#44: Sind Italiener reicher als wir?
Shownotes
Hier kommen die bunten Neuigkeiten von der oberen Adria, darunter:
- Die Luxusyacht vor Grado
- Der garstige Gast in Venedig
- Triest und die schönste Liebesgeschichte des Sommers
- Jesolos Gastronomen jammern
- Pilze und Trüffeln fehlen!
- Tripadvisor & Co: Kritik nur noch gegen Beleg?
- Küchentipp: Holz- oder Plastikbretter?
Schwerpunktthema dieser Folge:
- Sind Italiener reicher als wir? Von der Magie des Wohneigentums
Außerdem gibt es Italien-Themen für Kenner, darunter:
- Die Blaukrabbe bekommt Ärger von zwei Seiten
- Aquileia bekommt eine Umgehungsstraße
- »Grado 3« bleibt weiter ohne Käufer
- Drohnenspektakel auf Triests Hauptplatz
Das berühmteste Liebesfoto Italiens findet ihr in meiner aktuellen Mediterranen Wochenschau.
Mein aktuelles Buch heißt »Espresso unter Sternen – eine Reise in Sachen Glück«. Hier steht mehr.
Fragen, Wünsche, Anregungen? Wen wollt ihr mal als Gast hören, welche Themen soll ich mir vornehmen, was würdet ihr wirklich gern wissen? Schreibt mir: radioadria@gmx.de
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Der Podcast ist eine Produktion von www.studiovenezia.de
Transkript anzeigen
00:00:06: Buongiorno und herzlich willkommen bei Radio Adria, dem Podcast aus Italien.
00:00:11: Hier dreht sich alles um la Deutsche Vita – um das Lebensgefühl zwischen Espresso und Apparativo, um die kleinen Geheimnisse und großen Geschichten dieses wunderbaren Landes!
00:00:22: Ich bin Stefan Maywald, Autor- und Wahlitaliener aus Grado und ich nehme euch mit auf eine Reise voller Sonne Genuss und Italianità also zurücklehnen entspannen und ein bisschen Italien ins Leben lassen.
00:00:37: Andiamo!
00:00:45: Buongiorno aus Grado, ich hoffe es hat bei euch inzwischen ein bisschen geregnet.
00:00:50: wir sind noch im voll heißen Sommer aber wir machen das Beste draus.
00:00:56: so muss es doch sein.
00:00:59: obwohl so langsam könnte ist mal richtig schön.
00:01:02: einen ganzen Tag lang schütten hätten wir alle nichts dagegen.
00:01:06: Ich meine, das Eis am Stiel gestern ist vom Weg von der Strandbar zur Strandliege komplett geschmolzen.
00:01:13: Das ist doch kein Leben!
00:01:16: Was erwartet euch in dieser Folge?
00:01:19: Die Luxusjacht vor Grado Der rabiate Idiot von Venedig fehlende Pilze im Wald Jesolos Gastronomen jammern Kritik nur gegen Beleg Ein Küchentipp Holz oder Plastikbretter Die schönste Liebesgeschichte des Sommers, die Blaukrabe bekommt Ärger von zwei Seiten.
00:01:44: und das Schwerpunktthema dieses Mal sind Italiener reicher als wir.
00:01:51: Apropos Reichtum starten wir gleich mal Nobel in diese Folge!
00:01:56: Am letzten Wochenende haben wir vor Grado erkannt.
00:01:59: irgendjemand hat gerade sehr viel Geld für den Sommerurlaub ausgegeben Denn die Superjacht Firebird dümpelte vor dem Hauptstrand.
00:02:08: Die gehört zur absoluten Weltklasse der Superjachten und das war ein echt coole Anblick!
00:02:14: Die Firebird ist siebzig Meter lang, wurde auf den niederländischen Werft Fatship für einen russischen Milliardär gebaut – und trug ursprünglich den Namen Anna.
00:02:25: Der Kaufpreis damals sechzig Millionen Euro.
00:02:29: Vor wenigen Jahren kehrte sie sogar zu ihrer Geburtswerf zurück….
00:02:32: …für eine Generalüberholung.
00:02:34: Dabei wurde das Heck um zweieinhalb Meter verlängert, das gesamte Innere neu gestaltet.
00:02:40: Das Sonnendeck komplett umgebaut, technisch alles modernisiert und die Yacht von Bug bis Heck neu lackiert – ein Facelifting, dass einen zweistelligen Millionenbetrag kostete!
00:02:52: Und was bietet diese Yacht?
00:02:54: Unter anderem Platz für zwölf Gäste in luxuriösen Sweeten betreut von einer Crew mit bis zu neunzehn Mitgliedern.
00:03:02: Es gibt einen Helikopterlandeplatz, what else?
00:03:06: Ein großes Fitnessstudio.
00:03:07: Einen Spa mit Hamam sagt man spa oder spa?
00:03:11: ich sag mal spa und Dampfbad ein Sonnendeck mit Whirlpool sowie mehrere Launges die sich je nach Anlass in Kino Partyraum oder Speisesaal verwandeln lassen.
00:03:23: Besonders spektakulär ist die mehrstückige Aigner Suite mit Privatdeck.
00:03:28: Technisch ist die Firebird ebenfalls beeindruckend.
00:03:32: Zwei Dieselmotoren mit zusammen mehr als fünftausend dreihundert PS bringen die Yacht auf siebzehn Knoten Höchstgeschwindigkeit für Landratten, dreißig kmH.
00:03:42: Mit einem Tankinhalt von über hundertsechzig tausend Litern Diesel schafft sie fünftausend bis sehmeilen also problemlos den Sprung über den Atlantik.
00:03:53: und was kostet dieses Vergnügen?
00:03:55: Kaufen lässt sich die Firebird derzeit nicht!
00:04:00: Wer sie chartern möchte, muss allerdings tief durchatmen.
00:04:04: In der Hauptsaison beginnt der Wochenpreis bei etwa sixhundertfünfundneunzigtausend Euro ohne Treibstoff, Hafengebühren, Verpflegung und weitere Nebenkosten.
00:04:15: Dafür wird noch einmal ein Aufschlag von so dreißig bis fünfundreißig Prozent fällig.
00:04:19: machen wir es rund unter einer Million pro Woche ist sie nicht zu bekommen.
00:04:26: Während wir in Grado darüber nachdenken, ob wir heute lieber Pizza oder Pasta essen, fragt sich dort am Horizont vermutlich gerade jemand.
00:04:34: Ob der Champagner mit dem Helikopter oder lieber per Beiboot geliefert werden soll?
00:04:41: Wer der Mieter dieser Yacht war ist unbekannt – aber wenn es sich herausstellt liefere ich sofort nach!
00:04:54: Wenn ihr im Sommer nach Grado fahrt kennt ihr das Schauspiel.
00:04:58: Kaum beginnt das Wochenende, rollt eine endlose Blechlawine durch Aquileia.
00:05:03: Vorbei an der berühmten Basilika mitten durch einer der bedeutendsten Ausgrabungsstätten des Römischen Reiches – wenn man mal drüber nachdenkt wirklich bizarr!
00:05:12: Doch jetzt könnte sich nach Jahrzehnten endlich etwas bewegen... Die Region Friaul-Jule Schwänäzien hat grünes Licht für eine Umgehungsstraße gegeben….
00:05:25: Genehmigt wurde zwar erst die Untersuchung verschiedener Trassenvarianten, aber das Ziel ist klar.
00:05:31: Der Durchgangsverkehr soll künftig nicht mehr direkt durch Aquileerrollen sondern vorbeigeführt werden.
00:05:38: Siebzig Millionen Euro soll das Projekt kosten – so viel wie die Superjacht vor Grado!
00:05:43: Und darüber wurde jahrelang gestritten, denn jede mögliche Trasse hatte ihre Gegner klar.
00:05:50: Die einen wollten die Landwirtschaft schützen, die anderen die Natur Wieder andere, vor allem die einzigartigen archäologischen Schätze Aquileias.
00:05:59: Schließlich liegt unter fast jedem Acker noch römische Geschichte verborgen.
00:06:05: Regionalrätin Christina Amirante spricht von einem entscheidenden Schritt – Die neue Lösung verbindet den Schutz des UNESCO-Welterbes mit einer besseren Verkehrssicherheit und einer modernen Infrastruktur.
00:06:18: Auch Aquileas Bürgermeister Emanuele Zorino ist begeistert.
00:06:22: für ihn ist die Umgehungsstraße eine historische Chance, die Stadt endlich vom Durchgangsverkehr zu befreien.
00:06:30: Und das wäre tatsächlich ein Gewinn!
00:06:34: Aquileia – ihr wisst es vielleicht – war eines der größten Städte des römischen Reiches mit Schätzungsweise bis zu hunderttausend Einwohnern.
00:06:43: Heute spazieren Besucher zwischen den Ausgrabungen den Römischen Säulen und den weltberühmten Mosaiken der Basilika.
00:06:50: dass sich gleichzeitig Wohnmobile Doktorräder und Lastwagen durch den Ort quälen, wirkt seit Jahren wie ein Anakronismus.
00:06:58: Bis allerdings die ersten Autos tatsächlich über die neue Straße rollen wird noch einige Zeit vergehen.
00:07:06: Auf die jetzt genehmigte Machbarkeitsprüfung folgen die Detailplanungen, Umweltprüfungen, Genehmigungen und schließlich die Ausschreibung der Bauarbeiten.
00:07:16: Aber nach vielen Jahren Stillstand haben die Menschen in Aquileia erstmals das Gefühl diesmal könnte aus der Umgehungsstraße tatsächlich mehr werden als nur ein weiterer Ordner im Planungsregal.
00:07:31: Apropos Planung, es gibt Grundstücke die werden von Jahr zu Jahr wertvoller und dann gibt es gerade drei.
00:07:39: Gerade ist nämlich auch die dritte Versteigerung der riesigen Fläche direkt am Strand geplatzt.
00:07:45: kein Bieter niemand hob die virtuelle Hand.
00:07:48: dabei reden wir nicht über irgendeinen Acker, sondern über eines der größten Entwicklungsgebiete der Adria.
00:07:55: Das Gelände umfasst zweihundertsechzig tausend Quadratmeter also fast siebenundzwanzig Hektar.
00:08:02: Es liegt zwischen Cittajardino und Derpineta dort wo heute der Rad- und Fußweg entlang führt.
00:08:08: Wer dort vorbeikommt sieht vor allem Gestrüpp, Hüsche und einen Zaun.
00:08:13: Ursprünglich war das Areal mit sechsundachtzig Millionen Euro bewertet worden.
00:08:18: Bei der ersten Auktion wollte niemand zugreifen.
00:08:22: Also wurde der Preis gesenkt, auch bei der zweiten Auktions.
00:08:26: Niemand!
00:08:27: Jetzt scheiterte die dritte Runde.
00:08:30: Die vierte Versteigerung soll im Herbst stattfinden und dann dürfte der Preis auf etwa forty- vierzig Millionen Euro sinken das Mindestgebot sogar auf rund dreiunddreißig Millionen.
00:08:42: Kleines Rechenbeispiel wenn sich der Preis immer weiter halbieren würde Läge das Grundstück nach der neunzehnten Runde theoretisch bei gerade einmal sechshundert und seventy Euro.
00:08:51: Da könnte man ja dann mal darüber nachdenken, gut ganz so weit wird es wohl nicht kommen denn Interesse gibt es offenbar auch aus dem deutschsprachigen Ausland.
00:09:02: Das Problem ist dass der Käufer anschließend noch kräftig investieren muss.
00:09:07: Das Gelände muss aufgeschüttet erschlossen und komplett entwickelt werden.
00:09:12: allein diese arbeiten verschlingen noch einmal Millionen.
00:09:16: Nach dem gelten Bebauungsplan sollen dort später Wohnungen und touristische Einrichtungen entstehen, ungefähr im Verhältnis sechzig zu vierzig.
00:09:25: Die Geschichte des Geländes reicht übrigens viele Jahre zurück.
00:09:29: Schon der inzwischen verstorbene Unternehmer Maurizio Zamparini träumte von einer völlig neuen Stadt – der Zamparinis City!
00:09:37: Aus den Plänen wurde nie etwas.
00:09:40: Auch das Nachfolgeprojekt Grado III blieb bislang ein Traum, oder nennen wir es lieber Grado Trè.
00:09:47: Und so wartet eines der spannendsten Grundstücke Norditaliens weiter auf seinen Käufer!
00:09:54: Vielleicht braucht es einfach noch ein paar Auktionen?
00:09:56: Oder jemanden, der bei sixhundertsechzeig Euro endlich sagt ach komm nehm ich.
00:10:03: Schlechte Nachrichten für Genießer.
00:10:06: Wer in diesen Tagen mit Korb und Messer in die Wälder zieht, braucht ganz viel Geduld Denn Pilze sind in diesem Sommer im Friaul fast so selten wie ein freier Parkplatz in Gradung.
00:10:18: Der Grund?
00:10:19: Seit Wochen ist es viel zu heiß und viel zu trocken, denn Pilzen fehlt das was sie zum Wachsen brauchen – Feuchtigkeit!
00:10:28: Die Folge unterhalb von etwa µm ist Schluss.
00:10:33: Steinpilze, Pfefferlinge und viele andere Arten sind derzeit fast nur noch in höheren Lagen der karnischen Alpen und der jüdlichen Alpen zu finden.
00:10:40: Dort wo es in den vergangenen Wochen wenigstens etwas mehr geregnet hat!
00:10:45: Der Mikrobiologe Umberto Zanghi spricht sogar von einem schwarzen Sommer für Pilzfreunde.
00:10:51: Selbst Arten die normalerweise als besonders robust gelten lassen sich kaum blicken.
00:10:57: Dabei gibt es durchaus Hoffnung dass eigentliche Pilzgeflecht das sogenannte Myzel lebt unter der Erde weiter.
00:11:05: Es wartet nur auf ergiebigen Regen!
00:11:07: Kommt, der im August oder September kann es innerhalb weniger Tage regelrecht explodieren und plötzlich schießen überall die Pilze aus dem Boden.
00:11:17: Allerdings appellieren die Experten auch an die Vernunft der Sammler.
00:11:21: Wer endlich einen guten Platz entdeckt sollte nicht gleich alles abernten.
00:11:26: Pilze brauchen Zeit um ihre Spuren zu verbreiten und sich zu vermehren.
00:11:33: Die Behörden klagen, manche Hobby-Sammler vergessen offenbar sämtliche Regeln sobald sie einen Pilz entdecken.
00:11:39: Da werden Privatgrundstücke betreten, da Torschutzgebiete ignoriert oder mehr Pilze mitgenommen als erlaubt.
00:11:46: Dabei gelten im Friaul klare Vorschriften.
00:11:49: Je nach Gebiet dürfen pro Person meist maximal drei Kilogramm Pilze pro Tag gesammelt werden und vielerorts braucht man dafür sogar eine kostenpflichtige Sammelgenehmigung.
00:12:01: Jetzt wird's dramatisch nicht viel besser, sieht es bei den Trüffeln aus.
00:12:04: Auch sie leiden unter der Trockenheit.
00:12:07: Vor allem der begehrte Sommertrüffel fällt in vielen Regionen kleiner aus und ist deutlich schwerer zu finden.
00:12:13: Die Preise könnten im Herbst massiv steigen falls der Regen weiter ausbleibt.
00:12:19: Der berühmte weiße Alba-Trüffl hat seine Hauptsaison zwar erst ab Oktober doch auch er ist auf Regen in den Sommermonaten angewiesen.
00:12:28: Die gute Nachricht lautet also Noch ist nicht alles verloren.
00:12:32: Ein paar kräftige Regentage könnten die Wälder in wenigen Wochen wieder in ein Paradies für Pilzsucher verwandeln.
00:12:40: Zurück ans Meer!
00:12:41: Ich habe es doch schon immer gesagt... Der Strand ist brechenvoll, auf der Promenade schiebt man sich Schulter an Schulter vorbei und trotzdem klagen die Gastronomen – die Restaurants bleiben leer.
00:12:53: Genau das beobachtet man in diesem Sommer in Jesolo.
00:12:57: Die Hotels sind gut gefüllt, die Strände ebenfalls Doch viele Urlauber geben deutlich weniger Geld aus.
00:13:04: Und, ehrlich gesagt ganz überrascht mich das nicht!
00:13:07: Ich habe in den vergangenen Podcast-Folgen ja immer wieder vor der Preisschraube an der Adria gewarnt.
00:13:13: Irgendwann ist einfach der Punkt erreicht, an dem viele Urlauber sagen jetzt reicht's.
00:13:19: In Jesolo sieht man die Folgen inzwischen deutlich.
00:13:22: Mittags bleiben viele Restaurants halb leer.
00:13:25: Statt Pizza oder Fischrestaurant heißt es zurück ins Apartment.
00:13:29: dort wird selbst gekocht oder das mitgebrachte Sandwich ausgepackt.
00:13:33: Und zum Apparativo?
00:13:35: Da wandert nicht selten die Kühltasche an den Strand!
00:13:38: Eiswürfel, Prusseco aus dem Supermarkt, Plastikbecher... Fertig ist der Duidio Self-Spritz mit mehr Blick.
00:13:45: Die Strandbars berichten zwar weiterhin von vielen Gästen aber bestellt wird oft nur eingetränkt statt zwei oder drei.
00:13:52: und wer früher noch eine Kleinigkeit gegessen hätte spart sich inzwischen auch das.
00:13:58: Sicher spielt bei all dem auch die extreme Hitze eine Rolle, dazu in der nächsten Folge mehr.
00:14:04: Der Präsident des Tourismusverbandes Jesolo-Tourismo bringt es auf den Punkt – der Tourismus verändert sich?
00:14:09: Die Gäste sind da aber sie konsumieren vorsichtiger!
00:14:14: Ein weiterer Grund viele Ferienwohnungen haben heute eine gut ausgestattete Küche.
00:14:20: Wer für eine Familie jeden Abend hundertzwanzig oder hundertfünfzig Euro im Restaurant lassen musste rechnet inzwischen genauer nach.
00:14:28: Hinzu kommt, die Urlauber bleiben oft kürzer.
00:14:32: Die Hoteliers bestätigen den Trend ebenfalls – die Auslastung stimmt!
00:14:36: Aber die Gäste buchen kurzfristiger, achten stärker auf Angebote und verzichten häufiger auf Hype-Pension oder All Inclusive.
00:14:45: Das betrifft viele Urlaubsorte an der oberen Adria von Bibione über Lignano bis hin nach Grado wo ich es jetzt Mitte August täglich sehe.
00:14:54: Die Menschen fahren weiterhin sehr gerne nach Italien Sie machen aber nicht mehr jede Preiserhöhung mit.
00:15:01: Vielleicht ist dieser Sommer deshalb auch ein kleiner Denkzettel, denn Tourismus funktioniert eben nicht nach dem Motto höhere Preise gleich höhere Einnahmen.
00:15:11: Manchmal passiert genau das Gegenteil!
00:15:21: Was für eine Meldung aus Venedig?
00:15:24: Solche Touristen sollten doch gern für immer zu Hause bleiben.
00:15:27: Wenn ihr regelmäßig mit dem Vaporetto durch Venedigh-Fahrt kennt ihr das – Gedränge, Koffer Touristen und manchmal auch schlechte Laune.
00:15:37: Doch was sich jetzt an der Haltestelle Zitelle auf der Insel Giudecca abgespielt hat, unfassbar!
00:15:43: Ein Fahrgast geriet mit einem Angestelltenes Vaporettos aneinander – offenbar sollte der Gast andere Passagiere nicht behindern.
00:15:51: Daraufhin viel vom Passagier, der berühmte Satz «Weißt du eigentlich wer ich bin?».
00:15:55: Doch damit nicht genug….
00:15:58: Der Mann verlor völlig die Beherrschung, packte den Angestelten und stieß ihn ins Wasser.
00:16:03: Zum Glück konnte sich der Mitarbeiter aus eigener Kraft wieder ans Ufer retten.
00:16:07: Verletzt wurde er nicht, doch der Schreck saß tief!
00:16:12: Der Angreifer wurde von der Polizei festgenommen und angezeigt.
00:16:16: Leider geht aus den Meldungen nicht hervor wer denn eigentlich sei – ein Idiothalt.
00:16:22: Der Vorfall sorgt in Venedig für Diskussionen Denn die Gewerkschaften schlagen schon länger Alarm.
00:16:29: Die Zahl der Übergriffe auf das Personal im öffentlichen Nahverkehr nimmt Zu.
00:16:34: Beschimpfungen gehören inzwischen fast zum Alltag, körperliche Angriffe leider immer öfter auch.
00:16:41: Die Forderung mehr Sicherheit!
00:16:43: Die ACTV will nun den Einsatz von Bodycams für das Boardpersonal beschleunigen.
00:16:49: ACTV ist die Asienda del Consorcio Transport di Veneziano – Venedics-Transportgesellschaft, die für die Vaporetti, Ferien, Busse und den Pipilmover zuständig.
00:17:02: Außerdem sollen Überwachungskameras installiert und die Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden verstärkt werden.
00:17:09: Man hofft, dass allein die sichtbaren Kameras manche Aggressionen im Keim ersticken – denn eines ist klar!
00:17:17: Wer täglich tausende Menschen sicher durch die Lagune bringt sollte sich nicht auch noch Sorgen machen müssen ob er am Ende seiner Schicht unfreiwillig badengeht.
00:17:26: Außerdem sollte allein schon der Satz Strenge, Strafe gestellt werden.
00:17:40: Sind Italiener reicher als wir?
00:17:44: Jetzt kommt eine These mit der ihr auf jeder Grillparty zuverlässig für Trubel sorgt – was glaubt ihr?
00:17:50: wer ist reicher?
00:17:51: die Deutschen oder die Italienern?
00:17:54: Die meisten würden vermutlich sofort sagen natürlich die deutschen.
00:17:57: größere Wirtschaft höhere Löhne mehr Industrie mehr Exportweltmeister.
00:18:02: und trotzdem ist die Antwort komplizierter denn beim sogenannten Medianvermögen Also beim Vermögen des Menschen.
00:18:09: genau in der Mitte der Gesellschaft stehen italienische Haushalte seit Jahren erstaunlich gut da, teilweise sogar besser als die deutschen und österreichischen.
00:18:20: Wie kann das sein?
00:18:22: Die erste Erklärung besteht aus Ziegeln und Mörteln.
00:18:26: In Italien besitzen deutlich mehr Menschen ihre Wohnung oder ihr Haus – seventy-fünf Prozent der Haushalten wohnen im Eigentum.
00:18:34: In Deutschland dagegen nicht einmal die Hälfte!
00:18:37: Il matone non tia mai tradito, sagen Italiener.
00:18:40: Der Stein hat dich nie
00:18:42: betrogen.".
00:18:43: Das allein verschiebt jede Vermögensstatistik geweitig!
00:18:47: Denn wer eine schuldenfreie Wohnung besitzt bringt sofort ein Vermögen von einigen hunderttausend Euro mit.
00:18:54: und jetzt kommt der zweite Unterschied In Deutschland ziehen viele schon mit Anfang zwanzig aus Studium Ausbildung Erste Wohnung raus aus dem Elternhaus.
00:19:04: in Italien wir wissen es alle bleiben Kinder auf bis Ende zwanzig oder sogar Anfang dreißig zu Hause.
00:19:10: Darüber wird zwar gerne gespottet, Hotel Mama und so – finanziell ist das allerdings gar nicht so dumm!
00:19:17: Während der deutsche Berufsanfänger Monat für Monat Miete überweist, spart der Italiener häufig einen großen Teil seines Einkommens… Oder beteiligt sie später direkt am Familienhaus.
00:19:28: Das führt zu einem spannenden statistischen Effekt Ein neunzwanziger Deutscher hat einen guten Job lebt in seiner Mietwohnung und hat etwas Geld auf dem Konto.
00:19:38: Ein gleichaltriger Italiener lebt womöglich noch im Haus der Eltern, das offiziell oder faktisch bereits Teil seines Familienvermögens ist.
00:19:47: Plötzlich sieht derselbe Mensch in der Statistik deutlich vermögender aus.
00:19:53: Und dann gibt es doch die Großeltern!
00:19:55: In Italien wird Eigentum oft über Generationen weitergegeben.
00:19:59: Viele Häuser gehören seit Jahrzehnten derselben Familie.
00:20:03: Die Bombenächte des Zweiten Weltkriegs haben zwar auch Italien getroffen, aber längst nicht in dem Ausmaß wie viele deutsche Städte.
00:20:10: Und den Kommunismus mit seinen Enteignungen wie der DDR gab es ebenfalls nicht.
00:20:16: Dadurch blieb überall Immobilienvermögen erhalten – überhaupt unterscheiden sich die Mentalitäten!
00:20:23: Der Deutsche spart häufig für Sicherheit, der Italiener spart oft für Eigentum und beim Kauf hilft dann Die ganze Familie.
00:20:33: Aktien – schön, ETFs kann man machen!
00:20:36: Aber ein kleines Haus nicht weit vom Meer schlägt für Italiener jedes Depot.
00:20:41: und tatsächlich, Italienern haben europaweit die wenigsten Aktien.
00:20:47: Auch der Staat setzt unterschiedliche Anreize.
00:20:50: Deutschland gilt traditionell als mieterfreundlich.
00:20:53: Lange Mietverträge, starken Kündigungsschutz und vergleichsweise gut regulierte Mieten machen das Leben als Mieter durchaus.
00:21:01: attraktiv.
00:21:02: Das ist politisch so gewollt, denn die Arbeitnehmer sollen schön mobil bleiben – aus kapitalistischer Sicht richtig gedacht!
00:21:10: Bloß dass sich viele Menschen entwurzelt und heimatlos fühlen und Familien zerrissen werden.
00:21:16: Gleichzeitig verteuern Grunderwerbssteuer Notarkosten und weitere Kaufnebenkosten den Immobilienerwerb.
00:21:24: Italien ist zwar kein Paradies für Immobilenkäufer aber kulturell und politisch vor der Eigentum über Jahrzehnte wesentlich stärker gefördert als das lebenslange Wohnen zur Miete.
00:21:35: Und dann sind da noch die Prioritäten!
00:21:38: Die Deutschen gelten zwar als Weltmeister im Sparen, gleichzeitig gönnen sie sich aber auch Dinge, die viel Geld verschlingen.
00:21:46: Das Auto ist dafür das beste Beispiel – in kaum einem anderen europäischen Land spielt der eigene Wagen eine so große Rolle.
00:21:54: Größer?
00:21:55: Stärker?
00:21:56: Neuer?
00:21:57: Dafür wird gerne tief in die Tasche gegriffen.
00:21:59: Ganz ehrlich... Wenn man sich mal genau ausrechnet, was ein Auto im Monat oder im Jahr kostet mit allen Nebenkosten es ist der Wahnsinn.
00:22:08: Und dann natürlich der Urlaub!
00:22:10: Deutschland gehört seit Jahren zu den Ländern mit den höchsten Ausgaben für Auslandsreisen weltweit Fernreisen Kreuzfahrten.
00:22:18: dafür wird jedes Jahr ein beachtlicher Teil des Einkommens ausgegeben.
00:22:22: Viele Italiener setzen andere Schwerpunkte.
00:22:25: Das Auto ist kleiner Die Ferienwohnung von Oma und Opa ersetzt das Luxushotel.
00:22:30: Der Sommerurlaub findet im eigenen Land statt.
00:22:33: Das gesparte Geld fließt in die eigene Immobilie.
00:22:37: Natürlich ist das eine Verallgemeinerung, aber sie hilft zu verstehen warum zwei Länder mit ähnlichem Wohlstand am Ende zu ganz unterschiedlichen Vermögensverhältnissen kommen können.
00:22:47: Wie sieht es bei den lieben Österreichern aus?
00:22:50: Da habe ich nochmal reingeschaut.
00:22:52: noch mal genauer zum Reisen Eurostat weist für Italiener zweiundvierzig Millionen Reisen mit Übernachtung aus.
00:22:58: Das sind nur etwa null Komma.
00:23:00: sieben Reisen je Einwohner.
00:23:02: und ich bin vorhin kurz im Kopf den erweiterten Stammtisch von Pino durchgegangen, dort fährt niemand in den Urlaub wirklich Niemand außer mein Schwiegervater zum Golfen nach Kärnten und in die Steiermark.
00:23:15: Österreicher unternahmen siebenundzwanzig Komma fünf Millionen privato urlaubsreisen mit übernachtungen.
00:23:21: Unter der Bevölkerung.
00:23:22: ab fünfzehn Jahren waren im letzten Jahr seventy-sechkoma vier Prozent mindestens einmal auf Urlaubsreise.
00:23:29: Die Reisenden selbst kamen im Schnitt sogar auf fünf Urlaupsreisen, das ist mehr als die Deutschen.
00:23:35: Die Österreicher sind die wahren Urlautsweltmeister.
00:23:39: und noch mal zur Wohneigentumsquote Italien wie haben es gehört liegt bei seventy-fünf Prozent Deutschland bei forty-fünftig Prozent und Österreich immerhin bei fifty-fifty Prozent.
00:23:50: also Österreicher machen es, jedenfalls aus meiner Sicht schon ein bisschen besser als wir Deutschen.
00:23:57: Deutschland und Österreich erzielen weiterhin deutlich höhere Durchschnittseinkommen und eine größere Wirtschaftsleistung pro Kopf.
00:24:05: Italien punktet dagegen häufig mit bereits vorhandenen Vermögen – vor allem Immobilien!
00:24:10: Deshalb kann ein deutscher Ingenieur jedes Jahr mehr verdienen als sein italienischer Kollege Und trotzdem besitzt der italienische Kollege vielleicht längst ein schuldenfreies Haus, das heute eine halbe Million Euro wert ist.
00:24:24: Deshalb sollte man bei solchen Ranglisten immer genau hinschauen – geht es um Einkommen oder um Vermögen?
00:24:31: Um Durchschnittswerte oder um den Median!
00:24:34: Denn je nachdem fällt die selbe Antwort völlig unterschiedlich aus.
00:24:38: Vielleicht lautet die eigentliche Erkenntnis also gar nicht «die Italiener sind reicher», sondern sie bauen Reichtum oft völlig anders aus als wir Deutschen und die Österreicher.
00:24:50: Jetzt eine sehr gute Nachricht aus den Bergen, hoffentlich bald überall!
00:24:56: Wer in Südtirol ein Hotel oder Restaurant im Internet bewerten möchte muss sich künftig ein bisschen mehr Mühe geben – oder besser gesagt einen Beleg aufheben.
00:25:07: Seit April gelten dort nämlich neue Regeln für Online-Bewertungen im Hotel und Gastgewerbe.
00:25:12: Einfach mal anonym einen Stern vergeben und schreiben Katastrophe Das war einmal.
00:25:18: Künftig gelten nur noch Bewertungen als authentisch, wenn sie mit einer echten Buchung oder Rechnung nachgewiesen werden können.
00:25:25: Wer nie Gast war soll auch keine Meinung mehr als Tatsachen verkaufen dürfen.
00:25:30: Außerdem gilt ein Zeitlimit!
00:25:33: Die Bewertung muss innerhalb von dreißig Tagen nach dem Besuch abgegeben werden.
00:25:37: Wem erst ein halbes Jahr später plötzlich einfällt das der Speckknödel angeblich steinhart war hat Pech gehabt.
00:25:44: und noch etwas.
00:25:45: Nach zwei Jahren werden die Bewertungen automatisch gelöscht.
00:25:50: Die Begründung ist einfach!
00:25:52: Ein Restaurant von heute ist eben nicht mehr dasselbe wie vor zwei Jahren.
00:25:57: Küchenchefs wechseln, Speisekarten ändern sich, Hotels werden renoviert.
00:26:02: Der italienische Verbraucherschutzverband begrüßt die Neuerung – Präsident Gabriele Meluso spricht von einem wichtigen Schritt der Verbrauchernebensohelfe wie den Betrieben und tatsächlich klingt das ziemlich vernünftig.
00:26:15: Schließlich kennen wir ja alle diese uralten Einsterne-Bewertungen, die seit Jahren im Netz herumgeistern und mit der heutigen Realität oft nichts mehr zu tun haben.
00:26:25: Für Hoteliers und Gastronomen dürfte das eine kleine Erlösung sein – für notorische Nörgler dagegen wird es künftig deutlich schwieriger!
00:26:33: Die Frage lautet nun macht Tirol hier den Anfang?
00:26:36: Und zieht der Rest Italiens bald
00:26:38: nach?!
00:26:39: Für viele Gastgeber wäre das vermutlich die schönste Fünfsternenachricht des Jahres….
00:26:45: Und wo wir schon in der Gastronomie sind?
00:26:51: Der voll geniale Küchentipp.
00:26:54: Es wird Zeit, eine Jahrzehnte alte Debatte zu lösen.
00:26:59: Holzbretter oder Plastikbrettern in der Küche – denn dieser Podcast hat ja auch einen Bildungsauftrag!
00:27:05: Lange galten Plastikkbetter als hygienischer doch nun gewinnen Holzbrettler wieder die ja auch deutlich hübscher aussehen.
00:27:12: Denn Kunststoff hat einen noch nicht abschließend geklärten Nachteil Mikroplastikabrieb, hässliches Wort.
00:27:21: Ein aktueller Artikel der Washington Post fasst den Stand so zusammen Kunststoffbretter geben beim Schneiden nachweislich Mikro-Plastik an Lebensmittel ab.
00:27:32: Die Menge hängt vom Kunststoff, der Schnitttechnik und der Beanspruch ab.
00:27:37: Ob diese Mengen bei Menschen tatsächlich gesundheitsschädlich sind ist derzeit nicht geklärt.
00:27:43: Zusätzlich können Kunststoffbestandteile wie Farbstoffe oder Weichmacher relevant sein.
00:27:48: Auch hier ist die konkrete gesundheitliche Bedeutung noch nicht geklärt.
00:27:52: Und beim Thema Bakterien?
00:27:55: Hier ist die Sache interessanter, als man früher dachte!
00:27:58: Früher galt ja Holz gleich porös, gleich unhygienisch und Plastik gleich glatt, gleich hygienisch – das ist so pauschal nicht richtig.
00:28:08: Holz kann Bakterien in seine Struktur aufnehmen und dadurch die Menge an Bakterianen auf der Oberfläche sogar reduzieren.
00:28:16: Gleichzeitig können stark zerkratzte Kunststoffbretter tiefe Rillen bekommen, in denen sich Lebensmittelrestel und Mikroorganismen festsetzen.
00:28:25: Für die praktische Lebensmittelsicherheit ist deshalb vor allem entscheidend Saubermachen vollständig trocknen und Bretter für unterschiedliche Lebensmittel trennen.
00:28:34: Die amerikanische Lebensmittelaufsicht sieht sowohl Holz als auch Kunststoff als geeignete Materialien für rohes Fleisch und Geflügel an.
00:28:42: Es empfiehlt allerdings ausdrücklich, ein Brett für Obstgemüsebrot oder ein anderes für rohe Fleisch, Geflügel und Fisch zu verwenden.
00:28:50: Hier hat Kunststoff einen echten praktischen Vorteil – er kann in die Spülmaschine!
00:28:56: Bei Holz ist das problematischer.
00:28:58: Spülmachine und langes Einweichen können zu Verziehen- und Rissen führen.
00:29:03: Profitipp für eure Küche, ein großes Holzbrett für Gemüse, Obst, Kräuter und Brot.
00:29:09: Am besten massives Hartholz beispielsweise Ahorn, Buche oder Nussbaum.
00:29:15: Ein kleineres Kunststoffbrett fürs Rohsfleisch und Fisch – das kann nach dem Gebrauch direkt in die Spülmaschine!
00:29:22: Und sobald ein Kunststoffbrett tiefe Messerrillen hat ersetzen auch das Holzbret nach jeder Benutzung mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen und vollständig trocknen lassen.
00:29:34: Die Blaukrabe macht den Fischern an der oberen Adria seit Jahren das Leben schwer.
00:29:41: Wir hatten sie schon ein paar Mal zu Gast in diesem Podcast.
00:29:43: Sie frisst Muscheln, zerstört Netze und hat ganze Bestände dezimiert – doch jetzt wird zurückgebissen!
00:29:50: In Grado gibt es nämlich eine ebenso einfache wie raffinierte Idee.
00:29:55: Aus dem Plagegeist soll eine Delikatesse werden.
00:29:59: Diskutiert wird der Bau einer kleinen Fabrik die das Fleisch der Blaukrabben verarbeitet.
00:30:04: Das Projekt wird unter anderem von der Europa-Abgeordneten Maria Chisind unterstützt.
00:30:09: Von Maria Chisin werden wir noch viel hören, das verspreche ich euch!
00:30:13: Sie war lange Bürgermeisterin in Montfalkone und gilt als kommender Polizstar.
00:30:18: Ziel ist es aus einem ökologischen Problem eine wirtschaftliche Chance zu machen – und den Fischern eine neue Einnahmequelle zu eröffnen.
00:30:26: Tatsächlich gilt das Fleisch der Blaukappe als ausgesprochen schmackhaft.
00:30:31: In den USA ist Blue Crab ein echter Klassiker und auch in Italien landet sie inzwischen immer häufiger auf den Speisekarten, etwa in der Pasta oder im Risotto.
00:30:41: Profitipp von den Köchen an Pinus stammtisch?
00:30:44: Besser mit anderen Meeresfrüchten mischen denn das Fleisch ist recht süßlich!
00:30:49: Doch damit nicht genug – In Riccione läuft derzeit ein ungewöhnliches Experiment.
00:30:55: Dort werden künstliche Unterwasserverstecke für junge Kragen geschaffen.
00:30:59: Parallel werden an der Universität Bologna Kragen gezüchtet, deren Nachwuchs vor Regione freigelassen werden soll.
00:31:06: Denn Kragen gehören zu den effektivsten natürlichen Feinden der Blaukrabe und könnten helfen ihre Ausbreitung einzudämmen!
00:31:15: Die Forscher setzen also auf biologische Schädlingsbekämpfung ganz ohne Chemie – ob der Plan aufgeht muss ich zeigen.
00:31:23: die Fischer sind skeptisch.
00:31:25: sie bezweifeln dass sich die Kragen auf den sandigen Böden der Adria dauerhaft wohl fühlen.
00:31:31: aber Die Vorstellung hat Charme.
00:31:34: Hier eine Fabrik, die Blaukrappen zu Feinkost verarbeitet, dort Kraken, die den Rest verspeisen – vielleicht ist das ja die italienischste Lösung überhaupt?
00:31:43: Erst wird das Problem aufgegessen und was übrig bleibt erledigt der Koch mit acht Armen!
00:31:50: Jetzt zur Liebesgeschichte.
00:31:52: Fünfundneunzig Jahre alt und noch einmal zurück nach Triest.
00:31:57: Manche Reisen sind mehr als nur Urlaub.
00:31:59: sie schließen einen Kreis so wie die Reise von Anna-Maria Cocky.
00:32:05: Die ninety-fünfjährige lebt seit Jahrzehnten in Florida, doch jetzt stieg sie ganz allein ins Flugzeug und flog zurück nach Trieste in die Stadt ihrer Kindheit – ein letzter Besuch an den Orten, die Sie nie vergessen hat!
00:32:20: Die Geschichte sprach sich schnell herum und Bürgermeister Roberto Di Piazza empfing sie im Rathaus.
00:32:26: Mit ninety Jahren noch einmal den Atlantik überqueren?
00:32:29: Da kann man nur sagen, manche Sehnsucht kennt einfach kein Verfallsdatum.
00:32:34: Anna Maria wanderte nineteenhundfünfundfünfzig aus, die Geschichte dahinter ist fast noch schöner als die Reise selbst.
00:32:41: Nach dem Zweiten Weltkrieg lernte Anna Maria in Trieste einen amerikanischen Soldaten kennen.
00:32:47: Sie verliebten sich heirateten und sie folgte ihm in die USA.
00:32:52: Gemeinsam mit ihrer Freundin Graziella Criccione verliesse Italien per Schiff ab Livorno.
00:32:59: Die beiden Frauen waren mit amerikanischen Soldaten verheiratet und begannen gemeinsam ihr neues Leben in Amerika.
00:33:05: Diese Freundin, Graziella Criccione ist die junge Frau auf einem der berühmtesten Fotos der italienischen Nachkriegsgeschichte.
00:33:14: Der Fotograf Hugo Bozzatti hielt sie beim tränenreichen Abschied von ihrem amerikanisch Verlobten am Bahnhof fest – ein Bild das in Italien bis heute jeder kennt!
00:33:25: Jetzt seht es auch in der Militeranen-Wochenschau Nr.
00:33:30: Anna-Marias persönliches Lebensmotto lautet bis heute.
00:33:33: Mai Molar, Triestina Dialekt für niemals aufgeben.
00:33:38: gutes Motto Und das ist gerade noch reingekommen.
00:33:43: Feuerwerk kann.
00:33:44: jeder hat sich Trieste gedacht.
00:33:46: Heute wenn die Folge rauskommt ist Samstag.
00:33:49: Am kommenden Dienstag also dem achtzehnten August sollen tausend Drohnen gleichzeitig über der Piazza Unità d'Italia Aufsteigen und den Nachthimmel in eine riesige Leinwand verwandeln.
00:34:00: Jede einzelne Drohne trägt ein Licht.
00:34:03: Gemeinsam entstehen daraus dreidimensionale Bilder, die über dem Meer schweben.
00:34:08: Im vergangenen Jahr waren bereits fünfhundert Drohnen im Einsatz – diesmal wird die Zahl verdoppelt!
00:34:15: Statt eines Feuerwerks setzt Triest auf Technik.
00:34:18: Kein Rauch, kaum Lärm dafür koreografierte Lichtfiguren, die sich innerhalb weniger Sekunden verändern können.
00:34:25: Aus Sternen werden Wellen, aus Wellen vielleicht ein Segelschiff oder das Stadtwappen?
00:34:29: Die Veranstalter versprechen Überraschungen.
00:34:33: Die Piazza Unita gilt unhin als einer der schönsten Plätze Europas, Trieste diese ehrwürdige KOK-Stadt zeigt dass sie auch modern sein kann.
00:34:44: Eine Nachricht in eigener Sache Der Urlaub ist vorbei aber innerlich seid ihr noch irgendwo zwischen Espresso Meeresrauschen und einer kleinen Piazzah.
00:34:55: Genau deshalb habe ich Espresse unter Sternen geschrieben Nicht als Reiseführer, sondern als kleiner Auszeit für Zwischendurch.
00:35:02: Viele Leserinnen und Lesers sagen sie hätten sofort wieder das Gefühl in Italien zu sein!
00:35:08: Wenn euch das gefällt schaut gerne einmal hinein – vielleicht hilft das Buch dabei die Zeit bis zum nächsten Italienurlaub ein bisschen kürzer zu machen?
00:35:18: Es ist übrigens schon seit dreizehn Wochen auf der österreichischen Bestsellerliste eine absolute Seltenheit für einen Sachbuch.
00:35:25: Danke an alle die es schon gekauft haben Und hier darf ich es ja schon verraten.
00:35:30: Ich sitze gerade an einem Projekt, das mich die nächsten Monate begleiten wird.
00:35:35: ganz viel Maywald, ganz viele Italien aber doch völlig anders!
00:35:40: Ich freue mich wahnsinnig darauf und bald erfahrt ihr mehr So...das war's für heute.
00:35:48: Was gibt es neues vom Schreibtisch?
00:35:49: Jeden Freitag bekommt ihr von mir die mediterrane Wochenschau auf postausitalien.com mit Neuigkeiten aus Grado und der Adria.
00:35:57: Dieses Mal besonders wichtig, denn dort seht ihr das sehr, sehr schöne Foto zweier Verliebter.
00:36:04: Ihr könnt die mediterrane Wochenschau ganz einfach oben auf der Startseite bei postausitalien.com abonnieren, abpropos abonnieren.
00:36:12: Abonniert oder folgt auch diesen Podcast und empfehlt ihn gerne an gute Freundinnen weiter!
00:36:19: Auf Instagram findet ihr mich unter buchundwein.
00:36:22: Dort gibt es kleine Filme über mein Leben in Italien Bleibt ja auch über alle meine Projekte auf dem Laufenden.
00:36:30: Jetzt erstmal einen Kaffee bei Pino, bis bald und immer schön deutsche Vita bleiben!
00:37:00: Postausitalien.com.
00:37:02: Grazie mille und bis zur nächsten Folge.
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