#41: Wem gehört in Italien der Strand?

Shownotes

Hier kommen die bunten Neuigkeiten aus Italien, darunter:

  • Kampf um den Strandzugang: Der Ton wird rauer
  • Ein Flussbad im Isonzo bei Gorizia steht auf der Kippe
  • Ranger in den Dolomiten kämpfen gegen den Overtourism – eine Idee für Venedig?
  • Jesolo schafft Platz für Nobeltouristen
  • Autos plumpsen in die Adria
  • Die Polizei in Triest hat jetzt zwei Jetski
  • Grado: Ehrliche Finder – und Insel zu verkaufen!

Außerdem gibt es Italien-Themen für Kenner, darunter:

  • Cortina d’Ampezzo, Tarvisio & Co.: Der Steuerbetrug mit Erst- und Zweitwohnsitz
  • Roms schillerndster Politiker steht unter Hausarrest
  • Vorsicht beim Tunen von E-Bikes!
  • Das Netz unbekannter Flughäfen in Italien

Hier ist der Film der Rettungsaktion von Triest.

Der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto ist 196 Zentimeter groß und wiegt 147 Kilo. Hier sieht man seine imposante Gestalt ganz gut.

Mein neues Buch heißt »Espresso unter Sternen – eine Reise in Sachen Glück«. Hier steht mehr.

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Der Podcast ist eine Produktion von www.studiovenezia.de

Transkript anzeigen

00:00:06: Buongiorno und herzlich willkommen bei Radio Adria, dem Podcast aus Italien.

00:00:11: Hier dreht sich alles um la Deutsche Vita – um das Lebensgefühl zwischen Espresso und Apparativo, um die kleinen Geheimnisse und großen Geschichten dieses wunderbaren Landes!

00:00:22: Ich bin Stefan Maywald, Autor- und Wahlitaliener aus Grado und ich nehme euch mit auf eine Reise voller Sonne Genuss und Italianità also zurücklehnen entspannen und ein bisschen Italien ins Leben lassen.

00:00:37: Andiamo von Giorno aus Grado!

00:00:48: Ich hoffe, ihr seid entweder schon im Süden oder habt euer Auto zumindest schon mit der Nase in Richtung Italien gepackt.

00:00:57: In dieser Folge dreht es sich ganz viel ums Baden und ums Wasser so dass ihr eine kräftige Erfrischung bekommt auch wenn ihr noch nicht am Meer seid.

00:01:07: also springen wir mal schön rein Die wichtigsten Schlagzeilen Beim Kampf um den Strand wird der Ton rauer.

00:01:23: Das war zu erwarten.

00:01:25: Auslöser ist die Provokation eines Strandklubbetreibers.

00:01:30: Der hat nämlich all jene, die an freien Stränden liegen wollen als Bettler bezeichnet.

00:01:36: Damit löste er einen regelrechten Aufstand aus.

00:01:39: Kommen wir gleich zu aber der Reihe nach.

00:01:43: Wer den Streit verstehen will muss wissen Die Strände gehören dem Staat, also letztlich den Italienern.

00:01:50: Trotzdem gibt es überall Strandbäder die Eintritt verlangen.

00:01:54: Freies Baden ist dort nicht gestattet.

00:01:57: Rechtlich ist das sehr heikel!

00:02:15: immer wieder automatisch verlängert.

00:02:18: Oft blieben sie über Generationen in derselben Familie, neue Bewerber hatten praktisch keine Chance.

00:02:25: Das hält die Europäische Union für rechtswidrig – ab und zu macht die EU doch mal was Vernünftiges!

00:02:33: Nach der sogenannten Bolgesteinrichtlinie müssen öffentliche Güter wie Strände regelmäßig transparent ausgeschrieben werden damit Wettbewerb möglich ist.

00:02:44: Italien hat diese Vorgabe fast zwanzig Jahre lang verschleppt.

00:02:48: Denn die Strandklubbesitzer sind eine mächtige Lobby, übrigens auch hier in Grado.

00:02:57: Die unbeliebtesten Berufe in Italien sind übrigens Politiker, römischer Taxifahrer und Strandklupbetreibern.

00:03:07: Nun ist der Druck aus Brüssel so groß geworden dass bis spätestens Juni praktisch alle Strandkonzessionen neu vergeben werden müssen.

00:03:18: Die Betreiber argumentieren, wir haben Millionen investiert aus Dünen und Gestrüpp funktionierende Strandbäder gemacht und Arbeitsplätze geschaffen.

00:03:27: Wenn jetzt neu ausgeschrieben wird könnten wir alles verlieren.

00:03:31: Die Gegenseite hält dagegen.

00:03:33: die Strände gehören der Allgemeinheit und nicht einigen wenigen Familien.

00:03:38: Viele Konzession sein Jahrzehntelang zu Spottpreisen vergeben worden.

00:03:43: Außerdem gäbe es immer wieder Kritik an überhöhten Preisen, illegalen Erweiterungen, Schwarzarbeit und daran dass freie Strandabschnitte immer kleiner würden.

00:03:54: Jetzt kommen wir zum Skandal!

00:03:56: In diesen Tagen hat der Betreiber eines Strandbars in Bakuli bei Neapel diejenigen, die den freien Strand nutzen als Pezenti bezeichnet – als Bettler oder Habe-Nichtse.

00:04:08: Und er fügt hinzu Der Bürgermeister will den freien Strand vergrößern, weil er die Bettler liebt.

00:04:14: Und Bürgemeister Jose Gerardo della Ragione – was für ein Name!

00:04:19: antwortet sehr saftig auf den Bettlervorwurf.

00:04:23: Ich zitiere Lieber Concessionär eines öffentlichen Strandabschnitts hör mir gut zu Du hast recht ich liebe die Pezenti Und zwar so sehr, dass wir dafür sorgen werden, dass künftig mehr als achtzig Prozent der Küste unserer Stadt aus frei zugänglichen Stränden bestehen werden.

00:04:42: Für alle!

00:04:43: Frei zugänglich ohne Herren über den Strand.

00:04:47: Gleichzeitig wird es neue Konzessionen für Strandkioske und für Strandbäder geben.

00:04:52: Diese werden in öffentlichen Ausschreibungen vergeben – nicht aufgrund von Gefälligkeiten oder Freundschaften sondern nach Leistung.

00:05:00: Und mit klaren Regeln für die Bagelgäste ebenso wie für die Beschäftigten.

00:05:05: So werden wir den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Menschen, die am Strand arbeiten mehr Rechte und besseren Schutz garantieren.

00:05:12: so werden wir die Strandpromenade von skrupellosen Profiteuren befreien.

00:05:17: das wird eine Revolution denn eure Zeit ist vorbei.

00:05:22: Vorbei sind die Zeiten, in denen die Kassen überquollen, während die Beschäftigten miserabel bezahlt oder sogar schwarz beschäftigt wurden.

00:05:30: Wie Sklaven mussten sie für ein paar Münzen am Tag in der prallen Sonne arbeiten?

00:05:35: Vorbei ist es die Zeit, in den ihr Taschen durchwühlt habt um Müttern zu verbieten, Babynahrung für ihre Kinder mit an den Strand zu nehmen oder fetern eine Wasserflasche oder Jugendlichen ein belegtes Brot!

00:05:47: Vorbei ist die Zeit, in der ihr sogar Geld dafür verlangt habt eine Milchflasche zu erwärmen.

00:05:53: Vorbei sind die fetten Jahre, in denen ihr Familien gnadenlos ausgenommen und für Liegen- und Sonnenstühle horrende Preise verlangte.

00:06:01: Vorwei sind die Sommer, in den ihr den Zugang zum Meer verweigert habt mit der Begründung Der Zugang durch das Strandbad ist Privatbesitz.

00:06:10: Die Strände gehören nicht euch Das Meer gehört nicht euch.

00:06:15: Uns von diesem Missstand zu befreien, wird der größte Erfolg sein den wir den Menschen garantieren werden.

00:06:21: Einem Volk das eure Überheblichkeit und Arroganz leid ist!

00:06:26: Die Pizzenti werden sich zurückholen was ihnen gehört Und die Großmäuler und Tirannen werden nach Hause gehen.

00:06:33: Wir werden es schaffen.

00:06:36: Zitat Ende Das wird noch mächtig scheppern und zwar überall in Italien.

00:06:42: Ich bleibe dran.

00:06:45: Gehen wir zum Flussbaden, wo es friedlicher zugeht.

00:06:48: Oder etwa nicht?

00:06:50: In Gorizia sorgt ein neues Freizeitprojekt für Ärger.

00:06:55: Eigentlich soll am Isonzo im Naturpark Piuma eine kleine Flussbadestelle entstehen.

00:07:00: der sogenannte Isonso Beach und der Ison so sieht ja mit seinem grünen Wasser auch richtig einladend aus.

00:07:09: doch jetzt geht die Umweltschutzorganisation legambierende auf die Barrikaden.

00:07:14: Die Naturschützer werfen der Stadt vor, die Bürger viel zu spät und viel zu wenig informiert haben.

00:07:21: Bevor überhaupt gebaut werden, brauche es endlich klare Antworten.

00:07:25: Zum Beispiel darf man dort später überhaupt baden?

00:07:29: Ja das wäre tatsächlich eine wichtige Frage.

00:07:32: oder bleibt der Strand am Ende nur eine Liegewiese?

00:07:36: Der Knackpunkt ist die Wasserqualität.

00:07:40: Nach Angaben von Legambiente können im Isonzo an dieser Stelle immer wieder Bakterien und andere Verunreinigungen auftreten.

00:07:48: Deshalb verlangen die Umweltschützer belastbare Untersuchungen und transparente Daten, bevor Tatsachen geschaffen werden.

00:07:56: Auch der Eingriff in die Natur bereitet Sorgen!

00:07:59: Der geplante Strand liegt mitten in einem geschützten Waldgebiet.

00:08:04: Legambienten befürchtet das Wege, Infrastruktur diesen Lebensraum unter Druck setzen könnten.

00:08:12: Hinzu kommt ein weiterer Streitpunkt, das Gelände gehört teilweise der Region – deshalb müsse zunächst geklärt werden ob und unter welchen Bedingungen die Stadt das Areal überhaupt nutzen dürfe.

00:08:25: Außerdem erinnern die Naturschützer daran dass für den Fluss bereits umfangreiche Renaturierungsprojekte laufen.

00:08:33: Ein neuer Badeplatz dürfen diese Maßnahmen nicht gefährden oder ihnen sogar widersprechen!

00:08:39: Legambiente ist nicht grundsätzlich gegen einen attraktiven Flusszugang, aber erst sollen alle Karten auf den Tisch.

00:08:47: Solange wichtige Fragen offen sind sollte der Isonso Beach aus Sicht der Umweltschützer nicht eröffnet werden.

00:08:55: Also gut atmen wir in den Bergen durch!

00:09:01: In den Dolomiten wachen nun Ranger über die Folgen des Overtourismen.

00:09:06: Die Seisereim auf eine thousand acht hundertfünfzig Metern Höhe ist die größte Hochalm Europas.

00:09:13: Allein zweitausendfünfundzwanzig brachte der Tourismus hier sechshundertzehn Millionen Euro ein, dabei hat Kastelrut nicht einmal siebentausend Einwohnern.

00:09:24: im vergangenen Jahr wurden dreihundertneunzehntausend Gästeankünfte registriert.

00:09:29: vier Prozent mehr als zwei tausend neunzehn.

00:09:34: Der größte Anteil der Gäste kommt aus Deutschland mit forty-fünf Prozent.

00:09:38: Es folgen Italien mit achtundzwanzig Prozent, die Schweiz mit fünf Prozent, Österreich mit vier Prozent und die Niederlande mit drei Prozent.

00:09:47: Insgesamt sind fünfzehn Südtirol Ranger im Einsatz.

00:09:50: Während der Serumersaison informieren sie Touristen darüber wie sie sich in den Naturgebieten verhalten sollen.

00:09:57: Das wäre doch auch mal eine Idee für Venedig!

00:10:00: Die Rangers sind vom Tourismusverband angestellt und man erkennt sie sofort grüne Uniform, grünes Capy.

00:10:06: Sie sind von acht Uhr morgens bis fünf Uhr Nachmittags im Gelände unterwegs.

00:10:10: Ihr Gehalt beträgt tausend Achthundert Euro im Monat.

00:10:14: Sie sammeln Müll ein Papierfetzen, Bombenpapier, Zigaretten kippen und gehen gegen Wildcamper vor – denn die Wiesen sind in Privatbesitz!

00:10:24: Und die Dolomiten sind ja UNESCO-Welterbe.

00:10:29: Viele Gäste bleiben nur sehr kurz.

00:10:30: Höchstens eine oder zwei Nächte sagt ein Ranger.

00:10:33: machen ein Selfie und fahren wieder.

00:10:36: Und wer ist seine Erfahrung nach am unaufmerksamsten?

00:10:40: Die Asiaten, sie betreten die Grundstücke der Bauern oder wollen Fotos mit Kühen und Schafen machen ohne zu begreifen dass das gefährlich ist.

00:10:48: Asiatische Gäste suchen vor allem die Fotospots für Wanderungen.

00:10:53: interessieren Sie sich nicht!

00:10:55: Die Landwirte haben Zäune errichten müssen um einen regelrechten Ansturm auf die Wiesen zu verhindern.

00:11:01: Außerdem wissen die Leute nicht, wo sie mit dem Auto fahren dürfen.

00:11:05: Nur Hotelgäste und Anwohner haben eine Genehmigung!

00:11:10: An einigen Stellen ragen seltsame gelbe Schilder aus den Grünen.

00:11:14: Darauf steht auf Englisch Caution Watch out for Snakes Vorsicht Schlangen.

00:11:21: In Wahrheit gibt es dort gar keine Schlangen.

00:11:23: Die Bauern stellen die Schilders auf weil sie nicht wollen dass Touristen ihre Felder betreten.

00:11:28: Das Gras wird für die Heuernte gebraucht, die Wiesen sind Privatbesitz.

00:11:33: Ein Landwirt dessen Grundstück einen besonders schönen Blick bietet hat ein Drehkreuz aufgestellt.

00:11:38: man darf nur hindurchgehen wenn man fünf Euro bezahlt.

00:11:42: Der Mann hat damit angeblich viel Geld verdient.

00:11:47: Zurück ins Wasser.

00:11:50: Jesolo erfindet seinen Strand gerade neu und zwar gründlich.

00:11:56: Wer diesen Sommer dort Urlaub macht merkt vielleicht noch nicht so viel davon.

00:12:00: Doch hinter den Kulissen läuft eine Reform, die den Badeort in den nächsten Jahren verändern könnte und von Jesolo hatten wir es ja ein paar Mal.

00:12:09: da passiert wirklich wirklich viel!

00:12:12: Die Idee klingt zunächst verlockend mehr Platz am Strand weniger Gedränge moderne Sanitäranlagen Sportflächen Spielbereiche für Kinder Hundezonen und schicke Beachclubs.

00:12:24: Der Strand soll nicht länger einfach eine Ansammlung von Sonnenschirmen sein, sondern ein hochwertiges Urlaubserlebnis.

00:12:32: Dafür wird der gesamte Lido in sechzehn große Verwaltungsbereiche aufgeteilt.

00:12:37: Die Betreiber sollen kräftig investieren und gleichzeitig höhere Qualitätsstandards erfüllen.

00:12:44: Das Herzstück der Reform sind größere Stellflächen für jeden Sonnenschirm.

00:12:49: Bis zu vier mal vier Meter Platz soll künftig jeder Gast bekommen.

00:12:54: Komfort also.

00:12:56: Aber die Rechnung hat einen Haken, wenn jeder mehr Platz erhält passen automatisch weniger Sonnenschirme an den Strand.

00:13:04: Schätzungen gehen davon aus dass ihre Zahl langfristig von heute etwa forty-fünfzigtausend auf rund dreißig tausend sinken könnte.

00:13:13: Frage wie viele Sonnenschirme gibt es in Grado?

00:13:16: Etwa sechs bis sieben Tausend?

00:13:19: Noch ist das keine endgültige Vorgabe.

00:13:21: Die Umstellung erfolgt schrittweise doch Die Richtung ist klar.

00:13:27: Weniger Plätze bedeuten auf Dauer auch mehr Konkurrenz um die besten liegen und genau deshalb wird über steigende Preise diskutiert.

00:13:36: Bislang sind sie zwar weitgehend stabil geblieben, doch Premium-Bereiche verlangen schon heute bis zu über vierzig Euro pro Tag für einen Sonnenschirm mit zwei Linen.

00:13:46: Klassische Familienhotels beobachten die Entwicklung deshalb mit gemischten Gefühlen.

00:13:51: Denn viele von ihnen bieten ihren Gästen seit Jahrzehnten den Sonnenschirm im Zimmerpreis gleich mit an.

00:13:58: Wenn Strandplätze knapper werden, könnte dieses Modell irgendwann ins Wanken geraten!

00:14:04: Die Stadt hält dagegen – sie verweist auf moderne Infrastruktur mehr Barrierefreiheit und notwendige Investitionen in den Küstenschutz.

00:14:14: Vierundzwanzig Millionen Euro sollen allein in den Kampf gegen die Erosion fließen ….

00:14:19: Und kostenlose Standabschnitte soll es weiterhin geben… Davon hat mir es ja gerade.

00:14:25: Trotzdem stellt sich eine spannende Frage, wird Jesolo künftig ein Strand für alle bleiben?

00:14:32: Oder entwickelt sich der Lido langsam zu einer Adresse für Gäste mit etwas dickerem Geldbeutel?

00:14:39: Ganz unbekannt kommt uns diese Entwicklung übrigens nicht vor – auch hier in Grado ist seit einigen Jahren eine schleichende Aufwertung zu beobachten!

00:14:49: Immer mehr elegante Strandbars hochwertigere Angebote, exklusive Bereiche und steigende Preise zeigen dass sich auch hier der klassische Familienstrand langsam verändert.

00:15:00: Dazu gab es gerade heute eine Meldung.

00:15:02: wir sprechen darüber in den nächsten Podcastfolge.

00:15:05: Natürlich bleibt Grado deutlich entspannter als Jesolo doch die Richtung scheint ähnlich zu sein Mehr Qualität mehr Komfort aber eben auch ein Stück mehr Luxus.

00:15:19: Und genau darin dürfte die große Herausforderung für viele Badeorte an der Adria liegen, den Strand schöner zu machen ohne ihn für ganz normale Urlauber unbezahlbar werden zu lassen.

00:15:32: Hier kommt meine Meinung!

00:15:34: Ich habe überhaupt nichts gegen Luxus und Komfort – wer hat das schon?

00:15:40: Aber an der gesamten Oberen Adria ist der deutschsprachige Raum die wichtigste Zielgruppe.

00:15:46: Und Italiener glauben immer noch dass bei uns das Geld sehr locker sitzt und wir uns auch höhere Preise locker leisten können.

00:15:55: Also ich kann nicht für Österreich sprechen, aber in Deutschland ist ziemlich deutlich, dass die ganz fetten Jahre wohl erstmal vorbei sind.

00:16:03: Große Unternehmen wie VW wollen mindestens fünfzig tausend Stellen allein in Deutschland streichen.

00:16:10: Die Strandklubbetreiber müssen wirklich aufpassen, dass ihnen ihre Strategie nicht vor die Füße fällt!

00:16:17: Apropos Autos in der Krise.

00:16:19: Was ist denn gerade an der Adria los?

00:16:22: In nur einer Woche haben gleich zwei Autos beschlossen, Baden zu gehen.

00:16:27: Der erste Fall spielte sich im Yachthafen von Sistiana bei Triestab.

00:16:31: Früh am Morgen nach einem Diskothekenbesuch vor ein Wagen mit vier jungen Leuten plötzlich über die Keimauer und landete im Hafenbecken.

00:16:39: Ob ein Fahrfehler oder ein Missglück des Rückwärtsmanövers schuld war müssen die Ermittler noch klären.

00:16:46: Die vier Insassen reagierten jedenfalls blitzschnell.

00:16:49: Sie kletterten aus dem sinkenden Auto, schwammen ans Ufer und kamen mit dem Schrecken davon.

00:16:54: Wenige Augenblicke später verschwand der Wagen auf den Grund des Hafenbeckens – oh das hätte auch echt übel ausgehen können!

00:17:02: Feuerwehr, Karabinieri- und Küstenwache rückten an und bagen das Auto.

00:17:06: Ob das noch fahrtüchtig ist?

00:17:08: Nur ein paar Tage später der nächste spektakuläre Zwischenfall diesmal mitten im Herzen von Trieste direkt an der Piazza Unita di Taya.

00:17:16: Ein einundvierzigjähriger verlor die Kontrolle über seinen Wagen und fuhr geradewegs ins Meer.

00:17:23: Doch der Mann hatte außergewöhnliches Glück, richtiges Schwein!

00:17:28: Ausgerechnet in diesem Moment befand sich eine Delegation der Militärakademie von Modena auf Besuch in der Stadt.

00:17:35: Vier Offiziere und zwei Unteroffiziere zögerten keine Sekunde, sprangen ins Wasser öffneten das Fahrzeug und zogen den Fahrer heraus bevor es vollständig versankt.

00:17:45: Einer der Soldaten verletzte sich dabei leicht.

00:17:47: Der Autofahrer kam mit leichten Blessuren ins Krankenhaus.

00:17:52: Zahlreiche Patienten filmten die spektakuläre Rettung, die Videos verbreiteten sich rasend schnell im Internet – ich schau mal ob ich sie in die Schonauts packen kann!

00:18:01: Sogar die italienische Staatsspitze meldete sich zu Wort.

00:18:05: Verteidigungsminister Guido Crosetto Sprach von einem Beispiel für Mut und Pflichtbewusstsein, den Nazpräsident Ignacio Larusa bedankte sich öffentlich bei den Rettern.

00:18:15: Übrigens, Guido Cruzzetto der italienische Verteidigungsminister, den müsst ihr mal googeln!

00:18:22: So müssen Verteiligungsminister aussehen – absolut irre.

00:18:26: ein Mensch wie aus einem Comicbuch.

00:18:29: Ich verlinke eine Seite zu ihm oder sein Bildern oder zur Wikipedia.

00:18:34: Bleibt nur eine Frage warum landen plötzlich so viele Autos im Wasser?

00:18:38: Die Antwort ist weniger geheimnisvoll, als sie klingt.

00:18:41: An Italiens Häfen verlaufen Straßen oft direkt an der Keilmauer häufig ohne Absperrungen.

00:18:48: Ein Moment der Unachtsamkeit ein falscher Gang oder einen Fahrfehler können reichen.

00:18:54: An Pinos Stammtisch haben die Alten aber eine ganz andere Erklärung.

00:18:59: Die Hitze mache die Leute ganz wuschig.

00:19:01: im Kopf könnte auch was dran sein.

00:19:04: Polizisten auf dem Jet Ski.

00:19:07: Früher reicht den Trieste ein Streifenwagen an der Uferpromenade.

00:19:11: Heute kommt die Polizei auf dem Jetski angeflitzt!

00:19:15: Die Questura hat ihren Sommer-Sicherheitsplan vorgestellt, erstmals patrouillieren zwei Polizeijetzkis regelmäßig vor der Küste von Barcola und der Bucht von Sistiana.

00:19:26: Stationiert sind sie in Porto Piccolo – denn auf dem Wasser wird es jedes Jahr voller.

00:19:35: Segelboote, Motorboote und Jetskis teilen sich den Raum der immer enger wird.

00:19:40: Da braucht es Einsatzkräfte die im Ernstfall innerhalb weniger Minuten am Ort des Geschehens sind.

00:19:46: Polizisten sollen aber nicht nur Rettungseinsätze fahren.

00:19:50: sie achten darauf dass Boote genügend Abstand zu den Badezonen halten niemand mit überhöhter Geschwindigkeit durchs Wasser pflügt Und es gar nicht erst zu gefährlichen Situationen kommt.

00:20:03: Parallel ist auch die Küstenwache verstärkt unterwegs.

00:20:06: Sie kontrolliert Sicherheitsausrüstung, Alkohol am Steuer und die Einhaltung der Regeln auf See.

00:20:12: Ein bisschen wirkt das Ganze wie Miami Beach nur mit mehr Espresso und weniger Palmwiddeln.

00:20:23: Die italienische Weisheit Eure Lieblingshubrik – dieses Mal habe ich eine fast untypische italienisch Redensart gefunden!

00:20:33: Ich hab mich jedenfalls ein bisschen gewundert.

00:20:35: Sie kommt aus Ligurien.

00:20:38: Die Ligura gelten als die Schotten Italiens.

00:20:41: Lustig, dass jedes Land seine eigenen mutmaßlichen Geizhelse hat!

00:20:45: In Deutschland gelten ja die Schwaben als sehr sparsam.

00:20:48: Gibt es so eine Region auch in Österreich?

00:20:51: Gerne mal schreiben.

00:20:53: Jedenfalls das Sprichwort lautet... Gesund aber arm ist wie halb krank.

00:21:03: Sieh an Italiener können auch ganz materialistisch denken oder jedenfalls die Italiener rund um Genua.

00:21:11: Deswegen bleiben wir beim lieben Geld!

00:21:13: Italien kämpft seit Jahren gegen eine ganz besondere Betrugsmasche – diesmal geht es nicht um gefälschte Designer-Handtaschen oder gepanschtes Olivenöl, sondern um die sogenannte Prima Casa also den Erstwohnsitz.

00:21:29: und dieses Mal hat der Staat zugeschlagen.

00:21:33: Die Guardia di Finanza hat jetzt in Tarvisio gleich Siebzig falsche Hauptfondsitzer aufgedeckt.

00:21:39: Ferienwohnungen wurden auf dem Papier zur ersten Wohnung erklärt, obwohl die Besitzer dort in Wirklichkeit nur ein paar Wochen im Jahr Urlaub machten – der Schaden für die Gemeinde hundertsechzigtausend Euro an nicht bezahlter Immobiliensteuer zwischen zwei Tausend zwanzig und zweitausendzwanzig.

00:21:56: Warum macht man sowas?

00:21:58: Ganz einfach!

00:22:00: In Italien genießen Erstwohnung zahlreiche Vorteile.

00:22:04: Wer seinen Hauptwohnsitz korrekt anmeldet und tatsächlich dort lebt, zahlt auf viele Immobilien überhaupt keine EMU also keine kommunale Immobiliensteuer.

00:22:14: Wer dagegen eine Ferienwohnung besitzt muss diese Steuer in aller Regel bezahlen – gerade in bliebten Urlaubsorten kann das schnell mehrere Tausend Euro pro Jahr ausmachen!

00:22:26: Deshalb melden manche Eigentümer ihre Ferien-Wohnungen kurzerhand als Erstwohn-Sitz an.

00:22:32: Offiziell wohnen sie dann am Meer oder in den Bergen, tatsächlich leben und arbeiten sie aber hunderte Kilometer entfernt.

00:22:40: Und die Vorteile hören bei der Steuer oft noch nicht auf!

00:22:44: In vielen Badeorten gibt es für einheimische günstigere Parkausweise – in Grado dürfen Bewohner in zahlreichen Bereichen kostenlos oder stark vergünstigt parken während Urlauber zahlen müssen.

00:22:57: Auch bei den Strandkarten gibt es häufig Rabatte für Residenzen.

00:23:01: Manche Gemeinden bieten vergünstigte Saisonkarten oder bevorzugte Tarife an.

00:23:06: Dazu kommen manchmal günstigere Müllgebühren, kommunale Leistungen oder andere Vergünstigungen.

00:23:13: Gerade in Grado wird deshalb seit Jahren immer wieder darüber diskutiert wie viele angebliche Einwohner tatsächlich dauerhaft dort leben.

00:23:22: Offiziell sind wir siebentausend siebenhundert und inoffiziell vermutlich er sechstausend.

00:23:29: In Tarvisio gingen die Ermittler besonders gründlich vor.

00:23:33: Sie verglichen Melderegister, Arbeitsorte, Hausärzte und Schulen der Kinder.

00:23:39: Außerdem schauten sie sich Strom-, Wasser- und Gasverbrauch an!

00:23:43: Und genau dort vielfielen Betrügern ihre Geschichte auf die Füße.

00:23:47: Denn wenn in einer angeblichen Hauptwohnung elf Monate lang kaum Wasser fließt und erst in den Sommerferien plötzlich Klimaanlage herrt und Waschmaschine auf Hochtouren laufen wird klar hier wohnt Niemand dauerhaft.

00:24:02: Unter den siebzig Verdächtigen stammen sixundvierzig aus der Provinz Udine, sieben aus Trieste drei aus Pordenone und weitere aus dem übrigen Nordosten Italiens.

00:24:12: Eine der überprüften Wohnungen hat einen Wert von siebenhundertdreißig tausend Euro.

00:24:17: Der Spitzenreiter schuldete der Gemeinde siebentausend sieben hundert Euro an nachzuzahlender Steuer.

00:24:23: Das Phänomen ist keineswegs neu!

00:24:26: In Cortina d'Ampezzo wurden erst Anfang dieses Jahres dreißig falsche Residenzen entlarvt.

00:24:32: Dort ging es um rund fünfhundertfünfzigtausend Euro hinterzogene IEMU.

00:24:37: Noch größer war der Fall in Auron-Sodikadore, dort erwischte die Finanzpolizei bereits hundertdreißig Scheinbewohner, die den Gemeinden zusammen etwa achthundertfünfzehntausend Euro vorenthalten hatten – bei kleinen Orten schon eine hübsche Summe!

00:24:53: Die Bürgermeister schlagen deshalb Alarm.

00:24:56: Gerade kleine Tourismusgemeinden leben.

00:24:58: von diesen Einnahmen.

00:25:00: fehlen hunderttausend Euro in der Gemeindekasse, wird es schwieriger Straßen zu sanieren, Strände sauberzuhalten oder öffentliche Dienstleistungen zu finanzieren.

00:25:09: Der Bürgermeister von Tarvisio bedankte sich bei der Guardia di Finanza – die Gemeinden allein hätten oft gar nicht genug Personal um solche aufwendigen Kontrollen durchzuführen und deshalb dürfte diese Aktion erst der Anfang gewesen sein!

00:25:24: Die Finanzpolizei kündigt bereits an ähnliche Kontroll- künftig auch in anderen Ferienorten durchzuführen.

00:25:31: Na, ob Sie auch mal nach gerade kommen?

00:25:34: Wer also glaubt mit einer Ferienwohnung und einem kreativen Eintrag ins Melderegister dauerhaft Steuern sparen zu können sollte sich nicht so früh freuen denn manchmal verrät nicht der Nachbar den Betrüger sondern der Wasserzähler.

00:25:50: Jetzt zum König der Betrüge jedenfalls mutmaßlich.

00:25:54: Mario Adinolfi steht unter Hausarrest.

00:25:57: Was für eine Typ merkt euch diesen Namen?

00:26:00: Adinolfi ist ein bizarrer, schillernder Charakter wie aus einem Film.

00:26:05: Der Abgeordnete und Journalist steht jetzt im Mittelpunkt einer umfangreichen Betrugsermittlung.

00:26:11: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor über Onlinegruppen Dutzende Menschen dazu gebracht zu haben Geld in ein angeblich sicheres Sportwettsystem zu investieren.

00:26:21: Den Anlegern seien außergewöhnlich hohe Gewinne versprochen worden.

00:26:26: Nach Angaben der Ermittler flossen vier Kommasieben Millionen Euro in sein System.

00:26:30: Ein erheblicher Teil des Geldes soll nicht für Sportwetten verwendet worden sein, sondern für private Ausgaben Adinolfis darunter reisen und Aufenthalte ins Schickenhotels.

00:26:42: Ein Untersuchungsrichter ordnete Hausarrest an und bezeichnete Adinulfi als gesellschaftlich gefährlich weil er trotz laufender Ermittlungen weiterhin neue Anleger angeworben haben soll.

00:26:55: gehört zu den seltsamsten Figuren der italienischen Politik.

00:26:59: Und das will was heißen!

00:27:01: Katholischer Fundamentalist, ehemaliger Linkspolitiker, Journalist, Blogger, Poker-Spieler und Fernsehstar.

00:27:09: Genau diese Widersprüche bringen ihn immer wieder ins Rampenlicht – was er sehr genießt.

00:27:16: Geboren wurde er in Rum.

00:27:20: Schon als Student engagierte er sich in der katholisch geprägten Nachfolge der Demokratzieher Christiana und machte Frühkarriere im damaligen Mitte-Links-Lager.

00:27:29: Er gehörte sogar zu den Mitbegründern des Partito Democratico, kandidierte für Dessen Parteivorsitz und saß für einige Monate im italienischen Parlament – wie gesagt für die Linkspartei oder vergleichen wir es mit Deutschland und Österreich SPD SPÖ.

00:27:48: vollzog er jedoch eine spektakuläre politische Kehrtwende, was in Italien überraschend häufig vorkommt.

00:27:55: Er entwickelte sich zu einem der lautstärksten Vertreter des konservativen politischen Katholizismus.

00:28:01: In den letzten Jahren gründete er die Partei Il Popolo della Familia.

00:28:05: Im Mittelpunkt stehen der Kampf gegen Abtreibung, gegen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare, gegen Leimutterschaft und gegen Genderprogramme an Schulen.

00:28:15: Die Partei blieb allerdings unbedeutend und erreichte landesweit nie mehr als ein Prozent der Stimmen.

00:28:22: Adi Neufi arbeitete für die Reihe moderierte Radio- und Fernsehsendungen, schrieb Kolumnen und gründet die katholische Online-Zeitung La Croce.

00:28:31: Gleichzeitig war er einer der ersten italienischen Blogger mit großer Reichweite und verstand es früh, soziale Medien zur Selbstinszenierung zu nutzen.

00:28:42: Eine seiner ungewöhnlichsten Leidenschaften ist Puka!

00:28:46: Adinolfi spielte professionell, erreichte als erster Italiener einen Finaltisch der World Pokatur und verdiente nach eigenen Angaben zeitweise erhebliche Summen mit Pokaturnieren.

00:28:58: Deswegen galt er lange als kuriosem Mischung aus strengengläubigen Katholiken-und Glücksspielprofi – ein Widerspruch den er selbst nie als solchen empfand.

00:29:08: Bekannt ist Adinofi außerdem für seinen provokanten Stil.

00:29:12: Er sucht regelmäßig die öffentliche Konfrontation und geriet immer wieder wegen Äußerungen über Homosexualität, Frauenrechte oder Genderfragen in die Kritik.

00:29:22: Nun steht er vor dem Aus.

00:29:25: Adi Neufi bestreitet die Vorwürfe – seine Festnahme dürfte seinen ohnehin außergewöhnlichen Lebenslauf um das bislang schwerwiegendste Kapitel ergänzen.

00:29:35: Aber wie ich Italien kenne wird der Typ noch lange weiterum herspucken!

00:29:42: Jetzt zu den ehrlichen Menschen.

00:29:45: Und wie schön, es betrifft Grado!

00:29:47: Diese Meldung ging durch alle italienischen Zeitungen.

00:29:50: Ein österreichisches Paar vergaß in einem Rucksack bei einem Strandclub in Grado Pineta.

00:29:55: drei tausend Euro.

00:29:57: Betreiberin Maddalena und ihre Angestellten bewahrten den Rucksacks ein paar Stunden auf – als sich niemand meldete, warfen sie einen Blick ins Innere.

00:30:06: Dort fanden sie unter anderem einen Personalausweis sowie das viele Bargeld.

00:30:10: Sie übergaben den Rucksack den Karabinieri, die die Besitzer schnell ausfindig machten.

00:30:16: Als Autor darf man ja spekulieren.

00:30:19: wer einfach irgendwo dreitausend Euro liegen lässt und anschließend auch keinen größeren Aufstand macht um sie wiederzufinden der scheint einen besonderen Bezug zum Geld zu haben.

00:30:29: anders ausgedrückt erscheint so viel davon zu besitzen dass er sich vom Verlust von drei tausend euro nicht den Urlaub verderben lässt beneidenswert.

00:30:38: Wenn ich jemals eine Summe von drei tausend Euro mit mir rumschleppen würde, hielte ich die Geldböse wie ein Baby in beiden Händen vor der Brust.

00:30:47: Und jeder, der sich mehr als zwei Meter näherte, würde angeknurrt werden!

00:30:53: Einen ähnlich entspannten Umgang mit Geld brauchen Interessenten der Isola Ravaierina – Die Insel in der Lagune von Grado ist auf dem Markt.

00:31:02: geforderte Kaufpreis drei Millionen Euro.

00:31:06: Das Fünfhundertsechsohn-Siebzigtausend Quadratmeter große Areal, entspricht Achtzig Fußballfeldern liegt nur wenige Bootsminuten von Grado entfernt und verfügt über eine eigene Anlegestelle zwei Häuser sowie ein ehemaliges Ausflugslokal.

00:31:22: Die Gebäude bieten noch Hausbaupotenzial wie es in der Markler Sprache heißt sind also ziemlich zerfallen.

00:31:30: Interessant wäre ein touristischer Betrieb.

00:31:32: viele Jahre lang gab es dort ein Restaurant das allmählich zur Event Location wurde und schließlich den Betrieb einstellte.

00:31:40: Ein spannendes Objekt, keine Frage!

00:31:43: Eine kleine Insiderinformation von mir abgesehen davon dass es mit den drei Millionen Euro noch lange nicht getan ist an der Insel haben sich schon einige versucht.

00:31:54: Ein Restaurant in der Lagune klingt wie eine wunderbare Idee.

00:31:58: das Problem ist die Logistik.

00:32:00: Gäste angestellt und Lieferanten kommen nicht alle im eigenen Boot.

00:32:04: ein Shuttle Service ist personalintensiv.

00:32:07: Der Aufwand würde sich vervielfachen, wenn potenzielle Investoren über ein Hotel nachdenken.

00:32:12: Wer mitbieten will sollte also sehr viel Geld auf dem Konto haben oder einfach nur tausend Rucksäcke schüsseliger Österreicher finden – eine Spitztour die fünftausend Euro kostet!

00:32:25: Wer glaubt ein bisschen Tuning am E-Bike sei ein Cavaliersdelikt sollte diese Geschichte aus Montfalkone hören?

00:32:32: Dort hat die Stadtpolizei ein vermeintliches Elektrofahrrad aus dem Verkehr gezogen und am Ende wurde daraus ein Fall für die ganz große Bußgeldkasse.

00:32:43: Den Beamten fiel auf, dass auf dem Rad gleich zwei Personen saßen und trotzdem niemand in die Pedale trat.

00:32:50: Das Gefährt rollte allein mit dem Gasgriff dahin – das machte die Polizisten misstrauisch!

00:32:58: Bei der Untersuchung in einer Fachwerkstatt bestätigte sich der Verdacht Das Fahrzeug hatte mit einem normalen E-Bike praktisch nichts mehr zu tun.

00:33:06: Denn in Italien, wie auch nach den europäischen Vorschriften gilt ein E-bike nur dann als Fahrrad wenn der Motor ausschließlich beim Treten unterstützt!

00:33:15: Ein Gasgriff, mit dem das Rad ganz ohne Muskelkraft fährt verändert die rechtliche Einstufung komplett.

00:33:22: Plötzlich ist das Fahrrad nämlich kein Fahrrad mehr sondern rechtlich ein Kleinkraftrad also ein Moped Und dafür gelten ganz andere Regeln.

00:33:32: Das Fahrzeug braucht eine Zulassung, ein Kennzeichen, eine Versicherung und muss bestimmte technische Vorschriften erfüllen.

00:33:39: Der Fahrer benötigt die passende Fahrerlaubnis.

00:33:41: außerdem besteht Helmpflicht.

00:33:44: Weil all das fehlte wurde das Fahrzeug sofort beschlagnahmt.

00:33:49: Zusätzlich droht dem Besitzer ein Bußgeld von mehr als fünf tausend Euro.

00:33:54: Aus einer vermeintlich cleveren Bastelarbeit wurde also ein ausgesprochen teurer Ausflug.

00:34:01: Bleiben wir bei den Motoren.

00:34:02: als letzte Meldung von heute?

00:34:04: Eine Leserzuschrift!

00:34:06: Lieber Stefan Maywald, viele Grüße von LIGE-HundertvierundVierzig.

00:34:11: Seit zehn Jahren habe ich Kinder und ist nicht mehr geschafft richtig konzentriert zu lesen.

00:34:17: Mein Leben am Strand ist das erste Buch seit zwei Tausendsechzehn welches ich noch dazu am Niegestuhl in Grado spontan und gleich in einem Zug ohne Pause durchgelesen habe.

00:34:27: Ich möchte gratulieren, es ist fantastisch geschrieben und hat mir sehr viel Lebens- und Urlaubsfreude bereitet.

00:34:33: Danke dafür!

00:34:34: Alles Gute mit freundlichen Grüßen Patrick.

00:34:37: Jetzt kommt PS.

00:34:38: Für einen Ausflug in ein thematisch vielleicht weiter entferntes geografisch an Grado aber sehr naheliegendes Thema empfehle ich die weltweit einzigartige Publikation Avio Portolano über winzige oft unregistierte kleinst Flughäfen in Italien.

00:34:57: Es ist beeindruckend, welche verborgenen Schätze sich da menschlich, historisch und landschaftlich auftun.

00:35:03: Ob in LIPV der Graspiste am Lido di Venezia – hier trafen sich angeblich Hitler- und Mussolini das erste Mal persönlich direkt am Vorfeld oder der Wiese von Ali die Klasse in Ravenna!

00:35:16: Was und wie sich die Italiener damit ihren kleinen Kisten geschickt mit der Bürokratie manövrierend zusammenbringen?

00:35:22: Ist romantische, pure Freiheit und Freundschaft….

00:35:25: Wenn Interesse besteht, hole ich sie gerne mit dem Flieger ab und wir machen uns gemeinsam auf Entdeckungsreise.

00:35:32: Vielleicht zum Flugplatz Kourizia errichtet neunzehnt elf oder zum Winzer Turus mit eigenem Landeplatz.

00:35:39: die wirken sehr freundlich dort.

00:35:41: Anekdote vom August zwei tausendfünfundzwanzig aus Ali die klasse.

00:35:45: ein älterer Herr landet kurz nach mir in seinem Ultraligero ohne Funk und ohne Transponder.

00:35:51: ob er wisse wo die nächste tanke sei oder wo ich ein paar Liter Benzin bekomme, frage ich Ihnen.

00:35:56: Sie, Tiaro, fliegt zehn Minuten nach Norden – da ist mein Haus!

00:36:00: Kannst direkt davor landen?

00:36:01: Die Piste ist zweihundertfünfzig Meter lang.

00:36:04: Ich habe einen Fass mit Sprit daheim.

00:36:06: Ich warte dort auf Dich bis später.

00:36:09: Irre... Ein Weingut mit eigener Landebahn und von dieser ganzen Luftpiratengeschichte wusste ich auch noch nichts.

00:36:15: Werde ich mal dranbleiben.

00:36:18: Ob ich einen Rundflug mache, wer mich kennt, fliegen es nicht.

00:36:22: so meins So, das war's für heute.

00:36:26: Was gibt es Neues vom Schreibtisch?

00:36:28: Jeden Freitag bekommt ihr von mir die mediterrane Wochenschau auf postausitalien.com mit Neuigkeiten aus Grado und der Adria – kostenlos und werbefrei natürlich!

00:36:39: Ihr könnt die meditterane Wochenschau ganz einfach oben auf der Startseite bei postausItalian.com abonnieren.

00:36:48: Abonniert oder folgt auch diesem Podcast und empfehlt Ihnen gerne an gute Freundinnen und Freunde weiter.

00:36:54: Auf Instagram findet Ihr mich unter Buch & Wein, dort gibt es kleine Filme über mein Leben in Italien – dann bleibt ja auch über alle meine Projekte auf dem Laufenden!

00:37:05: Jetzt erstmal einen Kaffee bei Pino.

00:37:08: Bis bald und immer schön deutsche Vita bleiben!

00:37:21: Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert den Podcast und lasst uns eine Bewertung da.

00:37:26: Das hilft uns noch mehr Menschen zu begeistern!

00:37:29: Für mehr Italianita folgt mir auf Instagram oder besucht meinen Blog postausitalien.com.

00:37:36: Grazie mille und bis zur nächsten Folge.

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