#19: Die römische Galeere, die Bar der Glückspilze, Top Ten: Venedig preiswert
Shownotes
Was ist denn hier los? In Grado sind nach jahrzehntelanger Wartezeit innerhalb einer Woche drei Großprojekte an den Start gegangen: das Museum für Stadtgeschichte, das Archäologiemuseum und die Therme.
Venetien meldet einen Rekord: 73 Millionen Übernachtungen im Jahr 2025 – damit ist die Region die meistbesuchte in Italien.
Die Autobahngebühren werden in Italien überall angehoben – nur nicht auf der A4 von Mailand nach Triest.
Die Bar der Glückspilze: In der Bar Aquileia in Gorizia haben innerhalb weniger Tage zwei Spieler erst 18.000 und dann 25.000 Euro gewonnen. Jetzt kauft die ganze Stadt dort Rubbellose.
Spannende Untersuchung britischer Forscher: Schaden Michelin-Sterne den Bewertungen – und helfen verlorene Sterne dabei, die Kunden zufriedener zu machen?
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18 Fragen an Stefanie Fritzsche Alles zu Stefanie Fritzsche: Instagram @fraufritzsche, Webseite: https://fraufritzsche.de
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Der Podcast ist eine Produktion von www.studiovenezia.de
Transkript anzeigen
00:00:06: Buongiorno und herzlich willkommen bei Radio Adria, dem Podcast aus Italien.
00:00:11: Hier dreht sich alles um la deutsche vita, um das Lebensgefühl zwischen Espresso und Aperitivo, um die kleinen Geheimnisse und großen Geschichten dieses wunderbaren Landes.
00:00:22: Ich bin Stefan Maywald, Autor und Wahlitaliener aus Grado und ich nehme euch mit auf eine Reise voller Sonne, Genuss und Italianita.
00:00:32: Also zurücklehnen, entspannen und ein bisschen Italien ins Leben lassen.
00:00:37: Andiamo!
00:00:45: Buongiorno aus Grado, eine ganz ruhige Zeit, vielleicht die ruhigste Zeit des Jahres.
00:00:53: Jetzt sind wirklich kaum noch Touristen da.
00:00:57: Die Bora rüttelt an den Fensterleden und in der Altstadt duftet es überall nach dem Holz aus den Kaminen.
00:01:05: Erst ab Mitte Ende Februar geht es wieder los.
00:01:09: Und bevor wir nach Venedig und in die Bar der Glückspilze nach Gorizia reisen, müssen wir über Grado reden.
00:01:19: Wahnsinn, was hier in den letzten Wochen abgegangen ist.
00:01:23: Gleich drei Großprojekte, auf die wir bis zu vierzig Jahre lang gewartet haben, haben innerhalb einer Woche geöffnet.
00:01:33: Irre.
00:01:34: Als erstes das Museum für Stadtgeschichte.
00:01:37: Danach das Archäologie-Museum mit der römischen Galerie und dann auch noch die modernisierte Therme, wo ihr euch in Saunen und Whirlpools mit Mehrblick vergnügen könnt oder in der Kältekammer zittern dürft, wenn das euer Ding ist.
00:01:56: Meins ist es nicht.
00:01:58: Vor allem die römische Galerie Julia Felix im Archäologie-Museum solltet ihr euch unbedingt anschauen.
00:02:05: Ich war schon zweimal dort.
00:02:08: Was hatte sie geladen?
00:02:09: Gold, Wein, Schmuck?
00:02:12: Nein.
00:02:13: Fisch, Sud und vor allem Glasscherben.
00:02:17: Wenig Glamourös.
00:02:19: Wie Glasscherben.
00:02:21: Ja, das war ein wertvoller Rohstoff, der zu neuem Glas weiterverarbeitet wurde.
00:02:26: Und das auch preiswerter als ganz neues Glas zu brennen.
00:02:30: Das erklärt uns das Museum.
00:02:34: Bumpt und brummt jedenfalls, nachdem es ja schon in den letzten zwei Jahren von Besucherrekord zu Besucherrekord ging.
00:02:42: Wer eine Ferienwohnung oder einen Zweitwohnsitz hat, darf sich ziemlich sicher über saftige Wertzuwächse freuen.
00:02:50: Und wer einen Kauf plant, sollte nicht allzu lange warten.
00:02:56: Die italienische
00:02:58: Zahl
00:02:59: Die ersten Bilanzen für zwei tausendfünfundzwanzig Kommandein.
00:03:03: Hier ein paar der interessantren Zahlen.
00:03:06: Erstens.
00:03:07: Die Region Venezien vermeldet einen Besucherrekord.
00:03:11: Sie lag, im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im etwa in Cortina d'Ampezzo.
00:03:39: Coolcation ist ja ein neuer Sommertrend, den wir als Adria-Fans natürlich nicht mitmachen, wäre ja noch schöner.
00:03:47: Auf den Plätzen zwei, drei und vier folgen die Regionen.
00:03:51: Na, was meint ihr?
00:03:52: Ich war überrascht.
00:03:54: Also es folgen Südtirol, Toscana und die Lombardy.
00:03:59: Südtirol hätte ich nicht so weit vorn vermutet, ich hätte auf die Toscana gesetzt.
00:04:05: Andererseits ist in Südtirol, wenn man mal drüber nachdenkt, ja das ganze Jahr viel los, auch und gerade im Winter in den Skigebieten.
00:04:14: Venezien ist übrigens deswegen weit vorn, sagen die Statistiker, weil die Zahlen aus Deutschland und Österreich steigen.
00:04:21: Sollen die Italiener mal nicht über uns schimpfen.
00:04:23: Apropos Venedig?
00:04:24: Venedig hat bestätigt, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist, dass es auch im Jahr ist.
00:04:36: Bis zu zehn Euro pro Person an sechzig stark frequentierten Tagen zwischen April und Juli sind fällig.
00:04:41: Ausgenommen sind wie immer die Übernachtungsgäste.
00:04:45: Zu venedig gleich ganz viel mehr.
00:04:48: Zweitens eine erfreuliche Bilanz aus Triest.
00:04:52: Weniger Kriminalität.
00:04:54: Die Karabinieri bilanzieren für zwei tausendfünfundzwanzig eintausend neunhundert angezeigte Diebstähle.
00:05:01: Ein deutlicher Rückgang.
00:05:03: gegen über two-tausend-zweihundertvierzig im Vorjahr.
00:05:06: Bei Wohnungseinbrüchen wird sogar ein Minus von vierunddreißig Prozent gemeldet.
00:05:12: Brave Polizei, danke!
00:05:14: Wobei, die Karabinieri sind immer schwer beleidigt, wenn man sie als Polizisten bezeichnet, denn sie sind offiziell eine Militäreinheit.
00:05:24: Nur, damit ihr in kein Fettnäpfchen tredet.
00:05:29: Die wichtigsten Schlagzeilen.
00:05:32: Da habe ich im vorletzten Podcast die Autobahnbetreiber noch gelobt, die uns ab Juni bei Stau Geld zurückgeben wollen.
00:05:40: Und dann das.
00:05:43: Die Autobahngebühren sind zum Jahresanfang ziemlich überraschend fast überall angestiegen.
00:05:49: Auf den Abschnitten, die uns interessieren, also der Brennerautobahn und den Abschnitt von Tavizio bis Udine und Palmanova, erhöht sich die Maut um.
00:06:01: Das wird keinen von uns vom Urlaub abhalten, aber für Pendler und auch Spediteure ist das nicht ohne.
00:06:08: Verkehrsminister Salvini, ganz populist, hat versucht die Erhöhung zu stoppen, wurde aber seinerseits von den Gerichten gestoppt, denn Eingriffe in die Preispolitik seien nicht gestattet.
00:06:20: So, aber es gibt auch eine gute Nachricht.
00:06:24: Auf der A-IV zwischen Venedig und Dresd gibt es keine Erhöhung.
00:06:28: Das ist bemerkenswert, da die Tarife dort seit Jahrzehnteunzehnteunzehn unverändert sind.
00:06:34: Für Jahrzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteunzehnteun eines meiner österreichischen Lieblingswörter, wurde ordentlich abgesahnt.
00:07:02: Soeben brachte ein Fünfer beim Super-Innalotto €.
00:07:08: kurz zuvor hatte der selbe Laden bereits einen Treffer mit €.
00:07:14: zwei Gewinne innerhalb kurzer Zeit und das am selben Ort, das ist etwas Besonderes.
00:07:21: Manchmal passieren solche Dinge eben, sagt Alessio der Betreiber.
00:07:25: Er habe die Gewinner persönlich beglückwünscht.
00:07:28: Ich kann sagen, dass es sich um einen Mann um die Sechzig handelt, der nicht in Gorizia lebt, aber Stammkunde bei uns ist.
00:07:35: Er kommt regelmäßig vorbei und dieses Mal ist das Glück eben mitgekommen.
00:07:40: Die Nachricht hat sich schnell herumgesprochen, im Viertel wird darüber geredet und man hofft, dass die Glückssträhne anhält.
00:07:47: Alessio selbst bleibt gelassen, aber stolz ist er doch.
00:07:51: Man erwartet so etwas nicht, aber wenn es passiert, ist es natürlich eine große Freude, auch für uns.
00:07:58: Und ein Kunde sagt, hier sollte man öfter seinen Tippschein abgeben.
00:08:03: Ich bin nächste Woche in Gorizia und werde dort mal vorbeischauen.
00:08:07: Und klar, auch einen Scheinkaufen.
00:08:10: Und vielleicht gibt es hier dann Champagner für alle.
00:08:13: Und jetzt in die Welt der Restaurants.
00:08:17: Ich bin auf eine spannende aktuelle Studie gestoßen.
00:08:20: Können Michelin Sterne einem Restaurant schaden oder wissenschaftlicher gefragt, können schlechtere Expertenbewertungen zu besseren Bewertungen durch Konsumenten führen?
00:08:33: Genau das untersuchte eine Studie zum berühmtesten Restaurant Rating der Welt, den Michelin Sternen.
00:08:39: Worum geht es?
00:08:41: Expertenmeinungen spielen eine enorme Rolle bei Kaufentscheidungen.
00:08:46: Sie beeinflussen, was wir erwarten und oft auch wie wir ein Erlebnis im Nachhinein bewerten.
00:08:52: Und dieser Einfluss ist in diesem Fall nicht positiv.
00:08:57: Die Studie veröffentlicht, in Management Science, untersucht das am Beispiel der Michelin-Sterne und der Online-Bewertungen auf TripAdvisor.
00:09:07: Analysiert wurden alle Restaurants im Michelin-Guide für Großbritannien und Irland von Jahrzehnte bis Jahrzehnte, Konsumenten-Bewertungen auf TripAdvisor, und zusätzlich eine große Vergleichsgruppe ähnlicher Restaurants ohne Sterne.
00:09:24: Außerdem untersuchten die Forscher, was passiert, wenn ein Restaurant einen Michelin-Sterne gewinnt oder ganz bitter verliert.
00:09:33: Das Ergebnis und die Überraschung, wenn Restaurants Michelin-Sterne verlieren, steigen ihre Konsumentenbewertungen.
00:09:41: Mit anderen Worten, schlechtere Expertenurteile führen zu besseren Kunden-Ratings.
00:09:48: Warum ist das so?
00:09:49: Die Studie glaubt, dass das am Erwartungseffekt liegt.
00:09:54: Weniger Sterne oder keine Sterne bedeutet niedrigere Erwartungen.
00:09:58: Das tatsächliche Ergebnis wirkt dann positiver.
00:10:02: Die Forscher haben auch die Inhalte der Bewertungen genauer untersucht und die Textanalyse zeigt interessante Details.
00:10:11: Nach einem Sterneverlust sind Gäste weniger fixiert auf Preisleistungsfragen, stellen geringere Anforderungen an Service und Perfektion und bewerten insgesamt wohlwollender.
00:10:24: Weniger Hype, könnte man sagen, mehr Zufriedenheit.
00:10:27: Und wir kennen es doch selbst, wenn es uns mal in ein hoch gelobtes Restaurant verschlägt.
00:10:32: Naja, war ganz gut.
00:10:34: Aber war es wirklich Sterneküche?
00:10:37: An alle Gastwirte, die keinen Stern haben oder den Stern sogar verloren haben, Das ist nicht nur negativ.
00:10:43: Bei geringeren Erwartungen verlassen die Gäste mit besserer Stimmung das Lokal, also wenn es gut war, und kommen gern wieder.
00:10:51: Und es stimmt ja.
00:10:54: In Grado hat nie die hochgelobten Restaurants, die mit hohem Anspruch kochen, die besten Bewertungen auf Tripadvisor, sondern die sympathischen Tatorinen.
00:11:03: Lange auf Platz eins war zum Beispiel das Spaghettihaus von Laura und Christian.
00:11:09: Viele Hörer werden es kennen, das leider inzwischen geschlossen hat, worüber ich heute noch traurig bin.
00:11:14: Sehr lustig war aber, dass einmal im Spaghettihaus eine sehr reiche osteuropäische Familie aufkreuzte und nach Champagner und Kaviar verlangte.
00:11:24: Als Laura sagte, dass man so etwas nicht führe, meinte das Familien überhaupt.
00:11:28: Wie kann das denn sein?
00:11:30: Sie sind doch Nummer eins auf Chuppetweisern.
00:11:34: Er glaubte, Die höchste Bewertung dort bedeutet automatisch, es sei das teuerste und anspruchsvollste Restaurant der Insel.
00:11:41: Inzwischen betreiben Laura und Christian den Strand Kiosk Alfaro, wo ihr mich im Sommer öfter findet.
00:11:48: Zurück zur Studie.
00:11:50: Moment mal werden jetzt manche sagen, eine Bewertung bei Michelin ist doch viel wertvoller als eine Online-Bewertung bei TripAdvisor.
00:11:58: Ja, das stimmt wohl, aber die wenigsten Menschen suchen ja Michelin Restaurants.
00:12:03: Im Gegenteil, sie sind oft eher davon abgeschreckt.
00:12:07: Wenn normale Menschen, zum Beispiel meine Töchter, in einer fremden Stadt sind, schauen sie sich tatsächlich die Bewertungen auf Trip-Advisor an und blättern nicht im Gietmischler.
00:12:18: Und jetzt, Trommelwirbel, kommt eine neue Rubrik auf vielfachen Wunsch.
00:12:24: Mehr, etwas mehr Reisetipps.
00:12:27: Und wir haben uns die Rubrik überlegt, Top Ten.
00:12:30: Wow, wie originell.
00:12:32: Aber es kommt ja auf den Inhalt an, Ideen sind überschätzt.
00:12:35: Die erste Top Ten lautet, Venedig, preiswert.
00:12:40: Ihr wollt es doch auch.
00:12:42: Die Touristen-Touristen sein lassen.
00:12:44: Stattdessen Schulter an Schulter mit den einheimischen an einer Theke stehen und vielleicht noch eine junge Ornella Muti kennenlernen, die mit euch anschließend durch den Abend schlendert, sich leicht beschwipst, bei euch unterhakt, ihre Schuhe abstreift und mit der freien Hand an den Riemchen umherwirbelt.
00:13:00: Oder... Ihr wollt einen jungen Adriano Cellentano kennenlernen, mit seiner Privatgondel durch die nächtlichen Kanäle schippern.
00:13:07: Dabei singt er euch ein Ständchen, das ihr nur so dahin schmilzt.
00:13:12: Später stellt sich heraus, dass er die Gondel nur geliehen hat, aber der Besitzer ist ihm deswegen nicht böse, denn niemand kann je Adriano Cellentano böse sein.
00:13:23: Hier kommen also Tipps, wie ihr das authentische Venedig genießt, ohne riesige Summen auszugeben.
00:13:30: Venedig sollte für alle da sein.
00:13:32: So meint es für alle, die Kunst und Kultur zu schätzen wissen und die Stadt und ihre Bewohner mit Rücksicht und Respekt barndeln.
00:13:40: Und das sind ja nicht immer die mit dem dicksten Geldbeutel.
00:13:44: Tipp eins.
00:13:45: Reist mit der Bahn an.
00:13:47: Erspart euch die stressige Anreise mit dem Auto und das teure Parken in einem der Parkhäuser.
00:13:54: Per Bahn ist es günstig, die Bahn ist pünktlich.
00:13:57: Ich habe in zwanzig Jahren auf meiner Strecke von Cervigniano nach Venedig noch nie eine Verspätung erlebt und außerdem ein tolles Erlebnis.
00:14:06: Der Bahnhof Santa Lucia liegt direkt am Canal Grande.
00:14:10: Ihr stoßt die Bahnhofstür auf und steht im Märchenland.
00:14:13: Dieser Tipp gilt vor allem dann, wenn ihr schon in Italien seid und einen Venedig-Ausflug einplant.
00:14:20: Bonus, Bahnfahren in Italien ist richtig, richtig preiswert.
00:14:26: Tipp zwei, Parkpreiswert.
00:14:29: Hört hier denn keiner auf mich, ihr seid also doch mit dem Auto gekommen.
00:14:33: Also gut.
00:14:34: Parkhäuser gibt es vor und auf der Piazzale Roma, vom Festland kommend auf der rechten Seite.
00:14:40: Je weiter ihr euch venedig nähert, desto teurer wird es.
00:14:44: Rechnet mit ca.
00:14:45: thirty bis fürzig Euro pro Tag.
00:14:47: Günstiger, in Mestreparken, zum Beispiel im Pakejo Gregory, gleich beim Bahnhof und von dort mit dem Zug nach Venedig.
00:14:56: Von Mestre fahren alle acht, neun Minuten Züge.
00:15:00: Tip drei geht zu Fuß.
00:15:03: Ich kann es gar nicht oft genug sagen.
00:15:05: Venedig ist eine winzige Stadt.
00:15:08: Nahezu alles lässt sich perfekt zu Fuß erkunden.
00:15:12: Gerade Einzelfahrten mit den Vaporetti sind recht teuer.
00:15:15: Acht Euro pro Person.
00:15:17: Wer zu Fuß geht, sieht mehr von der Stadt.
00:15:20: Natürlich.
00:15:21: Eine Fahrt auf dem Kanal Grande ist immer ein Erlebnis.
00:15:25: Aber wer mit dem Auto oder der Bahn anreist und von der Piazzale Roma auskommt, kann erst zu Fuß gehen, das sind etwa dreißig Minuten bis zum Markusplatz, und dann auf dem Rückweg das Vaporetto nehmen.
00:15:38: Tipp von der Piazzale Roma bzw.
00:15:40: vom Bahnhof.
00:15:42: Gleich auf der ersten Brücke, der Skalzi-Brücke, den Kanal Grande überqueren, und von dort auf weniger ausgetretenen Pfaden der Beschilderung Richtung Glialto-San Marco folgen.
00:15:54: Klar, solltet ihr Lido, Murano, Murano und Torcello besuchen wollen, kommt ihr ums Bootfahren nicht herum.
00:16:00: Schaut auf veneziaunica.it, wo ihr euch auch auf Deutsch eure Tickets günstig zusammenstellen könnt.
00:16:08: Außerdem bekommt ihr dort Eintrittskarten für Museen, Flughafentransfers, Ermäßigungen und vieles mehr.
00:16:15: Tipp vier Fahrt in der Gondel für ein paar Euro.
00:16:20: Eine Gondelfahrt kostet je nach Tageszeit um die hundert Euro.
00:16:24: Zu viel für ein schmales Budget.
00:16:27: Dennoch muss niemand auf eine Gondelfahrt verzichten.
00:16:30: An mehreren Stellen des Kanalgranne setzen Gondeln ans andere Ufer über, wenn keine Brücke in der Nähe ist.
00:16:36: Besonders beliebt ist die Gondelfähre vom Rialto-Fischmarkt zum Palazzo Cadoro, aber auch bei Sant Tomà und Santa Maria del Gilho.
00:16:45: bei der Salutekirche geht es mit der Gondel über den Kanal.
00:16:49: Dieser Tipp war bis vor ein paar Jahren tatsächlich noch so was wie ein Geheimtipp.
00:16:55: Doch inzwischen gibt es regelrechte Staus vor den Übersetzergondeln zum großen Ärger der Einheimischen.
00:17:01: Deswegen habe ich ein bisschen schlechtes Gewissen diesen Tipp zu verraten.
00:17:05: Aber ich weiß ja, dass hier nur nette und kluge Menschen mithören.
00:17:10: Also, wenn sowieso schon viel los ist, dann stellt euch nicht auch noch in die Schlange.
00:17:15: Und daran denken.
00:17:18: Vorsicht bei Selfies.
00:17:19: Gondeln sind wackelig.
00:17:21: Und ein einziger vorwitziger Influencer kann eine Gondel zum Kenntan bringen, wenn er sich fürs perfekte Selfie zu weit rauslehnt.
00:17:30: Das hatten wir in Folge zehn unseres Podcasts.
00:17:34: Tipp fünf kommt umsonst in die Museen.
00:17:37: Jeden ersten Sonntag im Monat sind alle staatlichen Museen kostenlos.
00:17:41: Darunter in Venedig, die Akademie, Die reicht in ihrer Üblichkeit schon für einen ganzen Tag.
00:17:47: Das archäologische Museum, das Museum für orientalische Kunst, der Palazzo Grimani mit seinen thousand five hundred Fresken.
00:17:55: Achtung, es gibt zwei Palazzo Grimani.
00:17:57: Das Museum ist in Castello.
00:17:59: So wie die Marchana Bibliothek.
00:18:02: Und wenn ihr in der Akademie seid, genauer Galerie der Akademie, dann schaut euch unbedingt das Bild La Tempesta an.
00:18:11: Das Gewitter von Giorgione.
00:18:13: mein absolutes Lieblingsbild und eines der größten Rätsel der Kunstgeschichte.
00:18:20: Es ist nur halb so groß wie ein Badehandtuch und zeigt einen gewittrigen Himmel über akadischer Landschaft, einen Mann mit einem Stab und eine nackte Frau mit einem Baby an ihrer Brust.
00:18:32: Sind hier, nach der griechischen Mythologie, ein Zigeuner und eine Nymphes zu sehen oder eine Zigeunerin und ein Soldat, eine Liebschaft von Zeus, Die Geburt des Bachus, eine Szene aus Oviz, Bocacos oder Petrakas Werken, sind es Adam und Eva mit Kain, ist es die Auffindung des Moses, ist es die Flucht Marias und Josefs mit dem Jesuskind voll vor Herodes?
00:18:58: Warum ist das Baby in einer so merkwürdigen Stillposition, die den Blick auf die Scham der Mutter ermöglicht?
00:19:05: Warum hatte George Johnne, wie Röntgenanalysen-Ergaben, statt des Mannes ursprünglich eine zweite nackte Frau gemalt?
00:19:12: Und warum blickt der Mann zwar in die Richtung der Frau, aber doch offenbar an ihr vorbei?
00:19:19: Schon Lord Byron und Alfred Anders grübelten munter mit.
00:19:24: Entschuldigt die Abschweifung, aber ihr werdet euch dem Zauber dieses Bildes nicht entziehen können.
00:19:31: Tipp sechs.
00:19:32: Lungert in Peggy Guggenheims Garten herum.
00:19:36: Die exzentrische Milliardärin hat eine erstaunliche Kollektion zusammengetragen.
00:19:41: Die Kollezione Peggy Guggenheim direkt am Kanal Grande zeigt Werke von Picasso, Kandinsky, Piet Mondrian und Hans Arp.
00:19:48: Einen kleinen Teil der Sammlung könnt ihr auch im Garten bewundern, der sich zu einem beliebten Refugium der Kulturreisenden entwickelt hat.
00:19:57: Ihr trefft also gegebenenfalls auch noch nette Menschen.
00:20:00: Auch Peggy fand Gefallen an dem grünen Winkel.
00:20:03: Sie ließ sich dort beerdigen.
00:20:07: Und während das Museum zwölf Euro kostet, heißt es beim Garten Eintritt frei.
00:20:13: Tipp sieben.
00:20:14: Übernachtet preiswert, aber gut.
00:20:17: Das echte Venedig-Gefühl stellt sich nur ein, wenn ihr eine Nacht oder besser gleich mehrere Nächte dort bleibt.
00:20:25: Dabei gibt es auch in Venedig ordentliche und preiswerte Hotels.
00:20:28: Es gibt sogar Jugendherbergen in Gemeinschaftszimmern und mit Gemeinschaftsduschen und Toiletten.
00:20:34: Aber dieser Beitrag heißt ja, Venedig preiswert und nicht.
00:20:38: Venedig, so spart ihr euch die schönste Zeit des Jahres kaputt.
00:20:42: Ein sehr günstiges und schönes Hotel ist das Ponte Ciodo in einer ruhigen Ecke von Canaregio.
00:20:49: Das Frühstück wird von dem super netten Besitzer Mathia in dem kleinen Garten serviert.
00:20:54: Und ein Garten ist ja wirklich eine Seltenheit mitten in Venedig.
00:20:58: Ich habe dort schon viele, viele Freunde und auch Leser hingeschickt, die alle ganz begeistert waren.
00:21:03: Denn Mathias ist in Kanaregio geboren und aufgewachsen und gibt auch erstklassige Tipps für die Umgebung.
00:21:10: Nachteil, er ist fast immer ausgebucht.
00:21:13: Alle Links packe ich natürlich in die Schornung zu.
00:21:17: Tipp Acht, weicht auf den Lido aus.
00:21:20: Auf dem Lido gibt es einige nette Hotels, zum Beispiel die Villa Casanova.
00:21:25: Die Zimmer sind nach Feng Shui eingerichtet.
00:21:28: Not my cup of tea, aber manche von euch finden das vielleicht cool.
00:21:32: Zum Frühstück gibt es nur Bioprodukte.
00:21:34: Auch bei der Einrichtung wurde auf Gäste und Umwelt geachtet.
00:21:37: Unter dem Stichwort Bioarchitektur kamen nur unbehandelte Holz und Naturstoffe zum Einsatz.
00:21:44: Und der Lido ist sowieso unterschätzt.
00:21:48: Tipp neun.
00:21:49: Esst preiswert aber gut.
00:21:52: In Venedig lässt sich für ganz kleines Geld stimmungsvoll essen.
00:21:56: Ein Cappuccino, ohne den wir ja nicht in den Tag kommen, kostet zwei Euro, dazu noch ein Croissant für ein Euro fünfzig und das italienische Frühstück ist komplett.
00:22:06: Mittags lasst ihr euch entweder die Trametsini schmecken, nach zweien ist man satt und am Abend geht es in die wunderbar stimmungsvollen Bars und Osterien, wo schon die Cicchetti den Hunger stillen.
00:22:17: Hier kommen drei meiner Favoriten.
00:22:20: Das Unmondo Divino ist eine geniale Weinbar, die auch noch fantastisch liegt.
00:22:25: Nämlich nicht weit von Rialto, aber trotzdem abseits der touristischen Ameistenstraßen.
00:22:32: Die Cicchetti fliegen nur so über den Träsen.
00:22:35: Das Allmerker ist direkt am Fischmarkt gelegen.
00:22:38: Randvoll mit Marktarbeitern und ihren Kunden.
00:22:41: Auch Kaufleute treffen sich hier.
00:22:43: Sehr gute Weihnachtswahl.
00:22:45: Viele Cicchetti.
00:22:46: So muss eine Bar sein.
00:22:49: Und über die Kantine Jaskjavi und Alessandra, die Königin der Cicchetti, habe ich ja schon in den Spaghetti-Wongole-Tagebüchern ein ganzes Kapitel geschrieben.
00:22:58: Für heute sage ich nur, einfach mal hingehen.
00:23:02: Und schickt mir ein Chiquetti-Foto.
00:23:05: Tip X. Vermeidet die Hochsaison.
00:23:10: Klar, dass sparsame Menschen immer außerhalb der Hochsaison reisen sollten.
00:23:14: Warum?
00:23:15: Weil Hotels auch die Preiswerten und auch die in Mestre und auf dem Nido mit Algorithmen arbeiten.
00:23:22: Je höher die Nachfrage, desto höher der Preis.
00:23:24: Das geht ganz automatisch.
00:23:26: Und wenn wenig los ist, sinkt der Preis.
00:23:29: Aber wann genau ist in Venedig der Bär los?
00:23:33: Natürlich an Wochenenden, vor allem an Brückenwochenenden in Deutschland, Österreich und Italien.
00:23:39: Ostern ist sowieso eine Katastrophe.
00:23:41: Silvester vergesst es.
00:23:44: Die großen Stadtpartys, Regatta-Storiker und Fester der Redentore, sowie das letzte lange Karnevalswochenende, solltet ihr ebenfalls meinen.
00:23:52: Jetzt kommt echtes Geheimwissen.
00:23:54: Am vollsten und teuersten sind Venedigs Hotels in der Woche vor der Eröffnung der Kunstbiernale.
00:24:02: Das ist in diesem Jahr übrigens die erste Maiwoche.
00:24:05: Warum?
00:24:06: Weil dann alle Künstler, Kunsthändler, Galeristen, Metzene und Käufer sowie Journalisten da sind, um vorab die Deals zu abzuschließen und darüber zu berichten.
00:24:17: Also erste Maiwoche meiden.
00:24:22: Hallo ihr Lieben, eine kurze Unterbrechung in eigener Sache.
00:24:26: Dieser Podcast ist kostenlos für euch.
00:24:28: Logisch.
00:24:29: Wäre ihr auch noch schöner, wenn es anders wäre.
00:24:32: Aber ihr könnt mir was schenken.
00:24:34: Nämlich ein paar Sekunden eurer Zeit.
00:24:37: Abonniert den Podcast.
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00:24:48: Das bedeutet nur, dass ihr immer eine Benachrichtigung bekommt, wenn eine neue Folge draußen ist.
00:24:54: Und ihr könnt mir noch einen Riesen gefallen tun.
00:24:57: Empfehlt diesen Podcast doch weiter.
00:25:00: Erzählt davon in der Mittagspause oder am Stammtisch oder schickt ihn an eine Italophile Freundin oder einen Italophilen Freund.
00:25:08: Das würde mich riesig freuen.
00:25:10: Und jetzt... wieder zurück an die Adria.
00:25:18: Zu Gast in meinem Radio-Adria-Fragebogen ist dieses Mal Stephanie Fritsche.
00:25:24: Ich weiß ja schon einiges über Pasta, aber Stephanie ist nochmal eine viel größere Expertin, wahrscheinlich sogar die Nummer eins in Deutschland.
00:25:34: Seit sieben Jahren bietet sie Pasta-Kurse und Reisen an.
00:25:37: Sie hat zwei Bücher geschrieben, darunter zuletzt Pasta-Konpassione, der zauber handgemachter Pasta.
00:25:44: Und bei keinem Instagram-Kanal bekomme ich mehr Hunger als bei ihr.
00:25:48: Ihr findet sie dort und im Web unter Frau Fritzsche.
00:25:52: Frau F-R-I-T-Z-S-C-H-E.
00:25:57: Und sie kann sogar die unfassbar schwierige sardische Sufilindeupasta formen.
00:26:02: Daran ist Jamie Oliver gescheitert.
00:26:06: Alles zu ihr packe ich in die Show Notes.
00:26:09: Auf geht's, liebe Stefanie.
00:26:11: Deine Lieblingspasta.
00:26:13: Ciao Stefan und oh je, die erste Frage hat es gleich in sich.
00:26:17: Denn bei mehr als sechshundertfünfzig Pasta-Sorten habe ich nämlich keine Lieblingspasta.
00:26:22: Aber ganz vorne mit dabei sind auf jeden Fall Spaghetti alla Cipada.
00:26:26: Das ist diese kantige Pasta aus in der Brutzen.
00:26:29: Und das Besondere daran ist, dass sie seit mehr als fünfhundert Jahren von Generation zu Generation weitergegeben wird und wirklich pur von Hand entsteht.
00:26:38: Das ist quasi so eine perfekte Spaghetti.
00:26:40: Ein bisschen dicker, ein bisschen kantiger, ein bisschen aufgeraut, so dass die Soße so richtig gut daran haftet und geschnitten wird sie, also der Pasta-Teig, durch eine Art Holzwebrahmen.
00:26:52: Aber auch bei der gefüllten Pasta habe ich natürlich einen Star und da sind das die Dottellini aus Valetio, mit dieser cremig süßen Kürbisfüllung.
00:27:02: Die lassen mich dahin schmelzen und die werden ja auch ihr Liebesknoten genannt, nach ihrer Legende um die Liebe einer wunderschönen Nymphe und einem Soldaten.
00:27:12: Deine italienische Lieblingsstadt.
00:27:15: Hmm, Florenz ist für mich eine Traumstadt.
00:27:18: Allerdings etwas außerhalb der starken Saisonzeiten.
00:27:21: Es sind so viele wundervolle Gärten und Palazzi, aber natürlich auch eine großartige Street food und eine Markt-Szene.
00:27:29: Florence ist für mich als Genussminsch das doptale Schlaraffenland und ich ländere quasi futternd durch die ganzen Gassen, unterbrochen von dem einen oder anderen Video.
00:27:40: Bei den Märkten ist es übrigens für mich der Mercatus an Amplodio.
00:27:45: Für mich wirklich ganz, ganz toll, weil so ein Markt, dieses Stimmengewür, diese Unfassbaren Farben, diese Gerüche und da einfach eben zugucken.
00:27:53: Und da gibt es einfach ganz viel Auswahl auch in Florenz.
00:27:57: Dein italienischer Lieblingsurlaubsort.
00:28:00: Ganz Italien ist mein Lieblingsort.
00:28:03: Mein Herz habe ich allerdings an Sardinien verloren.
00:28:05: Und das schon vor einigen Jahren.
00:28:07: Sardinien ist für mich diese unberöteten Tour.
00:28:10: Unfassbar schimmerndes Meer.
00:28:13: Aber auch diese Unaufgeregkeit und die... unglaublich herzlichen Menschen, die ich da zumindest erlebt habe.
00:28:20: Und auch in Sachen Genuss eine riesige Überraschung, denn da gibt es ganz viel handwerkliches und natürlich ganz viel handwerkliche Pasta-Sorten, aber eben auch deutsche und Käse.
00:28:29: Und nee, ich muss glaube ich aufhören, sonst wärme ich zu lange.
00:28:33: Wenn ich nicht nach Sardinien komme, ist es aber tatsächlich der Gardasee, denn der ist mit seinen vier super unterschiedlichen Seiten eigentlich ganz Italien in klein Format.
00:28:43: Gibt es ein italienisches Gericht, das du nicht so gern magst?
00:28:46: Ein italienisches Gericht, was ich nicht so gerne mag, ist L'Ampredotto.
00:28:54: Ja, liebe Florentine, es tut mir leid.
00:28:57: Euer Street Food Panini Nr.
00:28:59: I aus den Innereien, ja, die machen mich einfach nicht so glücklich wie ein ehrlicher Tellerhandgeroll der Picchi.
00:29:07: Deine erste Erinnerung an Italien.
00:29:10: Die erste Erinnerung bringt mich tatsächlich an die Atria.
00:29:15: Das ist nämlich verbunden mit einer Klassenfahrt nach Ciasenatico.
00:29:18: Und ja, diesen ersten Zartengefühl, italienischer Leichtigkeit, diesen endlosen Sandstrand, den habe ich noch total vor Augen.
00:29:27: Und ja, wir haben auch einen Ausflug natürlich nach Venedig gemacht.
00:29:31: Und da komme ich heute noch nicht aus dem Staun wieder raus.
00:29:33: Und ja, ganz viele Erinnerungen einfach nur.
00:29:39: Was gehört für dich zu einem italienischen Abend?
00:29:42: Essen, die Italo-Playlist auf an, dann ein Start mit einem Spritz und ein paar Antibasti und gefolgt von einem guten Glas Wein und natürlich handgemachter Prasta und das Ganze schön zelebrieren ohne Eile mit viel Herzlichkeit, mit viel Lachen und einfach nur einen genussreichen Abend.
00:30:07: Was vermisst du daheim am meisten von Italien?
00:30:11: Was ich am meisten vermisse, ist das Meer und die guten Zutaten.
00:30:17: Und damit meine ich beispielsweise die saftesten Melonen oder so richtig tolle
00:30:21: knallrote
00:30:22: aromatische Tomaten, frischen Schafsrikotter und natürlich den feinsten frischen tollen Fisch.
00:30:30: Aber auch die Lebenseinstellung natürlich.
00:30:33: Dieses einfach, dieses mehr genießen, dem Moment genießen, das Essen zusammen feiern, zusammen da sitzen.
00:30:39: Und ja, letztendlich auch aus gar nicht so viel, aber ganz, ganz viel daraus machen.
00:30:45: Nämlich Erinnerungen, Herzlichkeit, Wärme.
00:30:48: Das ist das, was ich mit am meisten von Italien eigentlich zu Hause vermisse.
00:30:57: Der absolute Klassiker.
00:30:58: Ich glaube, ich mache das, was alle Autofahrer als erstes machen, wenn sie in Italien zurück sind, direkt nach der Grenze raus an der nächsten Autobahnraststätte und erst mal Ungefährl-Banko genießen.
00:31:10: Und ich weiß nicht, warum, aber der schmeckt aus irgendeinem Grund einfach nur göttlich.
00:31:21: Ich bin mit der Italo-Playlist der Achtziger groß geworden.
00:31:23: Also sing ich eigentlich bei jedem Song von Eros Ramazzotti mit und von Giannana Nini.
00:31:28: Giannana Nini unbedingt und es startet die Italiana, diese Hymne einfach nur, die ist ganz weit vorne und wird von mir in Brustik performt.
00:31:37: Bestes Buch über Italien.
00:31:39: Bestes Buch über Italien?
00:31:41: Natürlich deine und das völlig unbestochen, denn die bringen einfach so ein schönes Italien-Feeling und so viele Erinnerungen zu mir nach Hause.
00:31:50: Für mich als Genussmensch und Pastaschul-Inhaberin, aber natürlich auch der ganz große Schinken von Francis Mays, Sam Preetal, ja, und die Kochbücher der Pasta-Cranies, was natürlich meine eigenen.
00:32:03: Ich
00:32:07: habe Cappuccino mittags um vier getrunken.
00:32:09: Zu meiner Ehrenrettung.
00:32:11: Ich liebe meinen Cappuccino einfach am Nachmittag.
00:32:13: Und in Italien zwitsche ich aber artigerweise sofort immer schon Japläufe und bleibe beim Tag beim Café, also gemeint ist der Espresso.
00:32:22: Zwischendrin schön albanco genossen, in so einer richtig schön wuselichen Bar.
00:32:27: Aber manchmal da bin ich dann doch einfach wahrscheinlich zu deutsch.
00:32:31: Ich brauche einfach einen fetten Cappuccino am Nachmittag.
00:32:35: Gibt es eine Begegnung oder eine Szene mit Italienern, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
00:32:40: Der gibt es viele klein und große.
00:32:43: Eigentlich sind da einige aus meinen Familiengeschichten am Gardasee, denn was mich immer total überrascht bei meinen Reisen durch die Küchen Italiens, ist echt die große Offenheit und die Hessigkeit der Italiener.
00:32:53: Aber vielleicht nehme ich da mal eine Begegnung mit Adriano Concas in seiner einfachen Werkstatt im Süden Sardinians, in seinem Heimatdorf.
00:33:03: Denn die hat mich echt sehr berührt.
00:33:05: Adriano stellt unter anderem antike Werkzeuge für traditionelle sadische Pasta, aber auch für Brot und Deutsche her.
00:33:12: Und das macht er auch nach einer ganz alten Tradition des Schmiedens.
00:33:17: Dauert also auch ein bisschen länger und ist richtig pur handwerklich.
00:33:21: Ein super sympathischer Mann.
00:33:23: Und er bekommt mittlerweile aus der ganzen Welt Bestellung, macht aber gar nicht so riesige Werbung und manchmal kommt er auch einfach nicht mit den ganzen Bestellungen bearbeiten hinterher.
00:33:34: Und trotzdem sitzt er völlig unaufgeregt in seiner kleinen Werkstatt und hättest es da auch gar nicht.
00:33:41: Und geht es gar nicht darum, großartige Umsatzsteigerungen zu machen oder ein großes Unternehmen aufzuziehen oder so, sondern das, was er macht, das liebt er total und ihm reicht das zum Leben.
00:33:52: Und wie haben wir das so erzählt?
00:33:53: hat, so völlig ruhig und ja, glücklich und zufrieden, das hat mich richtig, richtig berührt.
00:34:07: Oh, das ist, glaube ich, mein ganz persönliches Kitchen Impossible.
00:34:10: Vor einigen Jahren wollte ich mal an der Küste irgendwo in Ligurien lernen, wie man frischen Fisch regional verarbeitet und natürlich die frische Pasta dort herstellt.
00:34:24: Ich hatte nur eine Uhrzeit und eine Busseilenstelle.
00:34:26: überhaupt keine Ahnung, was mich erwartet hat.
00:34:28: Und ich stand am Ende mit Wanderschuhen und einer Plastik-Schürze in der Küche einer ganz, ganz kleinen Osterie.
00:34:35: Und ich hatte nicht mal wirklich italienische Sprachkenntnisse und es gab keine Waage.
00:34:40: Und ich machte Pasta aus einem Sack Mehl und einer steige Eier, also einfach nach Gefühl.
00:34:46: Ich holte Muscheln direkt vom Fischkutter gegenüber.
00:34:49: Ich putzte Meeresfrüchte und schwenkte da gerade, also Felix in meinem Element, die großen Pfannen.
00:34:54: Und dann sagt plötzlich die Besitzerin.
00:34:55: zu mir, sie richte mal draußen die Tische und erst dann wurde mir plötzlich klar, dass ich doch etwas mehr als nur zwei Portionen hier mache.
00:35:04: und ich saß das mal ganz kurz, es war echt ein maximaler Stress, was dann passiert ist.
00:35:09: Ich habe aber super viel gelernt und ich hatte den maximalen Spaß.
00:35:13: Das war so mega, ich feier das immer noch.
00:35:16: Das perfekte Getränk zum abendlichen Blick aufs Meer.
00:35:19: Das halte ich völlig klassisch.
00:35:21: Ein wunderschöner leuchtender Apropospritz.
00:35:24: Auf Sardinen darf es auch mal ein Myrtospritz sein.
00:35:26: Das ist dieser Liquor aus der Myrte.
00:35:28: Aber einfach mit diesem orangefarbenen nach Sonnenuntergang aussehenden Apropospritz und dann den Blick aufs Meer.
00:35:35: Ah, das ist wirklich perfekt.
00:35:38: Dein Geheimtipp an der Adria-Küste?
00:35:40: So ein richtigen Geheimtipp den habe ich gar nicht, weil... Ehrlicherweise ist es schon etwas zu lange her, dass ich an der Adria war, nur jetzt an mich unbedingt ändern und mir dann die Tipps von dir lieber Stefan holen.
00:35:52: Aber ich kenne einige ganz liebe Deutsche, die inzwischen in den Apruzen wohnen und von dieser ganz noch touristisch eher verschoten Region mit einer ganz langen Adria-Küste schwärmen.
00:36:05: Unberührte Natur, kleine, charmante Bergdörfer.
00:36:09: Und ja, eben das ist ja auch die Region mit den Eingangs erwähnten Spaghetti alla Chitarra.
00:36:15: Also das wäre mein Daimtipp an der Atelküste.
00:36:26: Genaro Contaldo.
00:36:28: Er lebt zwar überwiegend in London inzwischen, aber er schafft diese Begeisterung für die einfache italienische Küche seiner Heimat an der Amalfi-Küste mit diesen reichen Aromen, ohne Chichi, mit Zitronenduft, mit frischen Tomaten.
00:36:45: einfach alles und das immer so mit einer puren Freude zu vermitteln.
00:36:49: Also ich glaube, wenn ich mit Genaro einen Kaffee trinke, werden wir vermutlich uns gegenseitig ja fast schon zu todisch wärmen und gegenseitig die Sätze beenden, wenn wir uns über Pasta und die Küche Italiens austauschen.
00:37:01: Und ich habe garantiert auch etwas Mehl dabei, sodass wir da ganz zufällig gemeinsam noch ein bisschen Pasta machen könnten.
00:37:09: Welcher Ort in Italien fehlt dir noch und steht ganz oben auf deiner Wunschliste?
00:37:14: Da kann ich direkt in das Thema davor entschließen.
00:37:16: Die Amalfigüste ist runter nach Neapel.
00:37:20: In dieser Region war ich nämlich noch nicht.
00:37:22: Und das ist die Region der Zitronen, die so kandios in die Steilhänge gebaut ist.
00:37:27: Und als Zitronen-Fan und als Genuss-Mensch einfach mega und Neapel mit seiner lebendigen Speedfood-Szene und der Fils an der Paletana muss ich wohl nicht noch weiter erklären und schwärmen.
00:37:40: Dein Italien in drei Worten
00:37:42: zu... Weit weg.
00:37:45: Ich muss immer mehr als siebenhundert Kilometer fahren, um überhaupt italienisch Boden zu berühren.
00:37:50: Aber Spaß war Seite.
00:37:52: Amore, Passion und Leichtigkeit.
00:37:55: Danke, liebe Stefanie.
00:37:57: Es war mir eine Ehre.
00:37:58: Und irgendwann stellen wir mal was Gemeinsames auf die Beine.
00:38:02: Eine Nudelesung mit Livekochen oder so ähnlich.
00:38:06: So, das war's für heute.
00:38:08: Was gibt es Neues vom Schreibtisch?
00:38:11: Jeden Freitag bekommt ihr von mir die mediterrane Wochenschau auf postausitalien.com.
00:38:16: Mit Neuigkeiten aus Grado und der Adria.
00:38:19: Kostenlos und werbefrei natürlich.
00:38:22: Ihr könnt die mediterrane Wochenschau ganz einfach oben auf der Startseite bei postausitalien.com abonnieren.
00:38:29: Auf Instagram findet ihr mich unter Buch und Wein.
00:38:33: Dort gibt es kleine Filme über mein Leben in Italien.
00:38:37: Dann bleibt ihr auch über alle meine Projekte auf dem Laufenden.
00:38:40: Abonniert auch diesen Podcast, wenn ihr es noch nicht getan habt und empfiehlt ihn gern weiter, würde mich riesig freuen.
00:38:48: Jetzt erstmal einen Kaffee bei Pino.
00:38:51: Bis bald und immer schön deutsche Widerbleiben.
00:39:12: Für mehr Italianita folgt mir auf Instagram oder besucht meinen Blog postausitalien.com.
00:39:19: Grazie mille und bis zur nächsten Folge.
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