#23: Die Suche nach dem wahren Italien, Boomstadt Cividale del Friuli, Top Ten: Frico!
Shownotes
In dieser Folge steigen wir ganz tief ein – ich stelle euch die kleine und doch so große Stadt Cividale vor. Hier gibt es einen Überblick über alle Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen: https://www.turismofvg.it/de/cividale-del-friuli-und-natisone-torre-taler
Hier geht es zum Tempietto Longobardo: https://www.turismofvg.it/denkmale-und-historische-stätten/langobardischen-tempel-und-kloster-von-santa-maria-in-valle
Der Weg der 44 Votivkapellen: https://www.turismofvg.it/it/active/cammino-delle-44-chiesette-votive#ipd=257129123
Der Weg zu den San Leonardo-Wasserfällen: https://www.turismofvg.it/it/active/le-cascate-di-kot
Waldbaden gefällig? Hier entlang: https://www.turismofvg.it/it/active/wellbeing/ecoesalute
Mehr Action hier: https://www.turismofvg.it/it/active/wild-valley
Hier ist das Gubana-Rezept: https://www.turismofvg.it/it/264707/la-ricetta-della-gubana-delle-valli-del-natisone-+-il-vino-perfetto-che-la-accompagna
Ales zum Wein in den Colli Orientali del Friul steht hier: https://www.colliorientali.com/en/designations/friuli-colli-orientali/
Und der Picolit ist hier wiedergeboren: https://www.turismofvg.it/de/wein-und-essen/rocca-bernarda
Alles zum Thema Mittelfest im Juli findet ihr hier: https://www.mittelfest.org/de/
Die Top Ten in dieser Folge: In zehn Schritten zum perfekten Frico.
Danke an Turismo FVG für die Unterstützung bei dieser Folge!
Mein neues Buch heißt »Espresso unter Sternen – eine Reise in Sachen Glück«. Es erscheint im Mai, und wer es signiert bekommen will, schaut am besten hier vorbei: autorenwelt.de/espresso
Fragen, Wünsche, Anregungen? Wen wollt ihr mal als Gast hören, welche Themen soll ich mir vornehmen, was würdet ihr wirklich gern wissen? Schreibt mir: radioadria@gmx.de
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Der Podcast ist eine Produktion von www.studiovenezia.de
Transkript anzeigen
00:00:06: Buongiorno und herzlich willkommen bei Radio Adria, dem Podcast aus Italien.
00:00:11: Hier dreht sich alles um la Deutsche Vita – um das Lebensgefühl zwischen Espresso und Apparativo, um die kleinen Geheimnisse und großen Geschichten dieses wunderbaren Landes!
00:00:22: Ich bin Stefan Maywald, Autor- und Wahlitaliener aus Grado und ich nehme euch mit auf eine Reise voller Sonne Genuss und Italianità also zurücklehnen entspannen und ein bisschen Italien ins Leben lassen.
00:00:37: Andiamo!
00:00:39: Buongiorno aus Grado.
00:00:47: So langsam biegen wir in die Saison ein, das Sonne kommt immer öfter durch – die Restaurants öffnen wieder.
00:00:55: Und gerade heute vor ein paar Stunden hat der eisfieze Weltmeister Antoniazzi geöffnet.
00:01:01: Meine jüngste Tochter hat vor Freude geweint.
00:01:05: Heute ist es eine ganz besondere Folge.
00:01:08: Wir besuchen gemeinsam Italians vielleicht interessantesten Ort?
00:01:14: Nein, nicht die Eisdiele von Antoniazzi.
00:01:16: Obwohl dir auch meine Folge wert ist – das machen wir im Sommer!
00:01:19: Der Ort ist ganz in der Nähe aber vermutlich kennen ihn die meisten von euch nicht oder vielleicht nur vom Namen.
00:01:26: Gehen wir mal ein paar Schritte zurück….
00:01:29: Ich hatte ja in Folge zwanzig von einer italienischen Firma berichtet, die Podcasts für Reisende und alle möglichen Orte in Italien produziert.
00:01:38: Allerdings auf Italienisch.
00:01:40: Welche Stadt ist bei denen die Nummer eins im Ranking der beliebtesten Reiseziele?
00:01:45: Rom?
00:01:46: Venedig?
00:01:47: Nein.
00:01:48: Cividale del Friuli, östlich von Udina.
00:01:52: Diese Statistik hat mich neugierig gemacht und viele von euch auch!
00:01:57: Also habe ich mir gedacht gehen wir doch mal in dieser Folge ein bisschen in die Tiefe und schauen uns Cividalle genauer an.
00:02:12: Was auf?
00:02:13: Als ich meiner Tochter sagte, dass ich nach Cividale fahre schickte sie mir folgende Sprachnachricht.
00:02:18: Oh, Cividalle!
00:02:19: Da habe ich das beste Frico aller Zeiten gegessen... Ich weiß aber nicht mehr wo.
00:02:25: Fangen wir in Cividal mit der Teufelsbrücke an?
00:02:29: sicher einer der meist fotografierten Orte der Region.
00:02:32: Willkommen am Ponte de Diavolo.
00:02:36: Der Name allein ist ja schon ein Versprechen.
00:02:39: Zunächst zur realen Geschichte An dieser Stelle gab es seit dem dreizehnten Jahrhundert eine hölzerne Brücke.
00:02:46: Sie war für die Stadt überlebenswichtig, klar!
00:02:48: Denn Cividale war ein bedeutendes Handelszentrum und brauchte eine feste Verbindung über den Natisonefluss.
00:02:56: Doch Holz war der Natur nicht dauerhaft gewachsen – Hochwasser und Stürme rissen die Konstruktion immer wieder mit sich.
00:03:04: Profitipp unterschätzt nie die Bohrer-Winde, die auch im Inland wüten können….
00:03:10: Im Jahr fourteenhundertzweiundvierzig begann man schließlich mit dem Bau einer steinernen Brücke.
00:03:15: Der Bau zog sich über Jahrzehnte hin, immer wieder unterbrochen durch technische Schwierigkeiten und auch politische Unruhen.
00:03:23: Erst im sechzehnten Jahrhundert war der Steinerne Ponte del Diavolo vollendet.
00:03:29: Architektonisch ist die Brücke wirklich außergewöhnlich.
00:03:32: Sie ist achtundviertzig Meter lang und tragt dreiundzwanzig Meter über den Fluss – das ist ganz schön hoch!
00:03:39: Sie besteht aus zwei unterschiedlich großen Bögen.
00:03:42: Das Entscheidende ist nämlich der massive Naturfelsen mitten im Flussbett, genau auf diesem Felsen ruht der zentrale Pfeiler.
00:03:51: das erklärt die asymetrische Form und verleiht dem Bauwerk seinen Charakter.
00:03:57: Symmetrie wäre ja auch langweilig Doch Technik allein erklärt nicht alles.
00:04:04: Und hier beginnt die Legende.
00:04:07: Die Bürger und Baumeister standen vor einer extrem kniffligen Aufgabe.
00:04:11: Die Schlucht war zu tief, die Strömung zu stark der Bau zu riskant.
00:04:16: In ihrer Verzweiflung sollen sie den Teufel um Hilfe gebeten haben.
00:04:20: Der Pakt war simpel und schrecklich zugleich.
00:04:24: Der Teufl würde die Brücke in nur einer Nacht errichten.
00:04:28: Um Gegenzug sollte er die Seele des ersten Lebewesens erhalten dass sie überquert.
00:04:34: Am nächsten Morgen stand die Brücken tatsächlich fertig da.
00:04:38: Doch die Menschen von Schividale waren listig, statt eines Menschen schickten sie ein Tier über die Brücke!
00:04:44: In manchen Versionen der Legende eine Katze in anderen Versionen einen Hund oder ein Schwein.
00:04:50: Der Teufel betrogen und wütend musste sich mit einer Tiersäle zufriedengeben und verschwand.
00:04:56: Zugegeben so ähnliche Legenden gibt es auch über andere Brücken zum Beispiel über die Realtobrücke in Venedig.
00:05:03: doch der Ponte del Diavolo ist nicht nur Legende Er ist auch ein Zeuge der Kriege des zwanzigsten Jahrhunderts, im Gegensatz zur Rialto-Brücke.
00:05:11: Am siebenundzwanzigste Oktober nineteenhundertsebzehn während der Schlacht von Caporetto im ersten Weltkrieg wurde die Brücke von der italienischen Armee gespringt um den Vormarsch der gegnerischen Truppen aufzuhalten.
00:05:22: Not so fun fact – Caporette war eine der verheerendsten Niederlagen der Militärgeschichte.
00:05:28: unvorstellbare dreihunderttausend Italiener gerieten in Kriegsgefangenschaften.
00:05:34: darunter war ein junger Leutnant namens Giuseppe Chioni.
00:05:38: Ich zitiere aus meinem Buch die Spaghetti Vongole Tagebücher, Die Soldaten wurden in verschiedene längst überfüllte gefangenen Lager in Deutschland und Österreich geschickt, die mit den Neuankömmlingen überfordert waren.
00:05:50: Der Leutnand wurde in einen Lager ins niedersächsische Zelle deportiert.
00:05:54: Notiz an euch nur ein paar Kilometer von meinem Wohnort entfernt das Offizieren vorbehalten war.
00:06:01: Und obwohl Offiziere besser behandelt wurden als einfache Soldaten, war auch dort das Leben bitter.
00:06:07: Die Zeit der Gefangenschaft verbrachte Keoni, haltet euch fest mit dem Schreiben einer Rezeptesammlung.
00:06:14: Vorab schreibt er, nur diejenigen, die mit uns gelitten haben können uns wirklich verstehen.
00:06:20: Lange Zeiträume des Fastens zwingen uns eine zusammengekrümte Haltung einzunehmen damit die Hungerkrämpfe weniger stark zu spüren sind und ganze Tage reglos zu bleiben, um möglichst wenig Energie zu verschwenden.
00:06:34: Wenn man das bedenkt erscheint es ganz natürlich dass jeder von uns in seinem Streben nach dem heimatlichen Herd an die ausgezeichneten Mahlzeiten und Appetit anregenden Soßen dachte, die von den zarten fürsorglichen Händen einer weit entfernten Mutter oder Ehefrau zubereitet wurden.
00:06:51: Diese Rezept-Sammlung ist aus den Erinnerungen Schmerzen und Wünschen hervorgegangen, die wir untereinander ausgetauscht
00:06:58: haben.".
00:07:00: Es ist eines der berührendsten Dokumente in der tausendjährigen Geschichte des italienischen Essens.
00:07:29: blieb, aber stehen.
00:07:30: Brav!
00:07:32: Heute ist der Ponte del Diavolo das Wahrzeichen von Schividale und wie gesagt eines der meist fotografierten Motive der Region.
00:07:41: Also für euren Instagram-Kanal ist ein Foto auf der Brücke einen Muss.
00:07:46: Mir gefällt auch der spektakuläre Blick nach unten in die Schlucht des Natisone.
00:07:52: Wir könnten sagen – Die Brücke verbindet mehr als nur zwei Ufer.
00:07:56: Sie verbindet Mittelalter und Moderne Technik und Mythos Krieg und wieder aufbauen.
00:08:01: Ja, vielleicht ist das das größte Wunder dieser Brücke – dass sie nicht nur aus Stein besteht sondern auch aus Geschichten haben wir gerade gehört was mir als Autor besonders gut gefällt.
00:08:18: Jetzt zum Ort selbst!
00:08:20: Cividale del Friuli hat elftausend Einwohner und wirkt ruhig und fast beschaulich.
00:08:25: Das war in der Vergangenheit ganz anders.
00:08:29: Wir befinden uns klar in der Region Friaul-Jule Schwenezien nur wenige Kilometer von der slovenischen Grenze entfernt.
00:08:37: Die Landschaft ist geprägt von Weinbergen und dem Fluss, der sich tief in den Fels eingeschnitten hat.
00:08:43: Und genau hier auf einer strategisch günstigen Terrasse über dem Fluß entstand vor mehr als zweitausend Jahren eine Stadt, deren Geschichte viel größer ist als ihre heutige Einwohnerzahl.
00:08:56: Gividale beginnt offiziell mit den Römern.
00:08:59: Im Jahr fünft sich vor Christus gründete Julius Caesar hier ein Forum.
00:09:04: Daher der ursprüngliche Name Forum-Juli.
00:09:07: Aus Forum-Julii, zweii, entwickelte sich später der Name Friaul für die gesamten Region.
00:09:15: Die Stadt gab also einer ganzen Landschaft ihren Namen – hey das ist Kneipenwissen mit dem ihr glänzen könnt auch bei Pinung!
00:09:25: Dann begann die prägenste Phase der Stadtgeschichte.
00:09:28: Im Jahr fünfundundsechzig zogen die Langobarden in Italien ein.
00:09:32: Ihr Anführer Albuin machte Gividale zur Hauptstadt des ersten langobardischen Herzogthums auf italienischem Boden.
00:09:40: In dieser Zeit wurde Gividdale zu einem politischen und religiösen Zentrum.
00:09:45: Die Langobaden, ursprünglich an germanisches Volk Langenbärte verschmolzen hier nach und nach mit der römischen Bevölkerung und daraus entstand eine wirklich einzigartige Kultur, die noch heute sichtbar ist.
00:09:59: Besonders eindrucksvoll ist der sogenannte Tempietto Longobardo zu dem wir später kommen.
00:10:05: Cividale wurde deswegen in das UNESCO-Welterbe aufgenommen – nicht schlecht für eine Elftausendeinwohnerstadt.
00:10:13: Doch Cividalle blieb nicht nur langobardisch.
00:10:16: nach der Erobung durch Karl dem Großen wurde es Teil des fränkischen Reiches.
00:10:21: Später entwickelte sich hier das Patriarchat von Aquileia, eines der mächtigsten geistlichen Territorien im mittelalterlichen Europa.
00:10:29: Auch das beinahe eine eigene Geschichte.
00:10:33: Oh man, es gäbe noch so viele Romane zu schreiben!
00:10:38: Cividale war lange Zeit religiöses Zentrum der Region – im spätmittelalter aber verlor Cividala in Bedeutung.
00:10:45: Warum?
00:10:46: Wenedich kam und übernahm die Kontrolle über das Friaul im fünften Jahrhundert.
00:10:52: verschob sich die Machtbalance und die Stadt trat aus dem Rampenlicht.
00:10:56: Und das war gut so, warum?
00:11:01: Gerade dieser Bedeutungsverlust konservierte vieles.
00:11:05: Während andere Städte modernisierten, abrissen Neubauten und hier noch ein Meckes und da hat noch einen DM blieb, schwidale in vielen Teilen seinem historischen Kern treu.
00:11:16: Eng gegassen, mildtelalterliche Häuser kleine Plätze.
00:11:20: Die Stadt wirkt heute wirklich so, als wären wir in eine Zeitmaschine gestiegen.
00:11:25: Ihr merkt schon Chividale ist keine Metropole kein touristischer Hotspot wie Venedig.
00:11:31: die Stadt wirk fast ein bisschen introvertiert.
00:11:36: man spaziert durch die Gassen und begegnet Einheimischen nicht Reisenden.
00:11:41: aber da es noch etwas anderes wenn man durch Chividalle geht bewegt sich ja wie durch mehrere Zeitschichten gleichzeitig unter den Füßen römische Fundamente, über dem Kopf langobadische Reliefs daneben venezianische Palazzi und dazwischen Cafés kleine Geschäfte Kinder auf dem Weg zur Schule.
00:12:01: Man könnte sagen Chevidale ist keine Stadt die sich auftränkt.
00:12:05: sie erzählt ihre Geschichte leise aber wer zuhört bekommt viel erzählt Die Geburt des Friaul das Erbe der Langobaden die Macht der Patriarchen den Übergang zu Venedig die Spuren der Kriege und das alles auf wenigen Quadratkilometern.
00:12:23: Ja, ihr merkt es schon hier in Cervidale macht auch der feine Herr Autor mal sein Herz auf!
00:12:31: Das ist das Faszinierende an Cervidal.
00:12:33: große Geschichte bleibt in einer kleinen überschaubaren Stadt und damit greifbar.
00:12:39: sie bietet uns ja dass tun authentische Leben.
00:12:42: alle suchen ja die Entschleunigung die Tiefe.
00:12:45: da kann ich nur sagen willkommen in Cavidale Und jetzt geben wir uns erstmal einen schönen Batzenkultur.
00:12:52: Zum Essen und Trinken kommen wir natürlich auch noch!
00:12:55: Drei Dinge, der schon angesprochene Tempietto Longobardo ist ein Bauwerk aus dem achten Jahrhundert.
00:13:02: Er gilt als eines der wichtigsten überbleibsel langobardischer Kunst in Europa.
00:13:07: Der Tempel war ein ganz wesentlicher Grund für die Aufnahme Gividales ins Welterbe.
00:13:12: Unbedingt anschauen... Auch der Dom ist sehr beeindruckend.
00:13:16: Er stammt aus dem vierzehnten Jahrhundert, aber er wurde dort errichtet wo schon seit dem achten Jahrhundert eine Kirche stand.
00:13:23: Mein Liebling?
00:13:24: Der vierteilige goldene Eil-Tahraufsatz aus den zwölften Jahrhunder.
00:13:29: Erstaunlich dass sich dort in acht hundert Jahren niemand bediente!
00:13:33: Noch so ein Fun Fact...Kirchenliebstähle sind in Italien extrem häufig.
00:13:37: Erstens weil es natürlich viele Kirchen voller Kunstschätze gibt und zweitens weil die Kirchen praktisch nicht geschützt sind.
00:13:45: Sie stehen ja fast den ganzen Tag offen und wach Leute gibt es nicht.
00:13:49: Vielleicht eines noch jedes Jahr findet das Mittelfest statt, dort gibt es ganz viel Kultur aber auch viel Wein und viel Freco.
00:13:57: zum Freco kommen wir gleich zum Wein auch noch in diesem Jahr findet es vom sechzehnten bis sechsundzwanzigsten Juli statt interessanterweise unter dem Motto Paura Angst Aber okay Auch eine ganz starke menschliche Emotion.
00:14:13: Ihr findet mehr Informationen unter www.mittelfest.org, ich backe den Link aber auch in die Show-Nurz.
00:14:21: Jetzt holen wir uns noch ein bisschen Appetit!
00:14:23: Denn rund um Gividale gibt es richtig viel zu erleben.
00:14:27: Es gibt einen wahnsinnig beeindruckenden Wanderweg – Den Weg der ¾ Votifkapellen.
00:14:33: Er kommt dabei tatsächlich an ¾ kleinen Kirchen vorbei.
00:14:37: Der komplette Weg ist hundertzwanzig Kilometer lang.
00:14:41: Das ist an einem Tag nicht zu schaffen.
00:14:43: Die Etappe Nummer eins ist fast dreizehn Kilometer lang und verbindet Gividale mit Tildio.
00:14:49: Aber es gibt unter anderem einen Weg zu den Wasserfällen von San Leonardo, der nur anderthalb Kilometer lange ist.
00:14:56: Eine ganz tolle Erfrischung im Sommer.
00:14:59: Es gibt auch großartige Wanderwege entlang des Natisone.
00:15:03: Ihr könnt natürlich auch Wald baden gehen.
00:15:06: Der Weg zu dem Wasserfälle von San Lionardo ist nämlich der erste Waldwanderweg Italiens der als Centiero die Therapierforestale anerkannt und zertifiziert wurde.
00:15:17: Seht ihr mal?
00:15:18: Waldbaden ist ja gerade ein Riesentrend!
00:15:22: Ihr könnt aber auch das gute alte Kanu fahren, wozu ich tendieren würde – wie gesagt alle Informationen ab in die Schauen nutzen.
00:15:34: Hallo ihr Lieben eine kurze Unterbrechung in eigener Sache.
00:15:37: Dieser Podcast ist kostenlos für euch.
00:15:40: Logisch wäre ihr noch schöner wenn es anders wäre Aber ihr könnt mir was schenken, nämlich ein paar Sekunden eurer Zeit.
00:15:49: Abonniert den Podcast.
00:15:50: bei Spotify gibt es dazu das Glockensymbol.
00:15:53: auf anderen Kanälen stehen zum Anklicken die Begriffe folgen oder ihr habt es erraten abonnieren.
00:16:00: Das bedeutet nur dass ihr immer eine Benachrichtigung bekommt wenn eine neue Folge draußen ist und Ihr könnt mir noch einen Riesen gefallen tun empfehlt diesen podcast doch weiter Erzählt davon in der Mittagspause oder am Stammtisch, oder schickt ihn an eine Italophile Freundin oder einen Italophilen Freund.
00:16:19: Das würde mich riesig freuen!
00:16:22: Und jetzt wieder zurück... ...an die Adria.
00:16:32: Und jetzt endlich zum Essen und Trinken.
00:16:36: Nur über die Küche könnten wir eine eigene Folge machen.
00:16:41: Gefüllte Charsons Wildgerichte Polenta Dazu die Weine der Collier Orientali del Frioli.
00:16:47: Die Region ist ein Paradies für Feinschmecker, muss ich euch nicht erzählen.
00:16:53: Übrigens ist die ganze Hügellandschaft wunderschön abgesehen von den Weinen und das zu jeder Jahreszeit.
00:16:59: Dorthin solltet ihr wirklich mal einen Ausflug machen – ob ihr dort nun Wein kauft oder nicht?
00:17:05: Zurück zum Essen!
00:17:06: Ich erinnere nochmal an meine Tochter.
00:17:16: Frico ist hier das Nationalgericht.
00:17:19: Es handelt sich um ein Gericht auf Basis von Käse, genauer gesagt Montasio – einem regional geschützten Hardkäse.
00:17:27: Frico ist ein Beispiel dafür wie aus einfachen bäuerlichen Zutaten ein echt charakterstarkes Gericht entstehen kann dass heute als Symbol einer ganzen Region gilt und eines meiner Leibspeisen ist.
00:17:41: Übrigens wenn ihr euch auf dem Markt Montasios zum Wegknabbern beim Apparativo holen wollt Der perfekte Reifegrad sind sechzig Tage.
00:17:49: Da lasse ich keine Diskussionen zu, das habe ich in zwanzig Jahren durch harte Experimente rausgefunden.
00:17:56: Historisch geht Frico bis ins fünffzehnte Jahrhundert zurück.
00:18:00: Erste schriftliche Hinweise finden sich in einem Kochbuch des Maestro Martino da Como, einem der einflussreichsten Köche de Renaissance.
00:18:09: Es gibt zwei Hauptvarianten von Frico.
00:18:11: Die eine ist dünn und knusprig – fast wie ein Käseship.
00:18:16: Dabei wird geriebener Montasio in einer Pfanne geschmolzen und goldbraun gebraten, bis er eine kompakte, krosse Scheibe bildet.
00:18:24: Diese Version wird oft als Snack oder Beilage gereicht.
00:18:28: Mein Kumpel Daniela aus Aquileia behauptet das sei der wahre Frico!
00:18:34: Hallo Daniele du hörst ja sowieso nicht zu?
00:18:36: Nein ich bin nicht deiner Meinung.
00:18:39: Die andere bekanntere Variante ist dicker und weicher im Inneren.
00:18:43: Hier wird der Käse mit Kartoffeln und häufig auch mit Zwiebeln vermischt und langsam gebraten.
00:18:49: Bis außen eine goldene Kuste entsteht, während das Innere saftig bleibt.
00:18:54: Klar dass das genaue Rezept in Italien immer eine Glaubensfrage ist!
00:18:59: Wichtig ist die Verwendung von Montagio in unterschiedlichen Reifestufen.
00:19:04: Jüngerer Montagcio schmilzt cremiger und milder, gereifter entwickelt ein kräftigeres Aroma.
00:19:13: Serviert führt Frico traditionell mit Polenta und oft mit einem Glas Friolano oder Refosco.
00:19:19: Und hier kommt, ich packe es auch in die Schornauts eine klassische Kochanleitung für die weiche Variante in zehn Schritten.
00:19:26: Erstens – fünfhundert Gramm mehligkochene Kartoffelnschälen und in kleine Würfel schneiden.
00:19:31: Zweitens eine große Zwiebel fein hacken.
00:19:34: Drittens – dreihundert bis vierhundert g Montasio grob reiben.
00:19:38: Ideal ist eine Mischung aus Jungem- und mittelgereiftem Käse wie gesagt.
00:19:43: Viertens, in einer großen Pfanne etwas Butter oder neutrales Öl erhitzen und die Zwiebel bei mittlerer Hitze glasig dünsten.
00:19:50: Nimm Butter!
00:19:52: Fünftens – Die Kartoffelwürfel hinzufügen, salzen und beim mittleren Hitze langsam garen bis sie weich sind.
00:19:58: Gelegentlich umrühren damit nichts ansetzt.
00:20:02: Sechstens – Sobald die Kartoffeln weich ist den geriebenen Käse untermischen und die Hitze leicht reduzieren.
00:20:09: Siebens die Masse gleichmäßig in der Pfanne verteilen und andrücken, sodass ein kompakter Kuchen entsteht.
00:20:16: Achtens bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam braten, bis sich unten eine goldbraune Kruste bildet.
00:20:24: Neunthens mit Hilfe eines großen Tellers oder Deckels den Frico vorsichtig wenden das ist ein bisschen tricky.
00:20:29: und auch die andere Seite Goldbrauen braten.
00:20:33: Zehntens kurz ruhen lassen dann in Tortenstücke schneiden und heiß servieren idealerweise mit Polenta.
00:20:40: den Wein nicht vergessen.
00:20:43: Ja, und auch der Durst meldet sich!
00:20:47: Und unfassbarerweise gibt es in Schividale sogar dazu eine Geschichte zu erzählen – denn Der Piccolit ist einer der erstaunlichsten Rebsorten Italiens und stammt aus den Hügeln der Rocca Bernarda ein paar Kilometer im Süden von Schividalen.
00:21:05: Es ist ein Dessertwein also erst süß konzentriert und von richtig richtig goldener Farbe.
00:21:11: Seine Geschichte ist mehr als nur Weinbausis, ein bisschen europäische Kulturgeschichte.
00:21:17: Schon im alten Rom war die Rebsorte aus dem Friaul bekannt.
00:21:20: Im achtzehnten Jahrhundert wurde der Picolit zum Starr des Europäischen Adels.
00:21:25: Er fand Liebhaber an königlichen Höfen von London über Wien bis ins russische Reich – man kann ja nicht immer nur Champagner trinken!
00:21:33: Man verglich ihn sogar mit dem legendären Chateau de Cam.
00:21:37: Doch es gab ein Problem….
00:21:40: Die Pikulit-Rebe produziert sehr, sehr wenige Beeren.
00:21:44: Das machte sie schwer zu kultivieren und wirtschaftlich riskant.
00:21:48: Und als der Adel auch nicht mehr so spendierfreudig war oder gar wie in Russland standrechtlich mit Mann, Frau, Kind und Maus erschossen wurde, starb die Rebsorte aus – jedenfalls beinahe!
00:22:01: Denn dem historischen Gut Rocker Bernarda im Primariaco, in den Koliorien Tali einem der ältesten Weingüter überhaupt, das seit fifteenhundertneunenfünfzig existiert gelang die Wiedergeburt.
00:22:14: Der berühmte Kritiker Luigi Veronelli und der erst wirklich berühmt erklärte den Piccoli zum stolzesten Wein Italiens.
00:22:21: also wie die jungen Leute sagen gönnt euch!
00:22:26: Und zu was passt ein Dessertwein?
00:22:28: klar zum Desserteur?
00:22:29: Da gibt es den Berühmten Gubanern aus dem Nathisonetal.
00:22:33: Der Gubbana wird zu Festtagen wie Weihnachten und Ostern oder zu besonderen Anlässen, wie Hochzeit- und Dorffesten zubereitet.
00:22:41: Der Kuchen wird im Ofen gebacken und besteht aus einem süßen Hefeteich.
00:22:45: Die Füllung setzt sich aus Nüssen, Rosinen, Pinienkernen, Zucker, Grappa und geriebener Zitronenschale zusammen.
00:22:53: Gubbana ist seit fourteenhundert neun bekannt als er bei nem Bankett anlässlich des Besuchs von Papst Gregor XII in Chividale serviert wurde.
00:23:03: Der Papst selbst hat in einem Brief davon geschwärmt.
00:23:06: Segen von höchster Stelle sozusagen!
00:23:08: Das traditionelle Rezept packe ich in die Show-Notes, die dieses Mal richtig lang werden.
00:23:14: Jetzt wisst ihr alles – naja nicht alles aber ganz schön viel über Gividale.
00:23:20: Schreibt mir doch mal welchen Ort ich mir in einer der nächsten Folgen mal so richtig ausführlich vornehmen soll und ob euch solche Deep Dives überhaupt gefallen oder ob ihr lieber in jeder Folge ein bisschen was von der ganzen Art wir haben wollt oder ob ihr eine Abwechslung nicht schlecht findet.
00:23:41: So, das war's für heute!
00:23:44: Was gibt es neues vom Schreibtisch?
00:23:46: Jeden Freitag bekommt ihr von mir die mediterrane Wochenschau auf postausitalien.com mit Neuigkeiten aus Grado und der Adria – kostenlos und werbefrei natürlich.
00:23:57: Ihr könnt die meditterane Wochenschau ganz einfach oben auf der Startseite bei postausItalian.com abonnieren.
00:24:04: Auf Instagram findet ihr mich unter Buch & Wein.
00:24:07: Dort gibt es kleine Filme über mein Leben in Italien.
00:24:11: Dann bleib hier auch überall meine Projekte auf dem Laufenden!
00:24:15: Abonniert diesen Podcast, wenn ihr es noch nicht getan habt und empfiehlt ihn gern weiter würde mich riesig freuen.
00:24:21: Ganz wichtig, Abonnement das klingt immer so als würde es was kosten?
00:24:25: Nein Es kostet nichts.
00:24:27: Ihr bekommt nur eine Nachricht Wenn eine neue Folge draußen ist Und am allerwichtigsten Mein neues Buch Espresso unter Sternen erscheint in zwei Monaten.
00:24:37: Ihr könnt es jetzt schon bis zum neunzehnten April bei Autorenwelt bestellen.
00:24:42: Die Adresse ist ganz simpel, autorenwelt.de schrieb Stich Espresso und bekommt ohne Mehrkosten ein signiertes Exemplar von mir.
00:24:52: Ihr könnt das natürlich auch überall sonst im Buchhandel oder online bestellen.
00:24:57: unter allen Vorbestellern egal wo verlose ich fünfzehn sehr coole Espresotassen mit dem Buchmotiv drauf.
00:25:04: davon haben wir nur ganz wenige produziert.
00:25:06: Die werden mal richtig was wert sein.
00:25:08: Und als Letztes am zehnten April bin ich beim Podcast Festival in Klagenfurt, kommt vorbei wenn ihr in der Nähe seid!
00:25:17: Jetzt erstmal einen Kaffee bei Pino.
00:25:20: bis bald und immer schön Deutsche Wieter bleiben.
00:25:30: Das war Radio Adria – Der Italien-Podcast.
00:25:33: Wenn euch diese Folge gefallen hat aboniert den Podcast und lasst uns eine Bewertung da.
00:25:38: das hilft uns noch mehr Menschen zu begeistern.
00:25:42: Für mehr Italianita folgt mir auf Instagram oder besucht meinen Blog postausitalien.com.
00:25:48: Grazie mille und bis zur nächsten Folge.
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