihr dabei!

00:30:29: Für Wein Nerds die Tannine werden.

00:30:31: angenehmer Unreifer-Kabernet kann ziemlich herb und grün schmecken.

00:30:36: Bei guter Reife werden die Tanine weicher, der Wein wirkt voller.

00:30:41: Wärme fördert Aromen wie Brombeere und dunkle Kirsche.

00:30:46: Und hat die Rebe etwas Wasserstress steckt sie weniger Energie in Blätter und Wachstum.

00:30:51: Die Beeren bleiben häufig kleiner wodurch Schale und Aromasstoffe im Verhältnis zum Saft stärker ins Gewicht fallen.

00:30:59: Weniger Regen bedeutet auch gesündere Trauben.

00:31:02: Besonders kurz vor der Lese ist Trockenheit hilfreich, weil weniger Vollnis entsteht und Regen die Beeren nicht aufquellen lässt.

00:31:11: Und ein heißer trockener Sommer reduziert den Druck durch Pilzkankheiten wie Mehltau erheblich.

00:31:18: also es gibt auch gute Nachrichten aus der Hitze.

00:31:22: Dennoch was bedeutet das für Italien?

00:31:24: langfristig verschiebt sich der Weinbau.

00:31:26: höhere lagen in Südtirol Friaul oder den Erputzen gewinnen an Bedeutung.

00:31:31: In traditionellen Hitzegebieten wie Zizilien, Apulien werden trockenheitsresistente Sorten und neue Anbaumethoden immer wichtiger.

00:31:41: Einige klassische Weinstile verändern sich – mehr Alkohol, weniger Säure und oft reifere Fruchtaromen.

00:31:48: Studien aus dem Kolio zeigen allerdings ich berichtete dass die Auswirkungen je nach Rebsorte deutlich unterscheiden.

00:31:55: Manche Weißweine reagieren empfindlicher andere Sorten profitieren sogar von den wärmeren Bedingungen, was doch eine ziemlich Überraschung für Weißweiner ist.

00:32:04: Dazu passt noch die Leserin.

00:32:06: infrage von Claudia, liebe Grüße!

00:32:08: Was sagen Italienerinnen und Italienern eigentlich zu alkoholfreiem Wein?

00:32:12: Ich frage für deine Freunde Ja ich mache auch immer mal Alkoholpausen Und in Deutschland oder in Österreich decke ich mich dann tatsächlich mit alkoholfreem Wein ein.

00:32:22: Ich finde da es inzwischen viel passiert Es ist nicht so weit wie das alkohofreie Bier gut trinkbar finde.

00:32:29: Also in Italien ist alkoholfreier Wein noch nicht so recht angekommen, alkoholfreies Bier dagegen schon.

00:32:37: insgesamt geht aber auch hier die Tendenz zu Mocktails und Null Komma.

00:32:41: Null Prozent getränken weil Italiener ja nicht zum Exzesseneigen.

00:32:46: jedenfalls nicht beim Alkohol ist die Notwendigkeit zur alkohofreiem Wein vielleicht nicht ganz so hoch!

00:32:54: Und zum Schluss noch ein Sprung ins Meer.

00:32:57: Vor der Küste von Trieste gibt es in diesen Tagen eine kleine Sensation.

00:33:03: Entdeckt wurden keine Delfine und auch kein versuchendes Schiff, sondern dreiundzwanzig junge Exemplare der edlen Steckmuschel – das klingt zunächst wenig spektakulär ist für Meeresbiologen aber ungefähr so als würde plötzlich ein fast ausgestorbenes Tier wieder vor der Haustür auftauchen!

00:33:22: Die edle Steckmusche kann mehr als einen Meter groß werden und isst die größte Musche des Mittelmeers.

00:33:27: Jahrzehntelang gehörte sie ganz selbstverständlich zum Leben unter Wasser.

00:33:32: Dann kam ein eingeschleppter Parasit, der innerhalb weniger Jahre fast den gesamten Bestand vernichtete.

00:33:39: In manchen Regionen verschwanden mehr als neunundneunzig Prozent der Tiere.

00:33:44: Umso größer ist jetzt die Freude über den Fund zwischen Miramahre und Augesina.

00:33:49: Die jungen Muscheln gelten als Hoffnungsträger für die Zukunft – Sie filtern das Meerwasser schaffen Lebensraum für viele andere Arten und sind ein wichtiger Baustein des Ökosystems.

00:34:01: Die Wissenschaftler beobachten die Tiere nun ganz genau und hoffen, dass sie umgestört heranwachsen können.

00:34:07: Für Badegäste heißt das – wer vortriegt erst ins Wasser geht, stimmt vielleicht über einer kleinen Erfolgsgeschichte des Naturschutzes.

00:34:15: Man sieht sie zwar kaum aber manchmal sind gerade die stillsten Nachrichten die schönsten!

00:34:21: So….

00:34:22: Das war's für heute.

00:34:24: Was?

00:34:24: Gibt es Neues von Schreibtisch?

00:34:26: Jeden Freitag bekommt ihr von mir die Mediterranean-Wochenschau auf postausitalien.com mit Neuigkeiten aus Grado und der Adria, kostenlos und werbefrei natürlich!

00:34:37: Ihr könnt die Mediterranean Wochenschow ganz einfach oben auf der Startseite bei postausItalian.com abonnieren.

00:34:44: Apropos abonnieren, abonniert oder folgt auch diesem Podcast – und empfehlt ihn gern an gute Freundinnen und Freunde weiter.

00:34:54: Auf Instagram findet ihr mich unter Buch und Wein.

00:34:57: Dort gibt es kleine Filme über mein Leben in Italien.

00:35:00: Mein letzter Film, gerade aus dem letzten Geheimtipp, hat inzwischen zwischen twenty-fünfundtausend Aufrufe.

00:35:05: völlig verrückt.

00:35:05: Schaut mal rein!

00:35:06: Dort bleibt ja auch über alle meine Projekte auf dem Laufenden.

00:35:10: Aber jetzt erstmal einen Kaffee bei Pino – bis bald.

00:35:16: und immer schön Deutsche Wieder bleiben.

00:35:28: Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert den Podcast und lasst uns eine Bewertung da.

00:35:33: Das hilft uns noch mehr Menschen zu begeistern!

00:35:36: Für mehr Italienitar folgt mir auf Instagram oder besucht meinen Blog postausitalien.com.

00:35:43: Grazie mille und bis zur nächsten Folge.

Kommentare (1)

Martin Hofmann

Hallo Herr Maiwald, Sehr schöne Episode. Nachdem auch gefühlte Nebenkriegsschauplätze wie alkoholfreier Wein behandelt wurden, könnte man das Augenmerk doch mal auf dringende Probleme der maritimen Verkehrsinfrastruktur in Grado lenken. Insbesonders Informationen zu Kurzzeitliegeplätzen und Befahrbarkeit der Kanäle in der Lagune. Liebe Grüsse aus Lignano Mit freundlichen Grüßen Hm

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.