#28: Ein einsamer Wolf, Hollywood in Jesolo, das Pasta-Paradox
Shownotes
Hier kommen die bunten Neuigkeiten aus Italien, darunter:
- ein einsamer Wolf zwischen Grado und Triest
- ein streunender Hund auf Sardinien
- Jesolo in Hollywood
- ein neues Stadion in Grado
Außerdem gibt es Italien-Themen für Kenner, darunter:
- das Pasta-Paradox: Warum essen Italiener dauernd Nudeln und sind trotzdem so schlank?
- die italienische Weisheit: »I bicchieri vuoti sono pieni di storie«
- warum uns das Flanieren so gut tut
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Fragen, Wünsche, Anregungen? Wen wollt ihr mal als Gast hören, welche Themen soll ich mir vornehmen, was würdet ihr wirklich gern wissen? Schreibt mir: radioadria@gmx.de
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Der Podcast ist eine Produktion von https://www.studiovenezia.de
Transkript anzeigen
00:00:06: Buongiorno und herzlich willkommen bei Radio Adria, dem Podcast aus Italien.
00:00:11: Hier dreht sich alles um la Deutsche Vita – um das Lebensgefühl zwischen Espresso und Aperitivo, um die kleinen Geheimnisse und großen Geschichten dieses wunderbaren Landes!
00:00:22: Ich bin Stefan Maywald, Autor- und Wahlitaliener aus Grado und ich nehme euch mit auf eine Reise voller Sonne Genuss und Italianità also zurücklehnen entspannen und ein bisschen Italien ins Leben lassen.
00:00:37: Andiamo!
00:00:45: Buongiorno aus Grado, das Meer wird wärmer und wartet auf euch.
00:00:52: So langsam geht es los mit der Sorge um die Strandfigur.
00:00:56: aber hey was für einen Quatsch?
00:00:59: Ich muss Euch da mal beruhigen denn Italienerinnen und Italienern wissen Eleganz und Suverinität sind besser als das Sixpack oder die Sanduhrfigur.
00:01:11: Also macht euch nicht verrückt.
00:01:14: Aber klar, wie alle wollen sagen wir mal gesund aussehen.
00:01:19: und gleich kommt eine wichtige Hörerfrage zu diesem Thema.
00:01:23: aber vorher was erwartet euch in dieser Folge?
00:01:26: Ein einsamer Wolf zwischen Grado und Triest ein streunender Hund auf Sardinien Jesolo in Hollywood ein neues Stadion in Grado Das Pasta-Paradox.
00:01:42: Rein in die Folge!
00:01:48: Beginnen wir mit einer höheren Frage von Peter A. Er schreibt, hier in Deutschland ist schon seit Jahren eine regelrechte Gesundheitsmanie ausgebrochen.
00:01:57: Die Buchläden sind voll mit Gesundheitsbüchern über Essen, Fitness und hundert Jahre alt werden.
00:02:02: das gleiche gilt fürs Fernsehen.
00:02:04: kein Abend ohne diesbezügliche Programme Und dort wo früher in jedem Dorf eine Pizzeria und Eisdiele war gibt es heute ein Fitnessstudio.
00:02:13: Das Problem ist, dass man sich als Bürger in diesem Land dem kaum noch entziehen kann und man schon ein schlechtes Gewissen bekommt wenn man es sich kulinarisch gut gehen lässt und danach nicht eine Runde joggt.
00:02:25: Es geht nicht mehr um Genuss sondern um das richtige Verhältnis von Proteinen, Kohlenhydraten & Fett mit dem dazugehörigen Muskeltraining- und Fitnessprogramm.
00:02:34: Auch in den Supermärkten findet man immer mehr Proteinprodukte Low Carb Salat und vegane Pizza mit Sojakäse.
00:02:41: Schrecklich!
00:02:42: Hochlebe, Doktor Frohböse, Matthias Riedl oder Anne Fleck und wie sie alle heißen.
00:02:49: Das sind die neuen TV-Stars mit dieser Thematik.
00:02:53: Kurzer Einwurf von mir – ich kenne Anne Flecks!
00:02:56: Gute Frau, schöne Grüße!
00:02:58: Weiter im Leserbrief.
00:03:00: Wie ist das in Italien?
00:03:02: Low Carp im Pasterland ist ja kaum vorstellbar.
00:03:05: Wie halten sich die Italiener fit und schlank ohne sich diesem Fitnesswahnsinn zu
00:03:10: unterwerfen?!
00:03:11: Was kann man bei diesem Thema von den Italienern lernen.
00:03:15: Wie kommt man raus aus der Falle, bleibt entspannt und macht trotzdem eine Bella Figur?
00:03:22: Wie Sie selber sagen sind sie kein Ratgeber – aber was beobachten Sie diesbezüglich in Italien mit freundlichen Größen Peter A.?
00:03:31: Ja das wirkt erst mal widersprüchlich, stimmt!
00:03:34: Aber wenn man genau hinschaut, dass tue ich ja seit twenty-fünf Jahren spielen mehrere Faktoren zusammen.
00:03:41: Es ist nicht trotz, sondern eher wegen der Gesamtlebensweise.
00:03:46: Gehen wir es mal durch!
00:03:47: Erstens Die Portionen sind deutlich kleiner.
00:03:52: In Italien wird zwar Pasta, Pizza und Brot gegessen Aber Pasterportionen sind wirklich viel kleiner als zum Beispiel in Deutschland.
00:04:00: Hier wird mit Achtzig Gramm gerechnet.
00:04:04: Also ich zu meinen Singlezeiten Als Student Ich habe ernsthaft und ohne Probleme beinahe komplette Fünfhundert Gramm Packungen verdrückt.
00:04:14: Aber klar, in dem Alter verbrannte man auch noch anders!
00:04:17: Hier in Italien gibt es selten Berge von Nudeln mit schwerer Soße.
00:04:38: statt Masse.
00:04:39: Typisch ist die mediterrane Ernährung, da gibt es ja auch schon tausend Bücher drüber – viel Gemüse, Olivenöl und Fisch.
00:04:47: Vor allem aber das ist ganz wichtig!
00:04:50: Ganz wenige stark verarbeitete Lebensmittel.
00:04:53: also hier gibt es frische Zutaten statt Fertigprodukte.
00:04:57: Dazu eine interessante Zahl, die ich immer als Quizfrage auf meinen Lesungen stelle….
00:05:02: Die Deutschen ernähren sich zu fünfzig Prozent mit Fertichprodukten.
00:05:06: noch schlimmer Treiben es in Europa nur die Briten.
00:05:10: Sechzig Prozent Italien, was schätzt ihr?
00:05:15: Nur achtzehn Prozent.
00:05:17: Zweit niedrigster Wert in Europa.
00:05:20: Nur die Portugiesen liegen mit vierzehnt Prozent darunter.
00:05:24: Das sorgt für bessere Sättigung und weniger leere Kalorien.
00:05:29: Drittens Weniger Snacks und kaum Daueressen.
00:05:34: Viele Italiener essen nur zwei bis maximal drei echte Mahlzeiten.
00:05:39: Das Frühstück entfällt oft schon mal komplett oder besteht nur aus einem Espresso und das ist auch erstaunlich, es gibt kaum Snacking zwischendurch!
00:05:49: Ich weiß noch dass früher die Frauenzeitschriften voll mit der Idee von den fünf kleineren statt drei größeren Mahlzeit waren.
00:05:57: heute gilt das als widerlegt denn wer praktisch ständig ist der futtert ganz schnell unkontrolliert mehr.
00:06:07: Viertens.
00:06:08: Bewegung im Alltag.
00:06:10: Auch ohne Gymkultur sind Italiener viel zu Fuß unterwegs, viele Gebäude haben keinen Aufzug die Städte sind lebendiger man geht mehr und häufiger zu Fuß.
00:06:23: Und ein sehr interessanter und meines Erachtens unterschätzter Aspekt Italien ist ein extrem hügeliges ja bergiges Land auch wenn es selten als ein solches charakterisiert wird.
00:06:35: Schaut euch mal eine geografische Karte von Italien an.
00:06:39: Beinahe jede Region ist extrem schroff, beinah jeder Ort hat gewaltige Höhenunterschiede.
00:06:45: Größere Ausnahmen sind nur die obere Adria, die Pro-Ebene und Teile Apuliens.
00:06:52: Fünftens Essen ist ein Ritual – kein nebenbei!
00:06:57: Man sitzt, man ist bewusst, man isst langsam.
00:07:02: Es gibt kaum Essen to go oder vor dem Bildschirm.
00:07:05: Das verbessert das Sättigungsgefühl enorm.
00:07:09: Sechstens, eine persönliche Beobachtung von mir... Süßes ist selten!
00:07:14: Ich kann es nicht anders erklären.
00:07:16: Die Dessers wenn sie überhaupt kommen sind oft kleiner und süßes is kein Dauerzustand wie bei meiner Oma in Deutschland wo es immer einen süßen Teller gab.
00:07:29: Außerdem weiß ich, dass es in vielen deutschen Haushalten zumindest am Wochenende Kaffee und Kuchen gibt.
00:07:34: Hier völlig unbekannt!
00:07:37: Siebtens die Genügsamkeit.
00:07:40: Ich sehe es ja an meinem Schwiegervater Er trinkt zum Abendessen ein Glas Wein Aber eben nie mehr Egal wie lang das Abendessen geht.
00:07:50: Okay beim Ostermenü habe ich dann doch mal nachgeschenkt.
00:07:54: Wichtig zu wissen Italien wird nicht nur von schlanken Menschen bewohnt.
00:07:58: Die Übergewichtsrate ist auch hier gestiegen, aber ist im Schnitt immer noch niedriger als in fast allen anderen westlichen Ländern.
00:08:07: Kurz gesagt Italiener sind nicht schlank weil sie Low Carb ignorieren sondern weil sie weniger bewusster hochwertige Essen und bewegter leben.
00:08:18: Meine Podcast-Producerin Birgit war ja ein paar Wochen hier in Grado und hat mit all dem ohne Kalorien zu zählen Drei Kilo abgenommen, was ja nun wirklich eine tolle Sache ist und ein absoluter Beweis für all das ist, was ich gerade gesagt habe.
00:08:33: Am letzten Abend hab' ich sie dann verführt zum besten Tiramisu der Welt und dann war ein Kilo wieder drauf.
00:08:41: also das tut mir leid aber dass Tiramissou weiß definitiv Wert!
00:08:46: Und noch eine höhere Rinnenzuschrift zum Thema Essen und Trinken aber ganz anders.
00:08:52: Eine Hotelbesitzerin aus Italien schrieb mir Folgendes Ich hätte einen Input für deinen Podcast, gerade habe ich die Folge vier gehört über das richtige Verhalten in italienischen Restaurants.
00:09:21: Die Gastronomen sind dann noch nicht bereit oder haben noch Gäste und die wartenden Sorgen für Unruhe.
00:09:28: Ich kommuniziere das jetzt an meine Gästen, dass zu früh auch nicht gut ist!
00:09:33: Falls du das mit aufnehmen willst geht wahrscheinlich mehreren Gastronomens so.
00:09:38: Ist hiermit getan – Danke für die Zuschrift – und ein Eingeständnis In der Nebensaison bin ich auch gern früh dran weil ich dann zehn Minuten für mich habe und ein bisschen lesen oder Minotizen machen kann bevor die Familie dazustößt.
00:09:53: In der Hauptsaison würde ich mir das nicht erlauben, aber... Ich fasse mich mal an die eigene Nase und werde mich bessern!
00:10:05: Die italienische Weisheit Das ist eure Lieblingsrubrik und ich habe sie in den letzten Folgen etwas vernachlässigt – wird nicht mehr passieren.
00:10:15: Also… Voll von Geschichten.
00:10:27: Ich mag das und deswegen schenken wir nach, um noch mehr gute Geschichten zu liefern.
00:10:36: Wir gehen ins Stadion!
00:10:41: Das Fußballstadion von Grado gehört zu den Orten mit der schönsten Aussicht.
00:10:45: da kommt kaum eine andere Sportstätte mit.
00:10:49: Von der Tribüne blickt man über die Lagune bis nach Barbana.
00:10:52: ab und zu landet auch mal ein Befreiungsschlag im Wasser Und ehrlich gesagt viele Jahre lang war der Blick auf die Lagune auch interessanter als der Blick das Spielfeld.
00:11:05: Aber in diesem Jahr spielt Gradese Calcio übrigens in den Farben Rot-Weiß wie Österreich richtig gut und Fans und Spieler träumen vom Aufstieg.
00:11:15: Vor zwei Wochen gab es gar einen Zehnt zu Nullsieg, aber dass man im letzten Monat eines der schnellsten Tore überhaupt kassierte?
00:11:23: Nach fünf Sekunden senkte sich der Ball direkt nach dem Anstoß hinter dem verdutzten Torwart ins Netz.
00:11:29: Und wegen dieses einen Tors auch noch Verlohr schmerzt nach wie vor.
00:11:34: Egal, Sportler müssen immer nach vorn blicken!
00:11:38: Denn man hat große Pläne – nicht nur den Aufstieg in die nächsthöhere Liga….
00:11:43: Auch das Stadion soll schöner werden.
00:11:46: Die Tribüne und auch umkleideräume sind in einem miesen Zustand ….
00:11:51: und lange stand die Idee im Raum ein komplett neues Stadions zwischen Cittajardino und Grado Pineta zu errichten.
00:11:59: Doch nun bleibt man beim alten Standort.
00:12:02: Gut so!
00:12:03: Und man nimmt ordentlich Geld für die Verschönerung in die Hand.
00:12:07: Gleich nach Saisonende hat die Gemeinde, der das Stadion gehört, grünes Licht gegeben – so spontan dass ein lange geplantes Freundschaftsspiel gegen eine österreichische Auswahl, das um Pfingsten steigen sollte, abgesagt wurde.
00:12:20: Dabei waren die Hotelzimmer schon gebucht.
00:12:24: etwas ärgerlich für die Organisatoren aber so ist Italien.
00:12:29: Seit zwölf war die Stadion-Renovierung geplant, dann passierte lange nichts und auf einmal geht es doch ganz schnell.
00:12:39: Immerhin drei Komma fünf Millionen Euro fließen in die Restaurierung teilweise übrigens aus EU Mitteln.
00:12:45: also können wir alle uns ein wenig als Bauherren fühlen.
00:12:50: Die Tribüne soll komplett erneuert und überdacht werden.
00:12:53: auch die Umkleideräume werden erneut.
00:12:56: Das Spielfeld bekommt eine Bewässerungsanlage.
00:12:59: Was bleibt ist der Lagunenblick.
00:13:02: und weil ich sehr oft gefragt werde, wo man denn in Grado das authentische Italien erleben kann.
00:13:09: – das Fußballstadion ist ein guter Anfang.
00:13:12: Hierhin verirren sich selten Touristen.
00:13:15: Über die Qualität der Stadionbratwurst schweigen wir höflich!
00:13:20: Ich schicke meinem Kumpel Fabian aus Thüringen immer Fotos.
00:13:26: Manchmal ist es auch in Italien nicht wichtig, was man isst.
00:13:30: Sondern wo und mit wem?
00:13:33: Das Kurioseste, was ich im Stadion je erlebt habe – eine rote Karte wegen Gotteslästerung!
00:13:40: Ist in Italie tatsächlich rotwürdig beim Fußball oder auch in anderen Sportarten?
00:13:46: Auch ein Tennis-Spieler kann mit Matchverlust bestraft werden.
00:13:50: Normales Fluchen ist erlaubt.
00:13:53: In Maßen Die wichtigsten Schlagzeilen.
00:14:00: In Trieste ist am Strand von Barcola ein spektakulärer Fund gemacht worden, als Spaziergänger im Sand mehrere metallische Gegenstände entdeckten die sich als nicht explodierte Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg herausstellten.
00:14:14: Der Bereich wurde sofort abgesperrt.
00:14:16: Spezialisten rückten an und entschärften die Bomben.
00:14:20: Für Badegäste bedeutete das eine kurzfristige Sperrung.
00:14:23: Danach konnte der Strand wieder freigegeben werden.
00:14:26: Meine Frau hat ja auch mal am Strand von Grado eine Bombe gefunden oder besser, eine gewaltige Geschützpatrone.
00:14:34: Sie lag direkt im Spülsaum – es war im Winter!
00:14:38: Was passierte?
00:14:39: Die Karabinieri rückten an und brachten sie mit einem Bagger also das Geschoss nicht meine Frau mitten auf den Strand und schütteten mit dem selben Bagger mehrere Kubikmeter Sand drüber.
00:14:51: Problem erstmal erledigt.
00:14:53: ein paar Wochen später kamen dann endlich die Spezialisten und holten die Patrone ab.
00:15:00: Noch eine wilde Schlagzeile, an der Mündung des Isonzo nur ein paar Kilometer von Grado entfernt ist ein Wolf gesichtet worden.
00:15:08: in der Region sehr ungewöhnlich Beobachtet wurde das Tier von mehreren Personen unabhängig voneinander was die Sichtung glaubwürdig macht.
00:15:18: Experten gehen davon aus dass es sich um ein einzelnes Exemplar handelt vermutlich ein junges Tier, das auf der Suche nach neuem Lebensraum ist und dabei größere Distanzen zurücklegt.
00:15:30: Solche Wanderbewegungen sind in Italien in den letzten Jahren häufiger geworden, da sich die Wolfspopulation insgesamt wieder erholt hat.
00:15:39: Für Naturschützer ist die Rückkehr ein gutes Zeichen – gleichzeitig sorgt die Sichtung aber auch für Unsicherheit bei Landwirten und Anwohnern, Auch, wenn konkrete Vorfälle dort zumindest bislang nicht bekannt sind.
00:15:56: Ich kenne das Dilemma aus Kärnten – eigentlich ist man ja Team Wolf!
00:16:01: Man freut sich irgendwie, dass so ein cooles Tier wieder seinen Lebensraum gefunden hat.
00:16:06: Aber wenn man dann Bilder der gerissenen Schafe sieht, geredet man doch ins Krübeln.
00:16:12: Und gerade heute am Tag der Aufnahme dieser Folge meldet auch Aquilaer-Wolfs Sichtungen.
00:16:19: Erst waren es Schakale Jetzt sind auch Wölfe da.
00:16:24: Die Präsenz der Wölbe wurde in den letzten Wochen festgestellt insbesondere, in der Gegend der Via Partida, wo Hinweise auf mögliche Durchzüge der Tiere gefunden wurden.
00:16:36: Aquileias Bürgermeister Emanuele Zorino betont jedoch dass es sich vermutlich um ein einzelnes Tier handelt das durch Nahrungsquellen angezogen wurde.
00:16:46: Es handelt sich um ein geschütztes Tier dessen Anwesenheit von der regionalen Forstpolizei bestätigt wurde.
00:16:52: Es besteht keinerlei Gefahr für die Bevölkerung, erklärt der Bürgermeister.
00:16:57: Er ruft dennoch zur Vorsicht und zur Einhaltung der Verhaltensregeln auf.
00:17:02: Keine Ernährungen an das Tier, keine Fütterung – und keine Abfälle offen liegen lassen!
00:17:09: Die Bürger werden außerdem gebeten, Sichtungen den Behörden zu
00:17:13: melden.".
00:17:15: Es gab in den letzten Tagen tatsächlich Schakal-Angriffe auf Nutztiere im Aquileer.
00:17:20: Auch in diesem Fall betont die Verwaltung, dass keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung besteht.
00:17:27: Als die Meldung kam habe ich mit einer Freundin aus Aquileia telefoniert, deren Nachbar hat sieben scharfe und sechs Lämmer verloren – also schon ein echtes Problem.
00:17:39: Jetzt aber etwas Glamour!
00:17:42: Jesolo wird Filmset.
00:17:44: Costiera bringt internationalen Serienglanz an die Adria.
00:17:49: Jesolo wird zur Bühne für eine internationale Serienproduktion und diesmal geht es nicht nur um schöne Bilder am Strand.
00:17:58: Gedreht wird für die Amazon Prime Serie Costiera, eine englischsprachige Drama- und Actionproduktion.
00:18:05: Cool Idee?
00:18:06: Im Zentrum steht die Figur Daniel de Luca genannt
00:18:09: D.D.,
00:18:10: gespielt von Jesse Williams viel noch aus Grace Anatomy bekannt.
00:18:15: Die Handlung ist bewusst auf Hochglanz gebaut.
00:18:18: Der Luca ist ein ehemaliger US Marine mit italienischen Wurzeln, der in einem Luxushotel arbeitet – allerdings nicht als klassischer Angestellter sondern als diskreter Problemlöser für sehr wohlhabende Gäste.
00:18:33: Er kümmert sich um alles was nicht an die Öffentlichkeit kommen darf verschwundene Personen heikle Affären kriminelle Verwicklungen.
00:18:42: Der rote Faden der Serie geht aber darüber hinaus.
00:18:45: Die Tochter des Hotelbesitzers verschwindet und Deluca beginnt eine Suche, die ihn immer tiefer in ein Netz aus Intrigen Geld und Macht führt.
00:18:56: Parallel dazu funktionieren die einzelnen Episoden wie kleine abgeschlossene Fälle – ein Format das stark an internationale Streaming-Serien angelehnt ist!
00:19:06: Und jetzt kommt Jesuels Spiel.
00:19:08: Obwohl die Serie ursprünglich an der Amalfi-Küste angesiedelt ist, wird ein Teil der Szenen hier an der oberen Adria gedreht.
00:19:16: Der Grund ist pragmatisch.
00:19:18: Jesolo bietet moderne Infrastruktur, lange Strände, Hotels und gleichzeitig deutlich einfache Logistik als viele klassische Drehorte im Süden.
00:19:28: Wer je an der Amanfi Küste war weiß wovon ich rede.
00:19:33: Konkret bedeutet das für Jesolo zeitweise gesperrte Straßen – Hotels als Filmkulissen Technik-Teams, die sich durch die Stadt bewegen und lokale Statisten, die aktiv eingebunden werden.
00:19:45: Die Stadt selbst nutzt das Offensiv als Imageprojekt – wer würde das nicht tun?
00:19:51: Und kommuniziert dass Besucher mit etwas Glück direkt Teil der Dreharbeiten werden können.
00:19:58: Ob das so stimmt?
00:19:59: Naja... Für Jesolo ist es ein strategischer Schritt!
00:20:03: Man will weg vom reinen Badeort-Image und sich als vielseitiger Standort positionieren auch für internationale Produktionen.
00:20:11: Und genau solche Serien sorgen dafür, dass Orte plötzlich weltweit sichtbar werden ohne klassische Werbung – wir erinnern uns an White Lotus!
00:20:21: In Jesu entsteht gerade nicht nur Urlaubsstimmung sondern ein Stück Serienwelt mit einem X-Marine, Luxushotel einer verschwundenen Erbin und eine ganze Menge internationalem Flair direkt an der Adria.
00:20:35: Apropos Strand Es geht langsam los und der Badebetrieb verändert sich zunehmend, weil viele Standclub-Betreiber ihre Angebote neu ausrichten und stärker auf Qualität setzen statt auf Masse.
00:20:50: Wir hatten ja erst in der letzten Folge die Sache mit den vertriebenen Rentnern, die nach fast fünfzig Jahren ihren Stammplatz verloren haben – weil sie nicht genug an der Bar ausgeben.
00:21:00: Statt möglichst viele Liegen dicht nebeneinander zu platzieren wird verstärkt auf größere Abstände, mehr Komfort und zusätzliche Dienstleistungen gesetzt.
00:21:09: Etwa Bedienung direkt am Platz, hochwertigere Ausstattung oder separate Launchbereiche in Grado bereits sehr gut zu sehen.
00:21:19: In einigen Fällen entstehen klar abgegrenzte Premium-Zonen die sich deutlich vom klassischen Strandbetrieb unterscheiden.
00:21:26: Diese Entwicklung führt klar zu steigenden Preisen wodurch sich auch die Zusammensetzung der Gäste verändert.
00:21:34: Während einige Touristen den höheren Komfort schätzen und gezielt nach solchen Angeboten suchen, fühlen sich andere ausgeschlossen.
00:21:42: Kritiker sprechen deshalb von einer schleichenden Kommerzialisierung des Strandes und warnen davor dass der Zugang zum Meer immer stärker vom Budget abhängt.
00:21:52: hier in Italien mit den ganz vielen Beachclubs ja wirklich ein Problem.
00:21:56: Betreiber wiederum verweisen auf gestiegene Kosten strengere Auflagen und den internationalen Wettbewerb, der neue Konzepte erforderlich mache.
00:22:06: Eine Meldung nicht von der Adria aber vom italienischen Mittelmeer – das nehmen wir doch gerne mit!
00:22:12: In einer Gemeinde auf Sardinien sorgt eine ungewöhnliche Entscheidung für Diskussionen nachdem Anwohnern offiziell untersagt wurde einem streunenden Hund Wasser oder Futter zu geben.
00:22:25: Die Begründung der Behörden man wolle verhindern dass sich das Tier dauerhaft im Ort aufhält und dadurch möglicherweise hygienische oder sicherheitsrelevante Probleme entstehen.
00:22:36: In den sozialen Netzwerken und lokalen Medien überwiegt die Kritik, weil das Verbot als überzogen-und unmenschlich empfunden wird.
00:22:44: Für viele geht es dabei weniger um den konkreten Fall als um ein grundlegendes Prinzip – ob es richtig sein kann, einfache Hilfsbereitschaft gegenüber einem Tier zu untersagen.
00:22:55: Tierschützer weisen daraufhin, dass es andere Lösungen gebe etwa die Versorgung oder Unterbringung des Hundes durch zuständige Stellen.
00:23:03: Die Gemeinde verteidigt ihre Entscheidung und betont, dass Regeln notwendig sein um langfristige Probleme zu vermeiden.
00:23:19: Wir hatten es doch vorhin gerade mit dem Flanieren und der Strandfigur.
00:23:23: In diesen Tagen kommt mein Buch in die Buchhandlungen.
00:23:26: Ich freue mich!
00:23:28: Und ich bin so gespannt was ihr sagt.
00:23:31: Der Begriff Anderszeit den ich für dieses Buch verwendet habe, macht jedenfalls gerade die Runde.
00:23:37: Und hier kommt ein Kapitel aus Espresso und der Sterne Kunst des Flanierens.
00:23:45: In Trieste fährt die historische Trambahn wieder.
00:23:48: Das ist eine gute Nachricht Denn die Linie, die Passagiere von der Innenstadt bis ganz nach oben befördert – bis in den Ortsteil Opicina im Karst und dabei mehr als dreihundert Höhenmeter zurücklegt ist beinahe so etwas wie das Symbol Triästs.
00:24:04: Die Bahn, die Ninzehundertzwei ihren Betriebaufnahmen lag jahrelang still wegen technischer Probleme aber auch wegen mangelnder Investitionen in die komplizierte steil ansteigende Strecke, die besondere Schubwagen erfordert.
00:24:20: Im Februar, twenty-fünfundzwanzig ging es dann endlich wieder los.
00:24:24: Nach einer gefühlt ewigen Pause!
00:24:27: Bei der Jungfernfahrt kam es zu eine Verzögerung, denn ein Alfa-Fahrer hatte mitten auf den Schienen geparkt – er hatte nicht mitbekommen dass die Tram nach neun Jahren dem Betrieb wieder aufgenommen hat.
00:24:39: Italiener sind große Flanierer, die viel und gern zur Fuß gehen und das trifft die Stadt noch mehr zu als fürs Land.
00:24:47: Steht da?
00:24:48: gehen mehr zu Fuß als Landbewohner, die für jede Fahrt in den Supermarkt das Auto nehmen müssen.
00:24:54: Das ist in allen modernen Gesellschaften so und erklärt warum Stadtbewohner seltener übergewichtig sind als Menschen vom Land.
00:25:02: Jede italienische Stadt hat ihre eigenen Traditionen wann man wohin geht oder welche Straßen oder Parks besonders gern anplaniert werden.
00:25:11: In vielen Städten Italiens wird daraus eine regelrechte Movida.
00:25:16: In Lecce ist um Mitternacht die ganze Stadt auf den Beinen, nicht nur das Jungvolk.
00:25:21: In Grado schlendern Rentner von Baustelle zu Baustellen, um dort mit hinter dem Rücken verschränkten Armen zu verharren.
00:25:29: Rentnern die Bauställen beobachten heißen im italienischen Umarell und Geschäftsleute gehen nach dem Mittagessen noch ein wenig.
00:25:39: Bei allen Geschäftsessen, an denen ich bislang teilgenommen habe, geht es erst bei der Passeggiata danach um's Eingemachte.
00:25:47: Das Essen ist zum Kennenlernen.
00:25:49: Konkrete Vorhaben, Bitten, Wünsche oder Garpreise oder sonstige Zahlen werden hinterher
00:25:55: genannt.".
00:25:56: Die griechischen Philosophen planierten, um den Dingen auf den Grund zu gehen.
00:26:00: Australische Ureinwohner wanderten auf Traumpfaden.
00:26:04: Europäer begaben sich auf die Pilgerfahrt!
00:26:07: die fast immer ein Fußmarsch war.
00:26:10: Die moderne Hirnforschung bestätigt die Segnungen des Flanierens.
00:26:15: Für eine Studie der Uni Stanford mussten Studenten kreative Denksportaufgaben lösen, dabei mussten die Probanden entweder stillsitzen oder spazieren gehen.
00:26:26: Das Ergebnis?
00:26:27: Die Spaziergänger schnitten um sechzig Prozent besser ab als diejenigen, die hocken blieben.
00:26:33: Spazierengehen hat sich in Langzeitstudien auch gegen Depressionen bewährt sogar besser als jedes Medikament.
00:26:41: Ein Fußmarsch kubbelt den kreativen Prozess an, aber hilft auch oft wortwörtlich Abstand zu sorgen und Problemen zu gewinnen.
00:26:50: oder nur zu den lästigen Dingen die auf dem Schreibtisch warten Ja klar!
00:26:55: Die warten auch noch wenn wir zurückkommen.
00:26:57: Aber dann ist der Kopf frei Und man hat ein bisschen mehr Lust auf das was auf einen wartet Wenn es nicht gerade Bewirtungsbelege für die Steuererklärung sind.
00:27:08: Zu all diesem Durchpusten und Ausschütteln von Geist und Seele bin ich in letzter Zeit viel zu wenig gekommen.
00:27:15: Hier in Trieste, das merke ich, bin ich unbewusst wieder zu einem Wanderer geworden – auch weil die Fortbewegung per Auto in der Innenstadt völlig unsinnig ist!
00:27:26: Und dieses Umherwandern tut richtig, richtig gut.
00:27:32: zurück zur Trammbahn.
00:27:34: jedes Mal Wirklich jedes Mal, wenn ich die Piazza Oberdan überquere fährt sie an mir vorbei.
00:27:41: Weil sie so niedlich aussieht, beginne ich ihr zuzunicken!
00:27:44: Ja auf meine mittelalten Tage werde ich ein richtiger Animist.
00:27:49: Vielleicht will mir die kleine Tram was sagen?
00:27:51: Jeden Tag ächtst Sie mithilfe eines speziellen Schubwagens Tapfer das Kastgesteinempor.
00:27:57: jeden Tag kämpfte sich mit Hilfe eines Bremswagens wieder zurück in die Stadt auf Meereshöhe.
00:28:02: Sie ist eine Art Sisyphus die aber eine Heimstadt hat und am Abend im Depot übernachten darf in den blechernen Armen ihrer Liebsten.
00:28:11: Ihre Mühen sind auch nicht sinnlos, denn die Fahrt ist atemberaubend und sie macht Triestina und Touristen glücklich – und mich auch!
00:28:21: Ob Sie von Fahrten durch amerikanische Prerielandschaften träumt?
00:28:25: Durch die asiatischen Weiten?
00:28:27: Über Schweizer Gipfel wie der Glacier-Express oder durch die Highlands wie der Royal Scotsman?
00:28:33: Nein?!
00:28:34: Ich glaube nicht.
00:28:36: Sie ist wie Bruno, der Gärtner der Laguneninsel von Grado, der dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr arbeitet – aber eben nur wenige Stunden so dass ihm jeden Tag genügend Zeit zum Leben bleibt!
00:28:50: Auch die Tram schafft einfach fleißig weg Tag für Tag.
00:28:54: Wir müssen uns Sisyphus als glücklichen Menschen vorstellen, schrieb Albert Camus und ich habe das immer für Blödsinn gehalten.
00:29:04: So langsam komme ich hinter die Bedeutung dieses Satzes.
00:29:07: Dank Bruno und vor allem dank der Tam.
00:29:12: Vielleicht ist ja doch ein beseeltes Wesen, das mich täglich vor die Tür lockt – nur damit ich sehe dass es sie noch gibt!
00:29:20: Und dass ich auf meine täglichen wohltournen den Geist durch pustenden Schritte komme.
00:29:27: Spazieren gehen in der Stadt… Das ist nochmal was ganz anderes als am menschenleeren Strand von Grado bunter, abwechslungsreicher aber auf eine Art genauso inspirierend.
00:29:39: Und als Spaziergänger fühlst du dich schneller zugehörig zum großen Ganzen bis gewissermaßen Teil des Stadtbildes.
00:29:48: Ecken werden dir vertraut und auf der Via Cesare Battisti nicken mir schon so manche Ladenbesitzer und Verkäuferinnen zu die gerade draußen miteinander plaudern und eine Zigarette rauchen.
00:30:00: solche kleinen Gesten geben mir ein gutes Gefühl.
00:30:04: Und das Spazierengehen selbst ist eben auch die Wucht, Bewegung mit Muße ohne Schrittzähler und Kalorientabelle – Sport ohne Schwitzen!
00:30:14: Und vor allem mit der italienischen Sprezzatura, der luftig leichten Eleganz.
00:30:21: So….
00:30:22: Das war's für heute.
00:30:24: Was gibt es neues vom Schreibtisch?
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00:31:04: Und am allerwichtigsten mein neues Buch Espresso unter Sternen erscheint in ein paar Tagen – ich bin so gespannt!
00:31:13: Jetzt erstmal einen Kaffee bei Pino.
00:31:16: Bis bald und immer schön Deutsche Wieter bleiben.
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